Bad Mergentheim

Am 7. April 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Bad Mergentheim

Das Foto zeigt US-Soldaten zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor der markanten Silhouette der alten Stadt mit Schlosskirche und Residenzschloss auf dem Weg nach Crailsheim.
Das Foto zeigt US-Soldaten zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor der markanten Silhouette der alten Stadt mit Schlosskirche und Residenzschloss auf dem Weg nach Crailsheim. Foto: Staatliche Schlösser und Gärten

Am 7. April 1945, also genau vor 75 Jahren, endete der Zweite Weltkrieg für Bad Mergentheim, einen Monat vor dem offiziellen Ende am 8. Mai. Das Residenzschloss und die Stadt überstanden die sechs Jahre Krieg mit nur wenigen Schäden.

Das Residenzschloss in Mergentheim steht dabei laut einer Pressemitteilung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg für den raschen Übergang am Ende des Krieges:

Kurz nachdem dort die letzte Versammlung des "Volkssturms" stattgefunden hatte, bezog die US-amerikanische Militärregierung für einige Zeit ihren Sitz im Schloss.

Volkssturm im Schloss endet chaotisch

Noch kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner hatte sich im Residenzschloss der "Volkssturm" Bad Mergentheims getroffen: alle waffenfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren.

Die Versammlung verlief chaotisch. Der spätere Mergentheimer Bürgermeister Lothar Daiker erinnert sich: "Kein Mensch wusste, was eigentlich los war. Man rief nach dem Kreisleiter, und es hieß, er sei übermüdet, werde aber in Bälde erscheinen."

Während des Wartens "hörte man das Krachen eines krepierenden Geschosses". Mitten in der Nacht erschien schließlich der Kreisleiter. "Man sah ihm an, dass er betrunken gewesen war und seinen Rausch nur halbwegs ausgeschlafen hatte", berichtet Daiker.

Auf die Frage, ob man Mergentheim nun verteidigen werde, "gab er ausweichende Antworten", und keine halbe Stunde später war die Versammlung vorbei.

Schloss und Stadt entgehen einer Zerstörung

Beim Einrücken der US-Amerikaner blieben die Bad Mergentheimer ruhig und besonnen. So entgingen das Schloss und die Stadt der Zerstörung.

Vom "Volkssturm" ging keine Bedrohung aus. Am 7. April 1945 – im restlichen Deutschland ging der Krieg noch weiter – endete die Nazi-Herrschaft über Bad Mergentheim.

Nach der Einnahme der Stadt nahm die US-amerikanische Militärverwaltung ihren Sitz im Residenzschloss ein. Die Deutschordensstadt war für sie aber nur eine Etappe: Kurze Zeit später zogen die US-amerikanischen Soldaten nach Crailsheim weiter.

Mergentheim hatte eine große jüdische Gemeinde

Wie überall in Deutschland bedeutete die nationalsozialistische Herrschaft auch für die jüdischen Mergentheimer Verfolgung und Tod.

Seit dem Mittelalter gab es in Mergentheim eine große jüdische Gemeinde. Im 18. Jahrhundert waren jüdische Bankiers und Großkaufleute für den Deutschen Orden tätig.

Jüdische Mergentheimer kämpften für das Kaiserreich im Ersten Weltkrieg. Aber kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden sie zunehmend bedrängt.

Ausstellung erinnert an jüdisches Leben in der Stadt

Beim Pogrom vom 8. auf den 9. November 1938 wurde die Synagoge zerstört. 1941 und 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner, die noch nicht geflohen waren, deportiert.

An die jüdische Kultur der Stadt, die es vor den Gewaltverbrechen der Nazis gab, erinnert die Dauerausstellung "Jüdisches Leben in Mergentheim" im Residenzschloss.

Geschlossen sind das Residenzschloss Mergentheim und alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten wie derzeit alle Kultureinrichtungen in Baden-Württemberg.

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