Unterwittighausen

Fotograf Roland Günter weckt in Wittighausen die Lust auf Natur

Naturfotograf Roland Günter berichtet von seiner Arbeit.
Naturfotograf Roland Günter berichtet von seiner Arbeit. Foto: Matthias Ernst

Roland Günter ist Naturfotograf. Er hat seine Liebe zum Beruf gemacht und bietet Kurse und Vorträge an. Günter stammt aus der Nordeifel, lebt aber mittlerweile in Estenfeld bei Würzburg. Er hielt in Unterwittighausen den Multivisionsvortrag "Wunderwelt Wiese". Im der Gemeinde hatte er bereits mehrere Makrofoto-Workshops angeboten, beispielsweise im Insinger Ried oder in den Landschaftsschutzgebieten im Wittigbachtal.

Fotograf, Autor und Herausgeber in einer Person

Schwerpunkte seiner Arbeit sind Themen der biologischen Vielfalt sowie die heimischen Pflanzen und Tiere nebst deren Lebensräumen. Zu diesen Themen hat Günter auch Bücher und Bildbände verfasst. Zusätzlich ist er Herausgeber einer Zeitschrift, die sich der Makrofotografie widmet.

Wiesen seien oft bunt und für viele Menschen ein Inbegriff des Sommers, begann Günter seinen Vortrag im Turnsaal der Kindertagesstätte vor rund 100 Zuhörern. Aber nicht nur Menschen liebten die Blumenwiesen. Sie gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der heimischen Landschaft, da in ihnen viele verschiedene Pflanzenarten wachsen.

Auf ihnen würden weitaus mehr Tierarten leben, als auf den ersten Blick erkennbar scheint. Durch seine Bilder, die teilweise durch wochenlange Beobachtung und präziser Fotografie entstehen, gibt Günter den Wiesen und ihren Tieren geradezu eine Persönlichkeit. Mit seinen Fotos, die teilweise mit von Kai Arend komponierter Musik unterlegt wurden, und mit seinen Berichten verdeutlichte er, wie die biologische Vielfalt in Blumenwiesen funktioniert.

Typisch für bunte Blumenwiesen ist ihre Vielfalt

Im Mittelpunkt seines Vortrags standen vor allem magere, nährstoffarme Flachland-Mähwiesen, die nur ein bis höchstens zweimal im Jahr gemäht oder wenig beweidet werden. Mit charakteristischen Merkmalen und Pflanzen dienen sie als Lebensraum für Insekten. Typisch für "bunte Blumenwiesen" sei, dass nicht einzelne Pflanzen wie Gräser oder der Löwenzahn überwiegen, die die Nährstoffe gut nutzen, sondern eine Vielfalt spezifischer Blütenpflanzen.

Zu den häufigen Pflanzenarten dieser nährstoffarmen Wiesen gehören unter anderem Magerrasen-Margeriten. Charakteristische Tiere seien zum Beispiel Wildbienen oder Heuschrecken. "Honigbienen sind eine Kulturart, dagegen gibt es über 550 Arten von Wildbienen", sagte Günter.

"Biodiversität ist nicht nur die bunte Vielfalt, die wir sehen, sondern eine Verzahnung und Kette vieler Faktoren, die wir nur bei ganz genauer Beobachtung erkennen können", so Günter. "Nicht nur Insekten, auch Säugetiere wie Rehe und Hasen oder Vögel wie zum Beispiel Kiebitze und zahlreiche Reptilien brauchen Vielfalt in ihren Lebensräumen", argumentierte er.

Blumenwiesen sind in der Region selten zu finden

Doch diese extensiv genutzten Blumenwiesen seien heute nur noch selten in der Region zu finden. "Vergessen Sie nicht das Prinzip, das hinter Biodiversität steckt. Denn es lässt sich auf alle Details übertragen. Mit diesem Wissen gehen wir mit ganz anderen Augen durch eine Wiese", sagte Günter zum Ende seines über 90-minütigen Vortrags.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Bürgermeister Marcus Wessels, der Roland Günter durch seine vorherige Arbeit bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Würzburg kennt, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Nabu-Ortsgruppe.

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