MAIN-TAUBER-KREIS

Hilfe im Umgang mit dem Baby

Hilft gerne: Christine Göhring vom Diakonischen Werk ist Hebamme mit Zusatzausbildung.
Hilft gerne: Christine Göhring vom Diakonischen Werk ist Hebamme mit Zusatzausbildung. Foto: Caritasverband

„Jede Familie hat ihre eigenen Fragen zur Entwicklung, Ernährung und Pflege des Babys.“ So erklärt Christine Göhring die Grundzüge ihrer Arbeit. Sie ist laut Mitteilung des Caritasverbands eine von zwei Familienhebammen, die seit genau einem Jahr im Main-Tauber-Kreis im Einsatz sind.

Aber was ist eine Familienhebamme eigentlich? Und was ist ihre Aufgabe? Ein Beispiel mag das illustrieren: Frau Schmidt (Name geändert) lebt mit Mann und Kind in einer Wohnung im Main-Tauber-Kreis. Das erste Kind kam schon in der 30. Woche auf die Welt und hatte einen hohen Pflegebedarf. Die Belastung war für die junge Mutter damals sehr groß. Nun ist Frau Schmidt wieder schwanger und hat Angst vor einer erneuten Frühgeburt. Deswegen sucht sie eine Schwangerschaftsberatung auf. Diese vermittelt ihr eine Familienhebamme. Mit deren Hilfe kann sie ihre Ängste abbauen und ist wieder in der Lage, ihren Alltag zu meistern. Eine Hebamme übernimmt die Vor- und Nachsorge. Als das Baby in der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, ist Frau Schmidt wesentlich entspannter als beim ersten Kind. Nachdem die Hebamme die Nachsorge beendet hat, kommt die Familienhebamme erneut zum Einsatz, um die Situation weiter zu stabilisieren. Die Besuche und die fachlichen Anregungen der Familienhebamme tun der zweifachen Mutter gut. Die Familienhebamme besucht die Schmidts in immer größeren Abständen, bis der Einsatz dann abgeschlossen werden kann. Das Fazit von Frau Schmidt : „Die Versorgung unseres Babys fällt uns nun viel leichter!“

Bilanz nach dem ersten Jahr

Im Main-Tauber-Kreis verrichten seit genau einem Jahr zwei Fachfrauen diesen Dienst, so die Mitteilung des Caritasverbands. Das Jugendamt hat sich für die Wohlfahrtsverbände als Träger entschieden. Die Familienhebammen sind bei den Schwangerschaftsberatungen des Diakonischen Werks beziehungsweise der Caritasverbände angedockt. Christine Göhring (Diakonisches Werk) ist Hebamme von Beruf und Heike Janson (Caritasverbände) Kinderkrankenschwester; beide mit Zusatzausbildung „Familienhebamme beziehungsweise Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerin“.

Die beiden Frauen können bei werdenden Müttern und Familien mit Kindern bis zu einem Jahr eingesetzt werden. Ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist freiwillig und kostenlos.

Finanziert wird das Angebot von der Bundesinitiative Frühe Hilfen, dem Landkreis und Eigenmitteln der freien Träger, schreibt der Caritasverband. Die „Familienhebammen“ unterstützen werdende Mütter und Familien, ersetzen jedoch nicht die Vor- und Nachsorge der Hebamme.

Das erste Jahr „Projekt Familienhebamme “ hat gezeigt, dass diese Art der Unterstützung gern angenommen wird, so die Mitteilung des Caritasverbands. Die Frauen und Familien sind dankbar über das kostenlose Angebot, das sie stärkt und ihnen Sicherheit im Umgang mit ihrem Baby in der manchmal schweren Zeit als „frischgebackene Eltern“ vermittelt.

Auch Heike Janson vom Caritasverband zieht eine eindeutige Bilanz: „Im ersten Jahr sind wir prima von den Frauen und Familien mit den unterschiedlichsten Lebensverläufen aufgenommen worden. Gerade in der Schwangerschaft und rund um die Geburt eines Kindes fühlen sich Eltern oft unsicher und allein gelassen. Säuglinge sind nicht immer leicht zu händeln, besonders, wenn sie viel schreien, schlecht schlafen oder schlecht trinken. Der schnelle und unbürokratische Einsatz einer Familienhebamme wird als eine hilfreiche Unterstützung in dieser besonderen Lebenssituation angesehen.“

Hilfe von einer Fachfrau: Heike Janson ist Kinderkrankenschwester mit Zusatzausbildung.
Hilfe von einer Fachfrau: Heike Janson ist Kinderkrankenschwester mit Zusatzausbildung. Foto: Caritasverband

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