POPPENHAUSEN

Geplanter Steinbruch stößt auf

Trotz Schnee und Eis machten sich die Bürger aus Wittighausen ein Bild von der geplanten Steinabbaufläche in unmittelbarer Sichtweite ihres Ortes zwischen den beiden Stromleitungsmasten im Hintergrund.
Trotz Schnee und Eis machten sich die Bürger aus Wittighausen ein Bild von der geplanten Steinabbaufläche in unmittelbarer Sichtweite ihres Ortes zwischen den beiden Stromleitungsmasten im Hintergrund. Foto: Matthias Ernst

Die Bürgerinitiative „Kein Steinbruch im Zollstock“ (BI) hatte zum Nachmittagskaffee ins Dorfgemeinschaftshaus Poppenhausen geladen. Wie berichtet, will eine Gaubüttelbrunner Firma in Sicht- und Hörweite des Dorfes Poppenhausen in der Lage Zollstock auf einer Fläche von rund zehn Hektar einen Steinbruch einrichten. Der Abbau wird viele Jahre betrieben werden und die Bürger bangen um ihre Lebensqualität. Der Wittighäuser Gemeinderat hatte mehrheitlich sein Einvernehmen mit dem Vorhaben erklärt, wenn auch mit Bedenken, die dem Landratsamt gegenüber schriftlich mitgeteilt wurden. Das Landratsamt ist letztlich Genehmigungsbehörde für das Vorhaben, welches die Landschaft und die Umgebung maßgeblich verändern wird, wie es mehrere Mitglieder der BI befürchten.

Bei Kaffee und Kuchen wurden die Möglichkeiten der Einflussnahme für die einzelnen Bürger dargelegt und ausführlich besprochen. Man fühlt sich ohnmächtig und den Staatsgewalten ausgeliefert, will aber weiter für seinen Ort und das Wohlfühlgefühl kämpfen. Poppenhausen ist aktuell dabei, sich von einem landwirtschaftlich geprägten Ort in eine Naherholungszone zu entwickeln. Es gibt Ferienwohnungen, Wanderwege, Erlebnisurlaub und ganz viel Natur und Ruhe. Dieses zarte Pflänzchen jetzt mit einem Steinbruch zu zerstören, will vielen Poppenhäusern nicht in den Kopf. Sie sind bestürzt über das Vorhaben und fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz. Neben dem reinen Steinabbau sind es vor allem die Belastung mit dem Transportverkehr durch die Lkw, die Bedenken auslösen. Die geplanten Fahrwege entsprechen in keinster Weise den gesetzlichen Vorgaben, ist sich die Bürgerinitiative sicher. Allein deshalb ist der geplante Steinbruch schon abzulehnen. Außerdem liegt das Abbaugebiet in unmittelbarer Nähe zum Naherholungsgebiet Wald. Am Waldrand, der nur 20 Meter neben der geplanten Grube beginnt, ist eine häufig genutzte Schutzhütte und ein ausgeprägtes Waldwanderwegenetz. Natürlich verstehe man die wirtschaftlichen Interessen des Steinbruchunternehmens, aber an dieser Stelle sei der Steinabbau definitiv ungeeignet.

Rings um den Ort sind in den letzten Jahren mehrere Steinbrüche entstanden oder ausgebaut worden. Doch die sind alle nicht sicht- und hörbar für die Einwohner von Poppenhausen. Sehr bedauerlich fanden die Mitglieder der BI, dass bis auf Bürgermeister Marcus Wessels kein Gemeinderat zur Informationsveranstaltung gekommen war. Gerne hätte man sich ausgetauscht, seine Argumente dargelegt und nach den Beweggründen für die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens gefragt. Aber die Volksvertreter blieben der Veranstaltung einfach fern.

Gemeinsam planten die Mitglieder der BI weitere Schritte, wenn sie nähere Informationen aus dem Landratsamt erhalten, wie es mit dem Abbau von fränkischem Muschelkalk in Poppenhausen weiter geht und welche Möglichkeiten noch bleiben die Maßnahme zu verhindern.

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