TAUBERBISCHOFSHEIM

Asyl für den Juchtenkäfer

Rückblick: Die Umgestaltung des Marktplatzes, die Sanierung des Schulzentrums – in seiner Ansprache zum Neujahrsempfang hielt Bürgermeister Wolfgang Vockel nicht nur Rückschau, sondern warf einen programmatischen Blick auf das Jahr 2012
Rückblick: Die Umgestaltung des Marktplatzes, die Sanierung des Schulzentrums – in seiner Ansprache zum Neujahrsempfang hielt Bürgermeister Wolfgang Vockel nicht nur Rückschau, sondern warf einen programmatischen Blick auf das Jahr 2012 Foto: Heike Heise

Während der Regen an die Scheiben des Rathaussaals trommelte, spielte die Taubertal-Combo „On the sunny side of the street“. Neujahrswünsche wurden ausgetauscht unter den zahlreichen Gästen, darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft, von Vereinen Organisationen und viele Bürger, die einfach „ihrem Bürgermeister“ nebst Gattin und Tochter Neujahrswünsche persönlich überbringen wollten. Unter den Gästen Minister Prof. Wolfgang Reinhart, der Erste Landesbeamte Dr. Ulrich Derpa, Polizeipräsident Wolfgang Eble und viele mehr.

„Das Jahr hat viel Gutes, und gelegentlich Schlechtes, für uns viel Positives und für manchen auch Negatives gebracht. Wichtig ist jedoch die Frage, ob es gelungen ist, die Stadt 2011 voranzubringen“, dieser Frage stellte sich Bürgermeister Wolfgang Vockel in seiner Rede. Als herbe Enttäuschung bezeichnete er in seinem Rückblick den weitestgehenden Abzug des Grundbuchamtes aus der Stadt. „Keine weise Entscheidung“, sagte er in Bezug auf die Verlegung eines großen Teils der Arbeitsagentur nach Schwäbisch Hall. „Ich karte da nicht nach, obwohl mir die verbreitete Oberzentrengläubigkeit heute mehr Sorge bereitet als früher.“ Positiv bewertete Vockel die Entwicklung in der Stadt in Sachen Gesundheitsversorgung, Verkauf von Bauplätzen, diverser Wohnungsbauprojekte. Stolz ist er auf die niedrige Arbeitslosenquote, die bei 2,8 Prozent liegt, und vor allem auf die niedrige Jugendarbeitslosigkeit, im Kreis bei unter zwei Prozent.

Betreuung der Kinder

Zentrales Thema nahm und nimmt laut Vockel die Bildung und Betreuung der Kinder ein. So gibt die Stadt jährlich 1,78 Millionen Euro für Kindergärten und Krippen aus, investiert derzeit in die Grünewaldhalle. Klimaschutz, Partnerschaft zu anderen Städten, abgeschlossene Baumaßnahmen waren genauso Gegenstand seiner Rede wie die Konversion auf dem Laurentiusberg. Dort haben sich bereits laut Vockel, 53 Mieter aus Handwerk und Handel sowie Institutionen und Privatpersonen angesiedelt.

Nicht glücklich ist Vockel über das Ansinnen des Landes, aus dem ehemaligen Standortübungsplatz mit 73 Hektar ein Naturschutzgebiet mit restriktiven Festsetzungen zu machen. „Die Stadt lehnt es ab, die Flächen den Bürgern zu entziehen.“ Und weiter: „Der Gemeinderat ist nicht bereit, nolens volens ohne jede Leistung und Gegenleistung auf ein städtisches Grundvermögen zwischen einer dreiviertel und einer Million Euro zu verzichten. Gegebenenfalls könnten wir bereit sein, dem Land das Angebot zu unterbreiten dem Eremit, Osmoderma eremita – dem Juchtenkäfer, Asyl zu gewähren.“

Für das Jahr 2012 versprach Bürgermeister Wolfgang Vockel, dass die „best Ager-Generation bei uns gut aufgehoben ist“, Schwerpunkte im Straßenbau zu setzen, am 27. Juli die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele auf dem Wörtplatz mit einem Public Viewing zu feiern und die Bildung weiter als das Schwerpunktthema zu behandeln. In Bezug auf mögliche Umwandlungen (G9-Züge) am Gymnasium sagte er: „Mit einem freundlichen Gruß an die Nachbarn: Nicht mit der Antragstellung ist man anderen Schulstandorten voraus, sondern nur mit Inhalt und Qualität des Angebots.“ Für die anstehenden Investitionen in diesem Jahr gab er zu denken, dass „unsere finanziellen Möglichkeiten nicht denen der Norweger oder des Scheichs von Katar entsprechen.“

Respektvoller Umgang

Am Ende kommentierte Vockel die Forderung des Spiegels, den Posten des Bundespräsidenten abzuschaffen und mahnte in diesem Zusammenhang den respektvollen Umgang miteinander an, über Werte nachzudenken, und Anstand zu wahren. Ganz zum Schluss sprach Minister Wolfgang Reinhart ein paar Grußworte: „Wir haben allen Grund mit Mut, Zuversicht und Optimismus in die Zukunft zu gehen.“

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