MAIN-TAUBER-KREIS

Buchsbaum in Gefahr durch gefräßige Raupen

Gut getarnte, nimmersatte Raupe: Der Buchsbaumzünsler ist im Main-Tauber-Kreis angekommen.
Gut getarnte, nimmersatte Raupe: Der Buchsbaumzünsler ist im Main-Tauber-Kreis angekommen. Foto: Martina Kamm

Dem beliebten Buchsbaum droht Ungemach, denn der Buchsbaumzünsler ist im Main-Tauber-Kreis angekommen, wie das Landratsamt mitteilt. In Freudenberg im Maintal hat er bereits bei vielen Gartenbesitzern für eine unliebsame Überraschung gesorgt. Die gefräßigen Raupen können in kurzer Zeit in den gepflegten Büschen einen Kahlfraß verursachen.

Für viele Hobbygärtner ist der Buchsbaum bisher das ideale immergrüne Gartengehölz. Er ist anspruchslos, lässt sich in fast jede Form schneiden und wächst im Schatten genauso wie in der Sonne. In fast allen Hausgärten, Friedhöfen und Parkanlagen ist der Buchsbaum deshalb zu sehen. Umso stärker fällt die Ausbreitung des Pflanzenschädlings ins Gewicht.

Verwechslungsgefahr besteht mit der Pilzkrankheit Cylindrocladium, dem so genannten Buchsbaum-Triebsterben. Während der Buchsbaumzünsler überwiegend die Blätter frisst, verfärben diese sich bei der Pilzkrankheit braun, und die Triebe sterben ab. Beim Befall durch den Buchsbaumzünsler können die Triebe bei intakter Rinde wieder austreiben.

„In diesem Jahr ist meistens keine direkte Bekämpfung mehr möglich. Für das nächste Jahr sollte man jedoch regelmäßige Kontrollen der Buchsbaumpflanzen einplanen. Schon Mitte April können die überwinterten Raupen erste sichtbare Fraßschäden verursachen. Dann gilt es zu reagieren“, rät Pflanzenschutzberater Hartmut Lindner vom Landwirtschaftsamt des Landratsamtes. Nach einem Rückschnitt sollten die ersten Raupen abgelesen oder für den Hausgarten zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Die weitere Ausbreitung des Buchsbaumzünslers werde sich nicht verhindern lassen, ergänzt Lindner. In den langjährigen Befallsgebieten des Rheintals und anderen wärmeren Regionen Süddeutschlands hätten viele Gartenbesitzer den Kampf gegen das gefräßige Insekt schon aufgegeben. Als Alternative wurden immergrüne Laubgehölze wie zum Beispiel Eibenarten, Lorbeerkirsche, Hemlockstannen und Ilex-Arten gepflanzt. Mit Kenntnissen über die Biologie des Schädlings, verbunden mit rechtzeitigen Gegenmaßnahmen, sei ein Überleben der Sträucher in den Gärten jedoch möglich oder könne zumindest deutlich hinausgezögert werden.

Hinweise und Informationen zum Buchsbaumzünsler finden sich in dem Merkblatt „Hinweise zur Pflanzengesundheit – Buchsbaumzünsler“, das unter www.main-tauber-kreis.de/landwirtschaftsamt unter dem Link „Broschüren, Formularen und Merkblätter“ zu finden ist. Auskünfte gibt es auch beim Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis, E-Mail: landwirtschaftsamt@main-tauber-kreis.de, Tel. (0 79 31) 48 27-63 02.

Buchsbaumzünsler

Aus Südostasien wurde der Schädlinge vor rund zehn Jahren eingeschleppt und hat sich zwischenzeitlich vom Oberrhein her in ganz Deutschland und Mitteleuropa verbreitet. Es ist damit zu rechnen, dass er, den warmen Flussniederungen folgend, in den nächsten Jahren den Wertheimer Raum und auch das Taubertal besiedeln wird. Der kleine nachtaktive Falter legt seine Eier an die Blattunterseite der Buchssträucher ab. Die sich entwickelnden, bis fünf Zentimeter langen grünlichen Raupen können in kurzer Zeit das gesamte Blattgrün tilgen. Die grünliche Raupe mit schwarzen Punkten und Längsstreifen ist gut getarnt. Sie bildet mit Blättern und kleinen Zweigen Gespinste. Die Kotkrümel sind dabei meist leicht zu finden. LRA

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