Tauberbischofsheim

Film über die Freudenberger Firma Rauch im Kreisarchiv

Freudenberg um 1950, links unten ist das Gelände der Firma Rauch zu sehen.
Freudenberg um 1950, links unten ist das Gelände der Firma Rauch zu sehen. Foto: Archivverbund Main-Tauber

Amtliches Schriftgut, entstanden durch Verwaltungsvorgänge, bildet den Schwerpunkt der kommunalen Überlieferung. Was darin oft fehlt und vermisst wird, ist der Blickwinkel der Bürger. Diese Lücke versuchen Archive über eine ergänzende Überlieferungsbildung durch aktives Sammeln von aussagekräftigen Dokumenten zumindest ansatzweise zu schließen.

Dabei werden Materialien unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Herkunft eingeworben, die das Alltagsleben abbilden. Eine solche Quelle hat das Kreisarchiv im Main-Tauber-Kreis, das auch das Archiv der Stadt Freudenberg am Main verwahrt und betreut, erhalten:

Es ist ein Dokumentarfilm über die traditionsreiche Möbelfirma Rauch. Das teilt das Landesarchiv Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung mit.

Größter Arbeitgeber der Stadt

Wendelin Rauch gründete 1897 eine Schreinerei und Kleinmöbelfirma, die sich zum größten Arbeitgeber der Stadt mit rund 1600 Beschäftigten an vier Standorten entwickelte. Generationen von Arbeitern fanden darin ihr Auskommen bei einer gesundheitszuträglicheren Beschäftigung als in der Anfang des 20. Jahrhunderts dominierenden Sandsteinindustrie.

Das soziale und kulturelle Engagement der Nachfahren des Firmengründers kommt in einem vom Caritasverband betreuten Alten- und Pflegeheim, dem Otto-Rauch-Stift, einem öffentlich zugänglichen Firmenzoo sowie einem Museum auf dem Firmengelände zum Ausdruck.

Der aus Freudenberg stammende Pädagoge Detlef Zeiler, dessen Vater bei Rauch gearbeitet hatte, erstellte 2016 und 2017 einen Dokumentarfilm, der Innenansichten des Betriebs aus Sicht der Mitarbeiter und der Eigentümerfamilie bietet.

Knapp einstündigen Film gedreht

Bereits in seiner aktiven Zeit als Lehrer an einem Heidelberger Gymnasium hatte Zeiler mit Schülern heimatkundliche Filme und Videos gedreht und diese Arbeit auch in einem Buchprojekt dokumentiert. Im Ruhestand fand er die Zeit, im Kontakt mit den Eigentümern und langjährigen Mitarbeitern der Firma Rauch zahlreiche Interviews zu führen und mit ergänzendem Bildmaterial den Industriebetrieb in einem knapp einstündigen Film zu porträtieren.

Die Filmdatei stellte Detlef Zeiler 2019 dem Kreisarchiv zur Verfügung, wo sie nun im Bestand Audiovisuelle Medien zu finden ist. Der Film ist zugleich auf der Plattform Youtube eingestellt. In einer Begleitbroschüre können die Interviews ebenso nachgelesen werden.

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