BAD MERGENTHEIM

Hilfe bei verstopften Arterien

Kein großer Eingriff mehr: Für die Behandlung von Durchblutungsstörungen gibt es neue interventionelle Verfahren, die beim Patiententag im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim vorgestellt werden. Foto: Caritas

Durchblutungsstörungen der Gefäße sind eine Begleiterscheinung des Älterwerdens und betreffen viele Menschen. Besonders gefährdet sind aktive und frühere Raucher, Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck aber auch Diabetiker. Falsche Ernährung und wenig Bewegung können das Krankheitsrisiko weiter erhöhen.„Die Folgen können lebensbedrohlich sein“, warnt Dr. Jochen Selbach, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 im Caritas-Krankenhaus. Bei einem Patiententag mit dem Thema „Hilfe bei Durchblutungsstörungen“ am kommenden Samstag von 10 bis 13 Uhr stellen Ärzte vor, welche Probleme Bauchschlagader, Zuckerkrankheit und Venenleiden bereiten können.

Keine spezifischen Schmerzen

Hier sind eine gute Diagnosestellung, die angemessene Therapie und die Beratung durch die entsprechenden Spezialisten nötig. Im gemeinsamen Gefäßzentrum von Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim und Krankenhaus Tauberbischofsheim arbeiten Ärzte aus unterschiedlichen Fachdisziplinen eng zusammen, um den Patienten eine individuelle Behandlung bei Gefäßerkrankungen anbieten zu können. Albert Einstein, Thomas Mann und Charles de Gaulle – sie alle sind an einer geplatzten Bauchschlagader-Erweiterung (Aneurysma) gestorben. „Das Gefährliche an dieser Erkrankung ist, dass sie vom Patienten meist nicht rechtzeitig bemerkt wird, da keine spezifischen Schmerzen auftreten“, betont Professor Peter Baier, Gefäßchirurg im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim. „Durch eine einfache schmerzfreie Ultraschalluntersuchung lässt sich ein Aneurysma heute allerdings frühzeitig erkennen und gegebenenfalls behandeln“, so der Chefarzt für Allgemein-, Viszeral und Gefäßchirurgie. Die meisten Aneurysmen werden durch eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) hervorgerufen. „ Etwa fünf Prozent der Männer über 65 Jahre haben eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader, die überwacht werden sollte“, erläutert Baier. Beim Patiententag informiert er über die wichtigsten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten und demonstriert auch die Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader.

Durchblutungsstörungen sind auch eine Hauptursache für den sogenannten „Diabetischen Fuß“. „Bei Patienten mit der Zuckerkrankheit (Diabetes) ist durch den Insulinmangel der Stoffwechsel gestört und der Körper kann nicht optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden“, erläutert Dr. Karl Zink von der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim. „Hierdurch werden Blutgefäße und Nerven in den Beinen und Füßen geschädigt. Häufig treten Verengungen der Blutgefäße und damit Durchblutungsstörungen der Beine und Füße auf.“ Im Ernstfall drohe das Absterben des Gewebes bis zur Amputation des Fußes oder sogar des Beines. Beim Patiententag wird Dr. Zink die verschiedenen Therapiemöglichkeiten vorstellen und Fragen der Besucher beantworten.

Hilfe ohne Operation

Gerade Diabetiker profitieren zunehmend von neuen minimal-invasiven Therapieverfahren, die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden. Dabei können ohne Operation nur mithilfe feiner Katheter die Gefäße in Armen und Beinen dargestellt und Engstellen sowie Verschlüsse im selben Eingriff wieder geweitet und geöffnet werden. Dieses Verfahren stellt der Chefarzt und Radiologe Privatdozent Dr. Ulrich Baum vor.

Des weiteren referiert Dr. Hans-Jürgen Dreher zum Thema Krampfadern und berät über Operationsmethoden.

Das Programm beim Patiententag

Vorträge und Beratungen durch die Ärzte stehen beim Patiententag am Samstag, 5. April, im Vordergrund.

„Operation der Bauchschlagader“ heißt der Vortrag um 10 Uhr von Prof. Dr. Peter Baier.

„Moderne Bildgebung oder die Reise in den Körper“ ist das Thema um 10.30 Uhr von PD Dr. Ulrich Baum)

In der aktiven Pause von 11-12 Uhr gibt es Ultraschall der Bauchschlagader, Blutdruckmessung, Fußdruckmessung, Ausstellung Sanitätshäuser, Bewegungsübungen und Ärzte stehen für Fragen zur Verfügung. „Der diabetische Fuß“ steht um 12 Uhr bei Dr. Karl Zink im Vordergrund, bevor es um 12.30 Uhr mit „Venenleiden“ weitergeht.

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