GRÜNSFELD

Eine musikalische Entführung ins Abenteuerland

Serenade
In barocker Tracht bot die Grünsfelder Musikkapelle bei der Serenade am Schlosshof. Passend zu Pavel Josef Vejvanovskýs „Serenade für zwei Trompeten“ präsentierte sich Thomas Weber als barocker Dirigent. Foto: U. Feuerstein

Abenteuer sind in der modernen Welt selten geworden. Die schönsten finden heutzutage im Kopf statt. Ins Abenteuerland der Musik entführte die Musikkapelle bei der Serenade am Schlosshof. Das illuminierte Zehntgebäude diente als stimmungsvolle Kulisse für einen vergnüglichen Sommerabend.

Den ersten Teil der Serenade, bestritt quasi als Vorgruppe die Jugendkapelle. Das Ensemble befindet sich derzeit im Umbruch. Einige Jugendliche haben aufgehört, Nachwuchstalente sind von der Musikschule hinzugestoßen. Jetzt ist es die Aufgabe von Dirigentin Daniela Stoy, wieder eine harmonische und leistungsstarke Formation heranzubilden. Der Neuanfang war jedenfalls vielversprechend. Der Marsch „Touch down“ oder Pop-Hits wie „I will follow him“, „Leningrad“ oder „Happy“ machten deutlich, dass die Mädchen und Buben auf einem guten Weg sind.

Auf eine Expedition begab sich die Seniorenkapelle unter der Leitung von Thomas Weber. Der hatte im Stile eines Indiana Jones so manchen musikalischen Schatz entdeckt. Bei der Serenade vertauschte er allerdings die aus dem Film bekannte Peitsche mit dem Dirigentenstab. Seine Musiker hatte er trotzdem im Griff.

Mit „Adventure“, einer Komposition von Markus Götz, eröffnete die Kapelle den zweiten Teil des Abends. Der Titel war programmatisch zu verstehen. Die Musiker mussten gefahrvolle Situationen bewältigen und ihr ganzes Können unter Beweis stellen, um das Stück zu meistern.

Damit die Spannung nicht zu sehr an den Nerven des Publikums zehrte, hatten die Verantwortlichen einige Slapstick-Einlagen eingebaut. Erwin Kraft alias Diener Johann staffierte Thomas Weber mit immer neuen Kleidungsstücken aus, so dass dieser jeweils stilecht die nächste Komposition dirigieren konnte.

Für das „Instant Concert“ hatten die beiden sogar einen „Notentransformer“ entwickelt. Das Stück von Harold Waters glich nämlich einem abenteuerlichen musikalischen Parforceritt und vereinte 30 Titel in drei Minuten. Scheinbar inkommensurable Kompositionen von Rossini und Tschaikowski, Weihnachtslieder oder Swingmelodien, ergaben ein neues faszinierendes Gesamtkunstwerk.

Abenteuerlich ist auch die Geschichte von Dimitri Schostakowitschs „Jazz-Suite Nr. 2“. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen, tauchte sie erst 1988 wieder auf. Einen Abstecher in das Barockzeitalter stellte Pavel Josef Vejvanovskýs „Serenade für zwei Trompeten“ dar. Kerstin Mohr und Steffen Beetz brillierten dabei als Solisten. Die Liebe und ihre Verwicklungen war auch das Thema von James Lasts Komposition „Games that lovers play“.

Im Wilden Westen waren die Abenteuer eher harten Männern vorbehalten. Sergio Leones Italo-Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ haben ihnen ein filmisches Denkmal gesetzt. Ennio Morricones Filmmusik dazu ist legendär. Mit einem von Johan de Meij arrangierten Medley erinnerte die Musikkapelle an spannende Kinoabende. Das war Konzertmusik im Breitwand-Format.

Am Ende hieß es dann „Guten Abend, gute Nacht“ von Johannes Brahms. So ganz ernst war das aber auch nicht gemeint. Vorgetragen als Swing-Mix und mit Schlafmützen auf dem Kopf sorgten die Musiker für einen humoristisch-ironischen Schlusspunkt.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Grünsfeld
  • Indiana Jones
  • Johannes Brahms
  • Musikkapellen
  • Serenaden
  • Sergio Leone
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!