Wittighausen

Gemeinderat stimmt für Umbau des Bahnhofs in Wittighausen

Der Bahnhof Wittighausen ist über 150 Jahre alt. Der Gemeinderat stimmte einer Modernisierung zu und beschloss den Finanzierungsvertrag (Archivbild). Foto: Matthias Ernst

Der Bahnhaltepunkt in Wittighausen sowie die Haltepunkte in Grünsfeld und in Gerlachsheim sind die einzigen Stationen im nördlichen Baden-Württemberg, die ins Bahnhofsmodernisierungsprogramm aufgenommen wurden. Das bedeutet, dass diese Haltepunkte bis Ende 2026 modernisiert und wieder in Betrieb genommen werden sollen.

Für die Gemeinde Wittighausen sei das eine gute Nachricht, obwohl damit erhebliche finanzielle Belastungen einhergehen würden, sagte Bürgermeister Marcus Wessels bei der vergangenen Sitzung des Gemeinderats: Denn es stehe außer Frage, dass dies mehr als überfällig sei. Für den gesamten Umbau und die Planungen sind derzeit 3,5 Millionen Euro veranschlagt.

Anders als in einigen anderen Bundesländern, darunter in Bayern, ist es in Baden-Württemberg für den Umbau eines Haltepunktes Voraussetzung, dass die Kommune einen Eigenanteil leistet. 35 Prozent zahlt das Land, 45 Prozent die Deutsche Bahn und 20 Prozent die Kommune, wobei jeweils zehn Prozent auf Landkreis und Gemeinde entfallen.

Das bedeutet, dass nach derzeitigem Stand auf die Gemeinde Wittighausen bis 2026 insgesamt Kosten über 350 000 Euro netto zukommen könnten. Jedoch ist diese Summe gedeckelt und eine Erhöhung des Anteils auch dann nicht zu erwarten, wenn die Kosten für die Erneuerung des Haltepunktes die kalkulierten 3,5 Millionen Euro überschreiten.

"Dennoch ist die Summe für unsere Gemeinde eine erhebliche Belastung", sagte Wessels, weshalb der Bürgermeister um die Anwendung einer Härtefallregelung bat. Dadurch soll ein fester Betrag pro Einwohner nicht überschritten werden. Wie hoch dieser ist, wird noch verhandelt. Fest steht, dass der Eigenanteil von 350 000 Euro wohl geringer ausfallen wird.

Ein Finanzierungsvertrag ist der erste Schritt zur Modernisierung des Haltepunktes und umfasst die Leistungsphasen eins und zwei laut Honorarordnung für Architekten und Ingenieure: Grundlagenermittlung und Vorplanung.

Die erste Version des Vertrags wurde mit dem Landratsamt und der Deutschen Bahn nachverhandelt. Nach Abschluss dieser beiden Leistungsphasen werden der Gemeinde das Planheft vorgelegt und dann die nächsten Schritte in die Wege geleitet.

Lauda-Königshofen habe für Gerlachsheim bereits der alten Version des Vertrags zugestimmt, Grünsfeld werde der neuen Variante zustimmen, informierte Wessels. Insgesamt seien 800 000 Euro Planungskosten pro Haltepunkt vorgesehen. Im Vertrag verpflichten sich die Kommunen zur Zahlung von 50 000 Euro, wobei Landkreis und Gemeinde jeweils die Hälfte tragen.

Ein entsprechender Kreistagsbeschluss wurde bereits gefasst. Die von der Gemeinde Wittighausen zu zahlenden 25 000 Euro wurden bereits in den Haushalt eingestellt und als Teil des genannten Eigenanteils der Kommune zu sehen.

Obwohl die Härtefallregelung noch nicht abgeschlossen ist, sollte die Finanzierungsvereinbarung aber unterzeichnet werden, dass die Planungen beginnen können. Dieser Argumentation folgte auch der Gemeinderat einstimmig.

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