Tauberbischofsheim

E-Akte im Schwerbehindertenrecht erfolgreich eingeführt

Das Sachgebiet Schwerbehindertenrecht des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis hat vor kurzem erfolgreich auf die elektronische Aktenführung umgestellt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Pilotprojekt wurde, neben der engagierten Arbeit im Sachgebiet, auch intensiv von der Digitalisierungsbeauftragten Sabrina Scheller und ihrem Team begleitet. Landrat Reinhard Frank und Sozialdezernentin Elisabeth Krug ließen sich jetzt die neue digitale Bearbeitung und Ablage im Schwerbehindertenrecht von der zuständigen Amtsleiterin Nicole Schwarz und Sachgebietsleiterin Katrin Schmidt vorstellen.

"Mit der Umsetzung dieses wichtigen Pilotprojektes durch die Sachgebiete Schwerbehindertenrecht und Digitalisierung haben wir einen wesentlichen Meilenstein im Landratsamt erreicht", erklärte Landrat Reinhard Frank. "Wir haben somit eine ausgezeichnete Grundlage für den weiteren Digitalisierungsprozess unseres gesamten Hauses geschaffen", sagte der Landrat.

Die E-Akte sei der Grundstein: "Mit ihr können wir zukünftig zahlreiche Online-Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger bereitstellen sowie unsere internen Prozesse optimieren, um auch weiterhin eine moderne und leistungsstarke Behörde zu sein." Die Digitalisierung stelle viele Unternehmen und Behörden vor große Herausforderungen, so auch das Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

Besonderes Augenmerk liege dabei auf der Einführung der elektronischen Akte. "Dies ist keine leichte Aufgabe für eine Behörde mit zahlreichen verschiedenen Fachbereichen und mehr als 130 EDV-Fachprogrammen", bekräftigte Landrat Frank. Er dankte allen Mitarbeitern, die an dem Projekt engagiert mitgewirkt haben, zum einen im Amt für Pflege und Versorgung, zu dem das Sachgebiet Schwerbehindertenrecht gehört, zum anderen im Amt für IT und Digitalisierung.

235 Briefe pro Woche

Hinter der Bewilligung eines Schwerbehindertenausweises nach einem entsprechenden Genehmigungsantrag stecken viele Arbeitsschritte, die von verschieden Mitarbeitern, Gutachtern und Programmen ausgeführt werden. Die Analyse hat gezeigt, dass im Sachgebiet Schwerbehindertenrecht durchschnittlich 235 Briefe mit Neuanträgen, Änderungsanträgen, Stellungnahmen und weiteren Unterlagen in der Woche eingehen. "Das macht 940 Eingänge im Monat und 11 280 im Jahr, die wir ab sofort digital bearbeiten können", betont Landrat Frank.

Für betroffene Bürger ist der Unterschied noch kaum spürbar, schreibt das Landratsamt in seiner Pressemitteilung. Der Antrag wird fürs erste weiterhin mit dem bekannten Formular schriftlich eingereicht, und der Schwerbehindertenausweis sowie die Wertmarken für den öffentlichen Nahverkehr bleiben in gewohnter Form. Im ersten Schritt wurden jedoch die Prozesse innerhalb des Sachgebiets digital abgebildet. Sobald die notwendigen Voraussetzungen geschaffen wurden, soll im zweiten Schritt auch die Möglichkeit einer digitalen Beantragung geschaffen werden. Diese Aufgabe soll noch im laufenden Jahr angegangen werden.

Digitaler Aktenschrank

Vor der Einführung der elektronischen Akte wurden zunächst die Prozesse im Schwerbehindertenrecht erfasst und in die digitale Welt übertragen. Daraus konnte abgeleitet werden, welche Mitarbeiter und Programme an den Prozessen beteiligt sind. Daraufhin folgte die Programmierung einer Schnittstelle zwischen dem Fachprogramm zur Bearbeitung der Anträge und dem digitalen Aktenschrank.

Das Programm zur digitalen Aktenablage war vorhanden und wurde um notwendige Funktionen erweitert. Die Abläufe des Posteingangs und der Bearbeitung sowie die EDV-Ausstattung wurden angepasst. Zudem erfolgten Schulungen und eine Testphase. In Kürze wird damit begonnen, die vorhandenen Papierakten zu digitalisieren.

"Nicht immer hat alles auf Anhieb geklappt. Manchmal zeigt sich erst im Test, dass die wohldurchdachte Theorie in der Praxis nicht optimal funktioniert. Deshalb testen wir unsere Anpassungen gemeinsam mit dem jeweiligen Fachamt immer wieder, bis wir die passende Lösung gefunden haben", erklärt die Digitalisierungsbeauftragte Sabrina Scheller.

Nachdem die elektronische Akte im Schwerbehindertenrecht erfolgreich eingeführt wurde, sollen als nächstes das Jagdamt, das Büro des Landrats, das Forstamt und die Blindenhilfe beim Amt für Pflege und Versorgung folgen. Sie profitieren laut Pressemitteilung von dem eingeführten Prozessmanagement, der Anpassung des Dokumentenmanagementsystems und der elektronischen Poststelle sowie von den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt.

Online-Anhörung

Neben dem Pilotprojekt ist inzwischen auch die Online-Anhörung in Ordnungswidrigkeitenverfahren möglich. Neben der digitalen Einsichtnahme in Beweismittel wie Fotos können Bußgelder sofort mit PayPal oder PayDirekt bezahlt werden. Weiterhin berichtet Sabrina Scheller, dass es bereits eine beachtliche Anzahl an Online-Dienstleistungen gibt, die auf der Homepage des Landratsamtes angeboten werden.

Beispielsweise können im Geoinformationssystem (GIS) zahlreiche Informationen auf einer digitalen Landkarte abgerufen werden. Zudem gibt es ein Online-Bewerberportal, eine Heimplatz- und eine Sperrmüllbörse. Auch können die Abgabeerklärung für Wasserentnahmeentgelt oder der Antrag auf BAföG online eingereicht werden.

Diese und weitere Online-Dienstleistungen sind unter www.main-tauber-kreis.de/online-dienste zu finden.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Tauberbischofsheim
  • Bafög
  • Bürger
  • Forstämter
  • Geoinformationssysteme
  • Landräte
  • Nahverkehr
  • PayPal
  • Schwerbehindertenausweise
  • Sozialdezernentinnen und Sozialdezernenten
  • Öffentliche Behörden
  • Öffentlichkeit
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!