Großrinderfeld

Großrinderfelder Gemeinderat hält seine Sitzung in der Turnhalle ab

Ungewohnt war die Sitzordnung in der Turnhalle in Gerchsheim. Der Abstand zwischen den Räten betrug jeweils zwei Meter, so dass fast die ganze Halle mit ihnen gefüllt war.
Ungewohnt war die Sitzordnung in der Turnhalle in Gerchsheim. Der Abstand zwischen den Räten betrug jeweils zwei Meter, so dass fast die ganze Halle mit ihnen gefüllt war. Foto: Matthias Ernst

Es war schon eine besondere Sitzung in der Turnhalle in Gerchsheim. Der Großrinderfelder Gemeinderat kam turnusmäßig zu seiner Sitzung nach Gerchsheim, aber anders als sonst traf man sich nicht im Nebenzimmer, sondern in der Turnhalle selbst.

Grund waren die Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus. So füllten die 16 Gemeinderäte mit einem Abstand von jeweils zwei Metern zueinander die ganze Halle und boten dem Zuschauer somit ein groteskes Bild.

Sitzung im ungewöhnlichen Rahmen

Bürgermeister Johannes Leibold fasste die Situation zusammen: "Wir tagen in einem etwas ungewohnten Rahmen." Wegen wichtiger Entscheidungen sei die Sitzung aber notwendig geworden. Auch die Abstimmungsmöglichkeiten waren aber anders als sonst. Die dreifarbigen Karten in grün, rot und gelb, die das Abstimmungsverhalten anzeigen, waren diesmal "aus hygienischen Gründen" unter Verschluss geblieben.

Gleich zwei Tiefbauprojekte musste der Rat beschließen. Zum einen ging es um die Erschließung des Baugebiets "Knauer II" in Gerchsheim. Arbeiten an Straßen, Kanalisation und Wasserversorgung wurden an die Firma Konrad Bau aus Lauda-Königshofen für 1,1 Millionen Euro vergeben. 

Die Firma hatte von fünf Angeboten das wirtschaftlichste abgegeben. Sie werde in Kürze mit dem Bau beginnen und noch im Oktober fertig sein, informierte Leibold. Dies hätten Gespräche zwischen Verwaltung und Baufirma erbracht.

Kein so schnelles Bauende erwartet

Walter Lutz wollte wissen, warum im Haushalt nur 500 000 Euro für diese Maßnahme vorgesehen seien, wenn die Kosten doch mehr als das Doppelte betragen würden. Kämmerer Werner Horn antwortete, dass diese Maßnahme im Haushalt auf zwei Jahre aufgeteilt worden sei, da nicht davon auszugehen war, dass sie in diesem Jahr fertig werde.

Ein einstimmiger Beschluss wurde zum Ausbau der Kleinrinderfelder Straße und des Lilacher Weges im Ortsteil Schönfeld gefasst. Es handelte sich ebenfalls um Arbeiten an Straßen, Kanalisation und Wasserversorgung. Sie wurden in zwei Losen ausgeschrieben und in beiden Fällen war die Firma Boller Bau aus Tauberbischofsheim der wirtschaftlichste Anbieter.

Sie setzte sich mit Angeboten von 2,3 Millionen Euro für die Kleinrinderfelder Straße und rund 222 000 Euro für den Lilacher Weg gegen drei und vier Mitbewerber durch.

Verwaltung bekommt neue Computer

Zudem stimmte der Gemeinderat zu, neue Computer für die Gemeindeverwaltung anzuschaffen. Die bisher genutzen Geräte seien mittlerweile acht Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. Die Firma MR-Datentechnik aus Würzburg erhielt den Zuschlag über rund 25 000 Euro. Darin enthalten sind auch die Installationskosten.

Peter Weingärtner regte an, die vorgesehenen 24-Zoll- durch 27-Zoll-Bildschirme zu ersetzen, da man mit geringen Mehrkosten so ein Plus an Ergonomie für die Mitarbeiter erhalte. Horn wollte beim Anbieter nachfragen, wie sich eine solche Umstellung auf die größeren Bildschirme kostenmäßig auswirken würde. Außerdem beschoss der Rat einen IT-Servicevertrag über 564 Euro im Monat mit der Firma MR-Datentechnik abzuschließen.

Die kleine Straße zwischen Hauptstraße und Drosselstraße wurde im Volksmund schon immer "Beilbergweg" genannt. Offiziell wurde es erst jetzt, nachdem der Gemeinderat einstimmig dieseM Namen zustimmte.

Keine Genehmigung für Schwarzbauten mehr

Beschlossen wurde auch der Einbau einer Funkanlage im Feuerwehrgerätehaus in Großrinderfeld. Der wirtschaftlichste Anbieter war die Firma Leicht Funktechnik aus Eisingen zu einem Angebotspreis von rund 80 500 Euro. Die Kosten seien etwas höher ausgefallen, sagte Leibold, weil der Funktisch um einen halben Meter größer gebaut werde.

Der neue Bürgermeister wird in Zukunft ein Gehalt nach der Besoldungsgruppe A 15 erhalten, beschloss der Gemeinderat und hielt sich an der unteren Grenze des Zulässigen. Das Gremium folgte damit der Empfehlung von Stellvertreter Sven Schultheiß.

Eine kontroverse Diskussion gab über ein Gartenhaus in Schönfeld. Die nachträgliche Genehmigung für das bereits vor 15 Jahren errichtete Gebäude wurde bereits im Ortschaftsrat negativ beschieden. Auch der Gemeinderat werde in Zukunft keine nachträglichen Genehmigungen mehr aussprechen, war die überwiegende Meinung der Räte. So wurde der Antrag mit sieben Ja- und sieben Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen abgelehnt.

Sollte das Landratsamt die Entscheidung des Gemeinderates ersetzen, müsse man das akzeptieren. Aber die Gemeinderäte wollen ihrer Linie in Zukunft treu bleiben, da in der Vergangenheit zu viele "Schwarzbauten" nachträglich genehmigt wurden.

Fragen der Bürger wurden mit dem Mikrofon an das Gremium gestellt. Dabei achtete Bürgermeister Johannes Leibold (rechts) auf den nötigen Abstand.
Fragen der Bürger wurden mit dem Mikrofon an das Gremium gestellt. Dabei achtete Bürgermeister Johannes Leibold (rechts) auf den nötigen Abstand. Foto: Matthias Ernst
Die Erneuerung der Kleinrinderfelder Straße und des Lilacher Weges hat der Großrinderfelder Gemeinderat beschlossen. Der Baubeginn steht allerdings noch nicht fest.
Die Erneuerung der Kleinrinderfelder Straße und des Lilacher Weges hat der Großrinderfelder Gemeinderat beschlossen. Der Baubeginn steht allerdings noch nicht fest. Foto: Matthias Ernst

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