STUTTGART

In drei Jahren zur optimalen Soja-Bohne

Pk zur Studie über Soja-Anbau       -  Volker Hahn von der Uni Hohenheim schaut sich in einem Garten des Projekts „1000 Gärten“ in Stuttgart Sojapflanzen an.
Volker Hahn von der Uni Hohenheim schaut sich in einem Garten des Projekts „1000 Gärten“ in Stuttgart Sojapflanzen an. Foto: A4796/_Silas Stein (dpa)

Soja boomt. Die Nachfrage nach Tofu, etwa als Ersatz für tierisches Eiweiß wächst. Stuttgarter Forscher wollen in den kommenden zwei bis drei Jahren die optimale Sojabohne für deutsche Böden züchten. Im Fokus sind dabei natürlich die Eigenschaften der Bohnen für Tofu.

Bei dem europaweit einzigartigen Experiment helfen den Stuttgartern rund 2400 Hobbygärtner bundesweit, wie die Wissenschaftler der Universität Hohenheim am Mittwoch in Stuttgart mitteilten.

Welche Bohne wächst wo besonders gut? Und wie ist der beste Ertrag zu erzielen, etwa um Tofu herstellen zu können? Derzeit läuft die Ernte der eiweißreichen Hülsenfrucht, die in Deutschland immer beliebter wird.

„Mais ist ökonomisch einfach schon weiter.“
Volker Hahn Projektleiter

Soja wird derzeit in Deutschland auf gerade einmal 17 000 Hektar Fläche angebaut, die Nachfrage nach regionalen und gentechnikfreien Sojaprodukten als Ersatz für tierisches Eiweiß wächst aber deutlich. Zum Vergleich: Weltweit dürfte Soja nach Angaben der Hohenheimer Experten auf über 160 Millionen Hektar angebaut werden. Mais steht in Deutschland auf über 2,5 Millionen Hektar.

Ihre Erfahrungen mit insgesamt 1700 unterschiedlichen Sojasamen auf verschiedenen Böden tragen die Hobbygärtner direkt auf einer Online-Plattform der Universität ein. Nach Angaben des wissenschaftlichen Leiters des Projekts, Volker Hahn, zeichnet sich ab, dass vor allem der Oberrhein, die Flusstäler, der Donauraum oder auch die Magdeburger Börde für Soja geeignet sind.

„Das ist eine Frucht, die der Landwirt auch verkaufen kann.“
Jochen Goedecke Agrarexperte Naturschutzbund

Soja könne ein Gewinner des Klimawandels sein. Soja möge es warm – aber auch feucht. Am Ende des Soja-Experiments sollen vier bis fünf neue Sorten entwickelt sein, die sich für den Anbau in Mitteleuropa besonders gut eignen. Im Fokus sind die Eigenschaften der Bohnen für Tofu.

Der Hersteller Taifun ist an dem Projekt beteiligt. Man werde die Daten auch danach ansehen, welche Bohne sich für Tofu eigne und welche nicht, erklärte Hahn. Für die Tierfutterproduktion eigne sich Soja eher weniger. „Mais ist ökonomisch einfach schon weiter.“

Aus Sicht der Naturschützer spricht gegen mehr Soja-Anbau in Deutschland gar nichts. Bei so viel Import wegen der wachsenden Nachfrage sei es nur zu befürworten, mehr Soja selbst anzubauen, sagte der Agrarexperte des Naturschutzbundes, Jochen Goedecke.

Da die Landwirte in der Fruchtfolge ohnehin alle vier, fünf Jahre sogenannte Leguminosen wie Klee anbauen, damit sich der Boden bei einseitiger Nutzung regenerieren kann, könnten sie auch zu Soja greifen. „Das ist eine Frucht, die der Landwirt auch verkaufen kann.“

Pk zur Studie über Soja-Anbau       -  Sojapflanzen in einem Garten des Projekts „1000 Gärten“ der Uni Hohenheim und der Life Food GmbH in Stuttgart.
Sojapflanzen in einem Garten des Projekts „1000 Gärten“ der Uni Hohenheim und der Life Food GmbH in Stuttgart. Foto: Silas Stein, dpa
Pk zur Studie über Soja-Anbau       -  Stuttgarter Forscher wollen in den kommenden zwei bis drei Jahren die optimale deutsche Sojabohne züchten.
Stuttgarter Forscher wollen in den kommenden zwei bis drei Jahren die optimale deutsche Sojabohne züchten. Foto: A4796/_Silas Stein (dpa)

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