Tauberbischofsheim

Abfall: Großer Testlauf fürs neue System steht bevor

Die Abfallwirtschaft im Main-Tauber-Kreis wird ab dem 1. Januar 2020 grundlegend modernisiert und - laut Mitteilung aus dem Landratsamt - bürgerfreundlicher gestaltet. Künftig müssen Privathaushalte und Gewerbetreibende zum Jahresbeginn keine Müllmarke mehr bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung kaufen. Stattdessen schickt der Abfallwirtschaftsbetrieb Main-Tauber-Kreis (AWMT) jedem Haushalt oder Betrieb immer im März einen Gebührenbescheid für das laufende Jahr zu.

Chip auf den Tonnen

Um dies zu ermöglichen, wurden im Laufe des Jahres 2019 alle Restmüll-, Biomüll- und Papiergefäße im Main-Tauber-Kreis mit einem elektronischen Chip ausgestattet. Auf jedem Chip ist eine individuelle Identifikationsnummer gespeichert. Damit kann jedes Gefäß einem bestimmten Haushalt oder Gewerbebetrieb zugeordnet werden („Identsystem“).

Vor dem offiziellen Start des neuen Systems erhält jeder Haushalt und jeder Gewerbebetrieb Anfang Dezember einen Mustergebührenbescheid. Damit möchte der AWMT überprüfen, ob alle Daten richtig erfasst sind, so dass korrekte Rechnungen erstellt werden können. Der Mustergebührenbescheid informiert jeweils über die Anzahl und die jeweilige Abfallart der Müllgefäße, die für den betreffenden Haushalt beziehungsweise den betreffenden Gewerbebetrieb registriert sind. Ebenso nennt er als Musterrechnung die entsprechende Höhe der Müllgebühren für 2020 nach der neuen Gebührenkalkulation für die Jahre 2020 und 2021.

Keine Zahlungsaufforderung

Der Mustergebührenbescheid ist jedoch keine Aufforderung zur Zahlung. Der AWMT bittet die Empfängerinnen und Empfänger lediglich, die Angaben auf dem Mustergebührenbescheid zu kontrollieren. Überprüft werden sollen die Angaben zur Anzahl der Müllgefäße, zur jeweiligen Abfallart, zur Größe der Müllgefäße und zur jeweiligen Behälternummer. Wenn alle Angaben richtig sind, muss der Empfänger des Mustergebührenbescheids nichts weiter tun. 

Die Empfänger der Mustergebührenbescheide sollen auch nochmals überprüfen, ob alle Ihre Müllgefäße mit einem elektronischen Chip ausgestattet wurden. Dies ist dann der Fall, wenn an der Seite der Tonne ein Aufkleber mit Strichcode und Landkreiswappen angebracht wurde. Ab dem Jahr 2020 werden nur noch bechippte Müllgefäße geleert. Die beauftragten Abfuhrunternehmen überprüfen bei den Leerungen ab Dezember, ob die einzelnen Chips durch die Technik an den Sammelfahrzeugen gut gelesen werden können.

Im März 2020 wird der eigentliche Gebührenbescheid versandt. Erst dann müssen die Privathaushalte und Gewerbebetriebe zahlen. Die Müllgebühren für 2020 werden, soweit ein SEPA-Mandat vorliegt, Ende März 2020 abgebucht.

In der Vergangenheit haben viele Bürger eine gemeinsame Tonne benutzt und darauf zwei Gebührenmarken für das jeweilige Jahr geklebt. Dies ist aus technischen Gründen nicht mehr möglich. Diesen Haushalten wird empfohlen, auf die eigentlich korrekte Zahl der Gefäße umzustellen (zum Beispiel zwei 60-Liter-Tonnen statt wie bisher eine gemeinsame mit 120 Litern). Der Austausch erfolgt in diesen Fällen kostenlos, muss aber schriftlich beim AWMT beantragt werden.

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