Wertheim

Badische Landesbühne führt "Das Schmuckstück" in Wertheim auf

Szene aus "Das Schmuckstück": Während sich ihr Mann auf einer Kur erholt, hat Suzanne die Führung der Fabrik übernommen und denkt nicht daran, ihren Platz wieder zu räumen. Foto: Peter Empl

Intendant Carsten Ramm inszeniert die Komödie "Das Schmuckstück" der französischen Autoren Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy, die zu den weltweit berühmtesten Dramatikern des Boulevardtheaters gehören, schreibt die Badische Landesbühne in ihrer Pressemitteilung.

Das Stück erzählt mit viel Humor die Emanzipationsgeschichte einer Frau: Suzanne Pujol hat genug davon, lediglich ein "Schmuckstück" ihres selbstherrlichen Mannes zu sein und mausert sich vom adretten Heimchen zu einer erfolgreichen Fabrikchefin und Politikerin. Die Komödie wurde 2010 von François Ozon mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu verfilmt.

Film mit Gérard Depardieu

Suzanne und Robert sind seit 30 Jahren verheiratet, die Rollen in ihrer Ehe klar verteilt. Er leitet die Regenschirmfabrik, die er vom Schwiegervater geerbt hat. Sie führt den Haushalt, hat die beiden Kinder großgezogen und hält ihm den Rücken frei, damit er seine Karriere verfolgen kann. An Roberts Pascha-Allüren und seine ironisch-herablassende Art hat sich Suzanne über die Jahre gewöhnt und seine sexuellen Eskapaden schon lange durchschaut.

Aber unter den Fabrikarbeitern macht sich Unzufriedenheit breit. Sie treten in Streik und verlangen höhere Löhne sowie sozialere Arbeitsbedingungen. Robert ist aber nicht bereit, mit sich verhandeln zu lassen. Nach einem Handgemenge wird er gefangen genommen. Suzanne wendet sich hilfesuchend an den kommunistischen Bürgermeister Babin.

Sie kennt ihn von früher. Ihm gelingt es, den Unternehmer freizubekommen, er konfrontiert ihn aber gleichzeitig mit seiner unsauberen Buchführung. Robert erleidet einen Herzanfall. Dass sein Sohn Laurent die Musikerin Floriane heiraten möchte, macht die Sache nicht besser: Schließlich muss Robert annehmen, auch ihr Vater zu sein.

Ereignisse überschlagen sich

Während Robert zur Erholungskur geht, übernimmt Suzanne kurzerhand die Leitung der Firma und legt einen in der Fabrik bislang nicht gekannten, aber sehr erfolgreichen Führungsstil an den Tag. Sie steigert nicht nur den Umsatz, sondern schafft auch ein angenehmeres und sozialeres Betriebsklima. Schon bald wird Suzanne für ihren Führungsstil allseits geschätzt.

Als Robert von der Kur zurückkommt, überstürzen sich die Ereignisse: Seine Geliebte will nichts mehr von ihm wissen, Suzanne offenbart ihm ungeahnte Geheimnisse und denkt auch nicht daran, den Chefsessel wieder zu räumen. Erst durch einen Komplott gelingt es ihm, seinen Posten wieder zurückzuerobern. Doch Suzanne gibt sich nicht geschlagen.

"Das Stück spielt in den 1970er-Jahren, behandelt aber Themen, die noch heute aktuell sind", sagt Ramm. „Frauen sind unterrepräsentiert in Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten viel getan hat, ist die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern noch lange nicht erreicht."

Eine temporeiche Komödie

Ramm bringt mit der Badischen Landesbühne eine temporeiche Komödie über Emanzipation und Frauenpower mit live gesungenen Chansons auf die Bühne. Mitwirkende sind Cornelia Heilmann, Stefan Holm, René Laier, Evelyn Nagel, Vivien Prahl und Tim Tegtmeier. Die musikalische Leitung hat Mario Fadani, das Bühnenbild inszeniert Ines Unser.

Die Vorstellung findet am Dienstag, 4. Februar, um 19.30 Uhr in der Aula Alte Steige in Wertheim statt. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Buchhandlung Buchheim in Wertheim, zu erreichen unter Tel.: (09342) 1320 und per E-Mail an buchheim.wertheim@t-online.de

Szene aus "Das Schmuckstück": Suzanne und Robert sind seit 30 Jahren verheiratet und die Rollen in ihrer Ehe eigentlich klar verteilt. Doch die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen. Foto: Peter Empl
Szene aus "Das Schmuckstück": Intendant Carsten Ramm bringt eine temporeiche Komödie über Emanzipation und Frauenpower mit live gesungenen Chansons auf die Bühne. Foto: Peter Empl

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