MAIN-TAUBER-KREIS

Kretschmann: „So ein Land regiert man gerne“

Um den Finger gewickelt: Wer hat wohl mehr Eindruck hinterlassen? Der kleine Noah Lehr, Winfried Kretschmann oder Conny Lehr (Zweite von rechts), die dem Ministerpräsidenten charmant den Jakobshof zeigt, den sie zusammen mit ihrem Mann Thomas führt. Foto: Thomas Fritz

Deutlicher geht es kaum: „Der Main-Tauber-Kreis ist ein Brennglas für das Land: die schönen Landschaften, der Weinbau, die vielen Champions. So einem Landkreis geht es gut. Der kann deswegen auch nicht klagen.“ Ein Satz des Ministerpräsidenten, der vielen Kommunalpolitikern fast im Halse stecken geblieben wäre. Waren sie doch in die Firma Wittenstein nach Igersheim gekommen, um dem Landesvater eigentlich ihre Sorgen vorzutragen.

Es geht um den ländlichen Raum. „Diesem werden zu wenig Zukunftschancen gewährt“, sagt Wolfgang Vockel, Bürgermeister von Tauberbischofsheim. Er betrachtet dabei die Mitte des Main-Tauber-Kreises. Hier stellt Vockel „Zentralitätsverluste“ fest. Das Schulamt, die Arbeitsagentur, die leer stehenden Kasernen als Folge der Demilitarisierung. Jede Menge öffentliche Arbeitsplätze würden hier verloren gehen – und damit auch die entsprechende Kaufkraft. Ein Blick in die Tauberbischofsheimer Fußgängerzone würde dies bestätigen.

Von der Landesregierung erwartet Vockel eine stärkere Unterstützung des ländlichen Raums. Auch Landrat Reinhard Frank hat den Eindruck, dass dieser nicht im Fokus des Landesregierung steht.

Winfried Kretschmann wiegelt ab: „Mit solchen pauschalen Vorhaltungen, wir würden zu wenig für den ländlichen Raum tun, kann ich nichts anfangen“, sagt er. Und ergänzt: „Wir haben gerade die strukturelle Förderung erhöht.“ Auch den Beschluss, die Polizei-Akademie in Wertheim aufzulösen, verteidigt der Landesvater. „Das war richtig.“

Und um zu zeigen, dass die grün-rote Koalition den ländlichen Raum nicht vergisst, hatte Kretschmann auch ein Geschenk dabei. Ein Stück Papier. Ein Förderbescheid für die Trinkwasserversorgung im mittleren Taubertal. Zehn Millionen Euro will der Zweckverband hier in den Bau eines Wasserwerkes investieren. 6,2 Millionen davon gibt es als Zuschuss aus der Landeskasse.

Wenn Winfried Kretschmann schon in einer der modernsten Fabrikationsstätten des Landes zu Gast ist, dann soll er diese Moderne natürlich auch erleben dürfen. Industrie 4.0 heißt die Zukunft, auf die Professor Dieter Spath und Manfred Wittenstein setzen. Beide gehören zum Beraterkreis des Ministerpräsidenten. In ihrer Innovationsfabrik in Igersheim führten sie kurz vor, was sich hinter dem Internet der Dinge verbirgt. Maschinen kommunizieren mit Maschinen. Kretschmann ist begeistert. „Die Firma Wittenstein gehört zu den Champions im Land“, sagt er stolz und fährt weiter nach Markelsheim.

Bei Conny und Thomas Lehr auf dem Jakobshof, einem ehemaligen Milchviehbetrieb, sieht Kretschmann, wie innovativ auch Landwirte sein können, wenn es darum geht, neue Erwerbsmöglichkeiten zu finden. Moderne Ferienwohnungen, Übernachten im urigen Weinfass, eine Hackschnitzelheizung, die nicht nur den eigenen Hof mit Wärme versorgt, und gesellige Touren mit dem gelben Wagen.

Auch Kretschmann nimmt Platz. Lehnt sich zurück. Genießt die Natur. „Hoch auf dem gelben Wagen“ stimmt Conny Lehr mit ihrem Akkordeon an. Der Landesvater singt mit. „So ein Land regiert man gerne“, sagt er später voller Stolz auf den Main-Tauber-Kreis.

Zu Besuch bei Wittenstein: Professor Dieter Spath (Zweiter von links), Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein AG, Manfred Wittenstein (Mitte) und Vorstandsmitglied Karl-Heinz Schwarz (links) begrüßen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts).

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