Tauberbischofsheim

AOK Heilbronn-Franken: Immer mehr Kinder leiden an ADHS

ADHS bei Erwachsenen
Für Erwachsene sind ADHS-Medikamente seit April 2011 zugelassen. Foto: Frank Rumpenhorst/Illustration

Hyperaktive Kinder können nicht ruhig sitzen, sich schlecht konzentrieren und haben Schwierigkeiten in der Schule. Dieses Zappelphilipp-Syndrom bezeichnet die Medizin als ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Nach einer Auswertung der AOK Heilbronn-Franken waren 2017 im Main-Tauber-Kreis 511 der Versicherten wegen ADHS in ambulanter oder stationärer Behandlung. Das geht aus einer Pressemitteilung der Krankenkasse hervor. Die Menge der Diagnosen erhöhe sich in den vergangenen Jahren deutlich.

Ermittelte die AOK 2013 in Heilbronn-Franken noch 2533 Versicherte mit ADHS, so stieg die Zahl bis 2017 auf 3224. Im Main-Tauber-Kreis erhöhte sie sich laut Pressemitteilung von 362 im Jahr 2013 auf 511 im Jahr 2017. Das entspreche einer mittleren jährlichen Veränderung von plus 7,5 Prozent im Main-Tauber-Kreis. Jungen sind fast dreimal so oft betroffen wie Mädchen.

"Der Anstieg entspricht auch der Entwicklung in Baden-Württemberg", erklärt AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Die Krankheitshäufigkeit sei bei den 10-14-Jährigen am höchsten. "Auch wenn Außenstehende das manchmal anders beurteilen - ADHS ist nicht die Folge von erzieherischem Versagen", verdeutlicht die Ärztin. Vielmehr sei es eine genetisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns.

Unterschiedliche Therapien

„Eine ausgeprägte ADHS kann das Leben und den Alltag des Kindes, aber auch seiner Eltern und Geschwister massiv beeinträchtigen“, so Dr. Knapstein. „Die Kinder verhalten sich anders, als von ihnen erwartet wird. Deshalb ecken sie oft an, verhalten sich trotzig und geraten mit Gleichaltrigen in Konflikt“, erklärt die Medizinerin Auffälligkeiten. "Auch Probleme in der Schule, zum Beispiel in der Lese- und Rechtschreibfähigkeit oder Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung können die Folge sein." Ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt und eine körperliche Untersuchung seien wichtig, um andere Ursachen für das auffällige Verhalten auszuschließen, heißt es in der Mitteilung.

Wie stark ADHS ausgeprägt ist und welche Verhaltensweisen besonders auffallen, kann sehr unterschiedlich sein. Welche Hilfen geeignet sind, hängt davon ab, wie alt das Kind ist, ob es eher unaufmerksam oder hyperaktiv ist und welche Lebensbereiche besonders beeinträchtigt sind. Bei einer leichten ADHS kann laut Pressemitteilung möglicherweise eine aufklärende Elternschulung ausreichen, bei ausgeprägteren Formen könnte eine medikamentöse Therapie die Symptome lindern.

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