Grünsfeld

Gedenkfeier zum Volkstrauertag

Bürgermeister Joachim Markert (rechts) und Ortsvorsteher Alexander Schiefermeyer legten am Ehrenmal einen Kranz nieder. Foto: Ulrich Feuerstein

Tod und Terror sind alltäglich geworden. Daran und an die Toten der beiden Weltkriege erinnerte die Kommune am Volkstrauertag. Nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche zur heiligen Dreifaltigkeit traf man sich am Friedhof, um am Ehrenmal einen Kranz niederzulegen.

Frieden nicht überall Normalität

„Seit 1945 leben wir in Deutschland in Frieden, Freiheit und Wohlstand“, betonte Joachim Markert. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass dieser Zustand nicht überall Normalität ist. Aktuell werde in über 300 kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit gekämpft und gestorben.

Ob die Menschen sich des Glücks, in einem der stabilsten und sichersten Länder der Welt zu leben, bewusst sind, fragte Markert. Der Wert der Solidargemeinschaft werde immer öfter zugunsten von Eigeninteressen demontiert. Unzufriedenheit und Populismus gefährden seiner Meinung nach die Stabilität und das Fundament des Friedens.

Um ihn zu erhalten, sei der Einsatz aller vonnöten, versicherte Markert. „Nur wenn wir aus den Fehlern unserer Geschichte lernen, werden wir sie heute und morgen nicht wiederholen.“

Tag der Versöhnung

„Der Volkstrauertag steht für Erinnerung und den offenen Umgang mit der Vergangenheit“, erklärte Reiner Schenk. Der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes wollte den Volkstrauertag als einen Tag der Versöhnung verstanden wissen, ohne dabei die Toten zu vergessen und die Verantwortung zu leugnen. Der von Deutschland entfesselte Krieg habe nicht nur unermessliches Leid über viele Völker gebracht, sondern auch in unzähligen Überlebenden tote Seelen hinterlassen.

Aus dem Volkstrauertag erwächst nach Schenks Auffassung die Pflicht, den Frieden zu sichern. „Frieden braucht Mut“, befand Schenk. Der lohne sich aber, denn er schaffe die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben.

Andenken in Ehren halten

Ortsvorsteher Alexander Schiefermeyer erinnerte an die 29 Männer, die die Gemeinde Kützbrunn in den zwei Weltkriegen verloren hat. Ihren Tod wollte er als Mahnung verstanden wissen, ihr Andenken in Ehren zu halten. Den Nachgeborenen schrieb er ins Stammbuch, Frieden zu üben im Gespräch wie im Umgang miteinander.

Worte der Fürbitte und des Gebetes sprach Pater Josef. Er erinnerte an den Trost und die Zuversicht, die dem Glauben entspringe, und verwies auf Gott, der ein Gott des Friedens und der Verständigung sei. Im Anschluss spendete er den kirchlichen Segen. Die Musikkapelle Kützbrunn gestaltete die Gedenkfeier mit verschiedenen Beiträgen. 

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