Tauberbischofsheim

Kinder beim Liobafest im Mittelpunkt

Kinder gestalteten das Liobaspiel im Festgottesdienst. Foto: Kurt Baumann

Viele Neuigkeiten hatte das Liobafest 2019 zu bieten. So war beim Festgottesdienst am Samstag kein Festprediger eingeladen, vielmehr hatten die Verantwortlichen Familien in den Mittelpunkt gestellt –Grundschüler spielten Liobas Lebensgeschichte.

Pfarrer Gerhard Hauk ging auf die lange Tradition des Liobafestes ein: bereits am Vorabend wurden die Reliquien der Hl. Lioba von der St. Martinskirche über die Tauber zur St. Bonifatiuskirche getragen. Für die indischen Schwestern war es eine besondere Ehre, diese Reliquien tragen zu dürfen. Die Lichterprozession soll verdeutlichen, keinem Irrweg zu folgen, sondern Christus, dem Licht der Welt. Ministranten hatten das Licht vom Feuer der Osterkerze verteilt, auch als Symbol, dass alle Christen dem gleichen Licht folgen.

Im Festgottesdienst am Samstag wurden zunächst mit dem feierlichen Einzug in die Stadtkirche diese Reliquien wieder an ihren Ort zurückgebracht. Dies geschah auch als Zeichen der Verbundenheit mit der Hl. Lioba, die dem Ruf Gottes gefolgt ist und in der Hoffnung, dass sich auch heute noch viele Menschen in seinen Dienst nehmen lassen, die bereit sind Verantwortung zu tragen für das Wohlergehen der Stadt und derer, die darin wohnen oder für andere tätig sind.

Anliegen der Heiligen Lioba soll auf die nächste Generation überspringen

Pfarrer Gerhard Hauk begrüßte auch die Mitzelebranten Pfarrer Robert Geiger, Pfarrer Herbert Müller, Pater Kasimir Fieden und Kaplan Dominik Albert sowie alle, die den Namen Lioba tragen. Sein besonderer Gruß galt den vielen Kindern: es sei wichtig, dass das Anliegen der Hl. Lioba auf die nächste Generation überspringe, deshalb auch kein Festprediger, sondern die von den Schülern der 4. Klasse der Grundschule am Schloss lebendig gespielte Lebensgeschichte von Lioba.

Aufmerksam folgten die Gottesdienstbesucher der Erzählung über das Wirken der Schirmherrin von Tauberbischofsheim. So konnte man sich in die Zeit des 8. Jahrhunderts hineinversetzen, als die junge Lioba mit einigen Mitschwestern ihre Heimat England verließ, um ihrem Verwandten Bonifatius zu helfen. Besonders begeisterte das Boot, in dem die Kinder als Liobaschwestern gekleidet durch die Kirche fuhren. Hier in Bischofsheim begann sie dann, das Evangelium zu verkünden, den Armen und Kranken beizustehen, Essen und Trinken zu geben, den Frauen und Kindern Unterricht zu erteilen und Werte zu vermitteln, die heute bei vielen schon vermisst werden. Christiane Fiedler und Martina Wamser hatten dieses Liobaspiel inzwischen zum zehnten Mal eingeübt und erhielten deshalb am Schluss des Gottesdienstes unter Beifall jeweils einen Blumenstrauß.

Pfarrer Hauk ging auf aktuelle Beispiele ein: auch heute gebe es noch Bettler, Kinder, die etwas lernen wollen, Menschen, die eine innere Glaubenshaltung suchen, Verwundete und Verletzte, die Menschen brauchen, die helfen wollen. Dies sei eine Einladung, bei der jeder auf seine Weise überlegen könne, wie Unterstützung und Hilfe möglich ist.

Vater-unser mit „Händen und Füßen“ gestaltet

Lebendig ging der Gottesdienst durch die abwechslungsreiche musikalische Gestaltung der „Band ohne Namen“ unter Leitung von Martina Wamser und des Kirchenchors unter Leitung von Michael Meuser weiter. Zur Gabenbereitung durften alle Kinder zum Altar und auch das Vater-unser mit „Händen und Füßen“ mitgestalten.

Eine besondere Überraschung hatte sich das Gemeindeteam unter Leitung von Christian Wamser am Schluss einfallen lassen: Ein roter Faden führte vom Ambo hinaus zum Liobabrunnen und weiter in die Stadt. Hintergrund zum roten Faden ist in der Vita über die Hl. Lioba zu finden: hier wird von dem Traum berichtet, aus ihrem Mund komme ein roter Wollfaden. Er wurde so lang, dass sie ihn kaum noch zu einem Knäuel aufwickeln konnte. In Bezug auf das Evangelium „Ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben“ sei dies Liobas Leitfaden gewesen.

So folgte bereits nach der Kommunion ein feierlicher Auszug mit Ministranten und allen Gottesdienstbesuchern entlang des „Roten Fadens“ zum Hauptportal, dort erfolgte die Segnung der Liobabrötchen durch Dekan Gerhard Hauk und der Schlussegen.

Segnung der Liobabrötchen vor dem Hauptportal entlang des "Roten Fadens". Foto: Kurt Baumann

Die „Prozession“ ging dann weiter zum Festplatz am Liobabrunnen, wieder entlang des „Roten Fadens“, an dem verschiedene Gedankenzettel mit Anregungen zum Leben in der Nachfolge der heiligen Lioba hingen. Am Liobabrunnen gab es einen Stand, an dem man aus dem Leben der Hl. Lioba in der heutigen Zeit helfen konnte. Dazu gehörten „Zeitgutscheine“, um für andere Zeit zum Vorlesen, Zuhören oder Helfen zu haben. Aber auch Geldspenden für den Tafelladen waren möglich. Von den Spenden kann nun für drei Flüchtlingskinder im Libanon warme Winterkleidung gekauft werden und für sieben Kinder ein gesundes Pausenfrühstück für einen Monat.

Zum ersten Mal musikalische Unterhaltung der Stadtkapelle

Auf die Liobafestbesucher wartete wieder ein vielfältiges Essensangebot, an dem sich auch die Aramäer, die syrisch-orthodoxe Gemeinde, beteiligte. Gut kam auch die erstmalige musikalische Unterhaltung durch G.E. Dixie Eight der Stadtkapelle Tauberbischofsheim an.

Auf dem Marktplatz wurden alle Verkehrsteilnehmer gesegnet. Foto: Kurt Baumann

Über 200 Teilnehmer kamen zur Segnung der Verkehrsteilnehmer am Nachmittag auf den Marktplatz, um mit Fahrrädern, Dreirädern, Motorrädern und über 70 Autos sowie zwei Traktoren den kirchlichen Segen durch Pater Kasimir Fieden und Kaplan Dominik Albert zu empfangen. Pater Kasimir ging auf die Freude ein, einmal ein eigenes Auto oder Motorrad zu haben, auch wenn es vielleicht eine „Rostlaube“ sei. Aber wie schnell überschätze man sich, werde übermütig und bringe so auch andere in Gefahr. Deshalb wurde in den Fürbitten um Gottes Beistand gebetet.

Bitte um Gottes Segen galt für alle – mit und ohne Führerschein

Die Bitte um Gottes Segen galt für alle Anwesenden mit und ohne Führerschein, auch als Auftrag an alle Verkehrsteilnehmer, sich umsichtig und rücksichtsvoll im Straßenverkehr zu bewegen.

Die gesamte Feier wurde von der Stadt- und Feuerwehrkapelle unter Leitung von Gustav Endres musikalisch mitgestaltet. Anschließend ging das Festprogramm weiter. Für Kinder hatten die Erzieherinnen der Kindertagesstätte St. Martin eine abwechslungsreiche Spielstraße aufgebaut und die KJG St. Martin hatte für die älteren Kinder unterhaltsame Spiele zu bieten, die auf den Zeltlagern immer starke Resonanz finden.

Auch die Neubürger der Kirchengemeinde Tauberbischofsheim waren zu einem Treffen eingeladen, um mit Martin Schirmer die Kirchengemeinde bei einer Stadt- und Kirchenführung kennen zu lernen. Am Abend gab es noch ein Orgel- und Chorkonzert anlässlich des 30. Orgeljubiläums der Winterhalter-Orgel.

Mit einer Vesper, mitgestaltet vom Kantorenchor, endete das Liobafest am Sonntag.

Bei der Lichterprozession am Vorabend trugen die Indischen Schwestern die Reliquien der Hl. Lioba Foto: Kurt Baumann

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