GROßRINDERFELD

Es gibt wieder Milane und Schleiereulen

Langjährige Mitglieder wurden beim Naturschutzbund Großrinderfeld geehrt (von links): Siegfried Schultheiß, Michael Thoma, Roland Knorsch, Dieter Körner, Klaus Kleinhans, Eberhard Schäfer, Ewald Hofmann, Helmut Lang, Rainer Stoppel, Helmut Opitz, Frank Mützel (Vorsitzender) und Meinhard Spang. Foto: NABU

Der Vorsitzende der NABU-Gruppe (Naturschutzbund) Großrinderfeld Frank Mützel entschuldigte in der Jahreshauptversammlung Bürgermeisterin Schmitt. Er informierte die 26 Vereinsmitglieder darüber, dass Schmitt mit der NABU-Gruppe demnächst Gespräche führen werde auch wegen der Linden in der Paimarer Straße. In einer Schweigeminute gedachten die Mitglieder des verstorbenen Gründungsmitglieds Eugen Steinbach, heißt es in einer Mitteilung.

In seinen Ausführungen ging Mützel auf bedrohliche Meldungen über Klimaerwärmung und Insektensterben ein, gegen die nur die Politik angehen kann. Er hofft auf den starken Verband des NABU mit seinen vielen Mitgliedern, der vielleicht auf der politischen Ebene gegen diese unerfreulichen Erscheinungen etwas bewirken könne. Positiv sei zu vermerken, dass eine Zunahme des Wanderfalken- und des Uhuvorkommens gebe. Aber leider müsse man den Rückgang der sogenannten „Allerweltsvögel“ wie Haus- und Feldsperling, Kohl- und Blaumeise bemerken.

Jeder, der mit offenen Augen durch die Natur gehe, könne feststellen, dass es für Käfer und Vögel immer schwerer werde in einer Einheitsflur Nahrung zu finden. Wegränder würden totgespritzt, abgemulcht oder umgepflügt. Die NABU-Mitglieder versuchen schon seit Jahren die Landwirte zu überzeugen, dieses Vorgehen zu unterlassen – bisher leider ohne Erfolg. Das Problem mit den Wegrändern werde die NABU-Gruppe noch lange begleiten.

Intensive Obstbaumpflege

Als erfreulich zu berichteten sei das Vorkommen von Brutpaaren des Roten Milanes und einer Schleiereulenbrut. Auch wurden wieder Rebhühner in größerer Zahl im Gemeindegebiet beobachtet. Durch den Tod des NABU-Gründungsmitgliedes Eugen Steinbach und seiner Ehefrau Agnes in diesem Jahr muss sich die NABU-Gruppe nach einer anderen Unterkunft für ihre Fahrzeuge, Motorgeräte und Werkzeuge umsehen. Leider zeichnet sich bis jetzt noch keine Lösung ab.

Früher war die Obstbaumpflege die Kür der Aktivitäten. Jeder hat soviel Bäume geschnitten wie er konnte. Heute aber müssen die angemeldeten 600 Obstbäume zweimal im Zeitraum von zwei Jahren geschnitten werden. Deshalb kommen die Aktiven schon manchmal in Terminnot. Da der derzeitige Altersdurchschnitt der aktiven Mitglieder 58 Jahre beträgt, sieht es der Vorsitzende als eine große Aufgabe an, für diese wichtige Tätigkeit junge Leute nicht nur aus den eigenen Reihen zu interessieren. Denn die Pflege der zwölf eigenen Grundstücke und fast fünf Hektar Land, das im Landschaftspflegeprogramm angemeldet ist, stellen eine große Herausforderung dar für die Mitglieder aber auch für die Technik, die es zu pflegen und zu unterhalten gilt.

Beim Blick in die Zukunft sagte Mützel, Ziele sind im nächsten Jahr die Aktivengewinnung für die anstehenden wichtigen Aufgaben im Naturschutz und die Jugendarbeit. Er richtete seinen Appell an die Bevölkerung bei den Aktivitäten der NABU mitzuhelfen. Zum Schluss dankte er den aktiven und passiven Mitgliedern für die geleistete Arbeit im vergangenem Jahr und die Unterstützung des Vorstandes.

Der Schriftführer Meinhard Spang berichtete über die Aktivitäten und Veranstaltungen des vergangenen Jahres und zeigte sich erfreut über den aktuellen Mitgliederstand von 164 Personen.

Dem Kassenwart Erberhard Schäfer bescheinigte Prüfer Til Hofmann eine einwandfreie Kassenführung. Daneben erwähnte er, dass Schäfer neben der Kasse auch für die Anträge und Anmeldungen bei den Behörden verantwortlich ist und dies sehr gewissenhaft ausführt. Die Entlastung des Vorstandes war nur noch Formsache.

Mitglieder geehrt

Mützel ehrte langjährige Mitglieder. Zehn Jahre: Familie Helmut Baumann, Anette Böhmer, Diana Booth, Irmgard Dürr, Familie Walter Haub, Klaus Kleinhans, Petra und Gerd Leuchtweis, Familie Ralf Stolzenberger, Ruth Stößer, Monika Walther; 20 Jahre: Michael Thoma, Elke Mützel; 30 Jahre: Helmut Opitz (Grünsfeld), Dieter Körner, Oswald Stolzenberger, Helmut Lang, Meinhard Spang, Roland Knorsch, Eberhard Schäfer, Ewald Hofmann; 40 Jahre: Wolfgang Spang (Grünsfeld), Leo Spinner, Hubert Schlusche, Rainer Stoppel und Siegfried Schultheiß.

Beim Tagesordnungspunkt Wünsche wurde die Frage gestellt, wann die Wanderwege am besten gemäht werden sollen. Walter Lutz wünschte sich eine weitere Zusammenarbeit mit der Schule und der Kommune.

Beim Thema Mitgliedergewinnung und Jugendarbeit gab es den Vorschlag, dass mögliche Kandidaten gezielt angesprochen werden müssen. Auch seien Aktionen denkbar, bei denen Väter und Mütter zusammen mit ihren Söhnen und Töchtern die Arbeit der NABU-Gruppe aktiv unterstützten.

Ortsvorstehen Walter Lutz bedankte sich für die Einladung zur Jahreshauptversammlung und überbrachte die Grüße der Ortschaft Großrinderfeld. Er hob die Bedeutung der Vereine für die Gemeinschaft hervor, die deshalb gefördert werden müssten. Er dankte den aktiven Naturschützern für ihr ehrenamtliches Engagement und bat die Mitglieder sich auch weiter einzumischen, wenn es um Themen des Umwelt- und Naturschutzes geht. Lutz bedauerte, dass keine jüngeren Mitglieder bei den Aktivitäten mithelfen, denn ohne Jugend hat ein Verein keine Zukunft.

Schlagworte

  • Großrinderfeld
  • Andreas Knappe
  • Helmut Lang
  • Insektensterben
  • Linden
  • Schleiereulen
  • Steinbach
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!