Wittighausen

Ehemaliges Rathaus wird zum Wohnhaus umgebaut

Noch sind verschiedene Gewerke in der zu einer Wohnung umgebauten ehemaligen Sparkassenfiliale in Unterwittighausen. Ab September sollen hier maximal vier Flüchtlinge untergebracht werden.
Noch sind verschiedene Gewerke in der zu einer Wohnung umgebauten ehemaligen Sparkassenfiliale in Unterwittighausen. Ab September sollen hier maximal vier Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Matthias Ernst

Mit einer Eilentscheidung des Bürgermeisters über den Umbau des alten Rathauses in eine Wohnung musste sich der Gemeinderat befassen. Von Seiten des Landratsamtes in Tauberbischofsheim wurde Bürgermeister Markus Wessels Mitte März mitgeteilt, dass seitens der Gemeinde zum 1. Mai Flüchtlinge aufzunehmen sind. Die Gemeinde Wittighausen müsse wie alle anderen Kommunen auch Flüchtlinge unterbringen.

Sofort unterrichtete er seine Gemeinderäte und versuchte alle Möglichkeiten, um Wohnraum zu besorgen. Anzeigen im Amtsblatt und Aufrufe in den sozialen Medien sowie persönliche Fragen an potenzielle Vermieter verliefen im Sande. So blieb ihm nur, ein gemeindliches Gebäude zu nutzen: Es blieb nur der Umbau der alten Sparkassenfiliale im ehemaligen Rathaus zu einer Wohnung, so Wessels.

Eine Küche ist bestellt

Sofort unterrichtete er die Gemeinderatsmitglieder über die Situation. Die aktuelle Lage machte es zwar nicht einfacher, Handwerker und Material zu bekommen, doch dank der Unterstützung des gemeindlichen Bauhofes konnte vieles aufgefangen werden. Mittlerweile sind alle Abbrucharbeiten abgeschlossen und alle Wände eingezogen, die Wasser- und Abwasserinstallation ist abgeschlossen und der Elektriker bemüht sich um rasche Ausführung der Arbeiten. Eine Küche ist bestellt und wird voraussichtlich Ende Mai eingebaut. Das Angebot für die Fußböden (Vinyl, ohne Badezimmer) liegt vor. Es fehlen noch Türen und die Wandgestaltung.

Spenden aus der Bevölkerung

Während man anfangs von einer Kostenschätzung an die 70 000 Euro ausging, zeigt sich nun, dass man weit unter dieser Annahme bleiben wird. Mit ein Grund ist, dass nahezu die komplette Ausstattung mit Möbeln, sowie Kücheneinrichtung über Spenden aus der Bevölkerung organisiert werden konnte. Hierfür ist der Bürgermeister sehr dankbar. Da der Fertigstellungstermin 1. Mai nicht gehalten werden kann, bekam er kürzlich Nachricht vom Landratsamt, dass nun eine Belegung ab dem 1. September mit vier Personen vorgesehen ist.

Einige Gemeinderäte störten sich an der hohen Summe für die Renovierung der ehemaligen Sparkassenfiliale. Doch als Wessels ihnen erläuterte, was alles gemacht werden musste, verstummte die Kritik. Sie blieb aber bestehen in Bezug auf die Informationspolitik. Hier müsse in Zukunft besser kommuniziert werden, was Sache ist. Harald Ebert hätte sich eine frühere Unterrichtung gewünscht und Monika Borst wollte bei frühzeitiger Nennung der Umbaukosten lieber einen Umlaufbeschluss haben. Doch letztlich akzeptierten sie die Maßnahme.

Orientierung am Mietspiegel

"Wir haben nur das Notwendigste gemacht", trat Bürgermeister Wessels Aussagen aus der Bevölkerung entgegen, dass hier eine Luxuswohnung entstanden sei. Selbstverständlich kämen zur Refinanzierung Mieteinnahmen an die Gemeinde, die sich am Mietspiegel ausrichten und Herbert Skazel gab zu bedenken, dass man von der Sparkasse für den Rückbau ihrer alten Filiale eine Summe von 12 000 Euro erhalten hatte. Die könnten auf die Umbausumme angerechnet werden und dann relativieren sich die Ausgaben. Sollten keine Flüchtlinge kommen, würde man die Wohnung auch anderweitig vermieten können, sagte Bürgermeister Markus Wessels auf Nachfrage dieser Redaktion. Man befürchte also keinen Leerstand und damit unnötige Kosten für die Gemeinde.

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