Lauda-Königshofen

Die „Säüboochklopfer Öwerlaude“ feiern 11. Geburtstag

Die „Säüboochklopfer Öwerlaude“
Die „Säüboochklopfer Öwerlaude“ Foto: Reinhard Haas

Unter einer „Gugge oder Guggemusik“ versteht man laut Enzyklopädie eine im alemannischen Raum entstandene Form von Blasmusik, die hauptsächlich in der Karnevalszeit ausgeübt wurde. Die Ursprünge gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Verkleidet mit Masken, Tüchern und alten Lumpen wurde mit Rasseln, Blecheimern, Trommeln, Kuhglocken oder Pfeifen umhergezogen und möglichst schräge, laute und jämmerlich klingende Musik gemacht.

1934 feierten die Guggen in Basel ihren richtig großen Auftritt und damit Aufschwung: sie zogen am eigentlich nicht zu Veranstaltungen genutzten Fasnachtsdienstag, der nun als spezieller Guggetag gilt, mit „schmetterndem Getöse“ in großer Zahl durch die Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich die Guggenmusik von Basel aus über die Zentralschweiz, Süddeutschland, Italien und Österreich und 1953 wurde, wen wundert es bei dieser Nachbarschaft, in Lörrach die erste deutsche Guggenmusik gegründet.

Erfolg in Oberlauda gab den Initiatoren Recht

Auch in Oberlauda gibt es seit 2008 Musiker, die sich der Guggemusik verschrieben haben – die „Säüboochklopfer Öwerlaude“. Sie entstanden aus der Jugendkapelle der örtlichen Musikkapelle. Die Idee dazu hatten Maximilian Mohr und Benedikt Renk, der erste musikalische Leiter war der damalige Dirigent der Jugendkapelle, Jens Loser. Nach ersten Auftritten in der Kampagne 2009 wurde das Projekt weitergeführt und der Erfolg gab den Initiatoren Recht.

Die „Säüboochklopfer Öwerlaude“
Die „Säüboochklopfer Öwerlaude“ Foto: Reinhard Haas

Maximilian Mohr, seit kurzer Zeit auch Vorsitzender der Musikkapelle, hatte die musikalische Leitung übernommen, ihm folgten Felix Mohr und inzwischen Fabian Bayer in Zusammenarbeit mit Patrick Dierauf. Zum personellen Wandel kam rechtzeitig zum 11. Geburtstag auch noch ein inhaltlicher und optischer. Viele neue Stücke wurden einstudiert und ein neues Kostüm entworfen und beschafft.

Maximilian Mohr und Fabian Bayer legen Wert auf die Feststellung, dass die aktuell 25 aktiven Musiker (plus Standartenträger und hin und wieder Ehemalige, die sich dem Virus Guggenmusik nicht ganz entziehen konnten) durchweg eine musikalische Grundausbildung haben, Noten lesen können und, für die Zukunft nicht ganz unwichtig, überwiegend jung sind und mit Begeisterung bei der Sache. Personalprobleme sind da zunächst mal außen vor.

Musik soll nicht jämmerlich sein, sondern ansteckend

Entgegen dem Brauchtum soll die Musik nicht „jämmerlich“ sein, sondern ansteckend, zum Feiern und Tanzen animieren und ganz einfach gut klingen. Eine familiäre und freundschaftliche Atmosphäre wird nicht nur intern gepflegt, sondern auch in der Zusammenarbeit mit der „Mutter“ Musikkapelle. Eine Gruppe um Fabian Bayer, Patrick Dierauf und Vertretern der einzelnen Register organisieren die Auftritte, planen Termine und erledigen die anfallenden Aufgaben.

Neue Musiker sind jederzeit gerne willkommen, das Alter spielt dabei keine Rolle. Informationen gibt es dazu bei Facebook, Instagram, per Mail oder direkt bei Fabian Bayer.

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