Bad Mergentheim

Kurdirektorin: Abschied und Neuanfang zugleich

14 Jahre lang war Katrin Löbbecke Kurdirektorin in Bad Mergentheim. Jetzt wurde sie verabschiedet. Der Kurstadt bleibt sie aber in anderer Funktion erhalten.
Zum Abschied gab es Geschenke für Katrin Löbbecke, unter anderem vom Vorsitzenden des Verwaltungsrates Wolfgang Reinhart Foto: Matthias Ernst

Knapp 300 geladene Gäste fanden sich im Großen Kursaal von Bad Mergentheim ein, um die zum 31. Januar in den Ruhestand gegangene Kurdiretorin Katrin Löbbecke zu verabschieden. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, welch große Wertschätzung sich Löbbecke in den knapp 14 Jahren ihres Wirkens in der Kurstadt erarbeitet hat. Nicht nur Freunde und Weggefährten waren gekommen, sondern auch viele Verantwortungsträger aus Stadt, Kreis und Land und natürlich auch ihr Nachfolger im Amt, Sven Dell.

Der muss große Fußstapfen füllen, das wurde bei der Laudatio des Verwaltungsratsvorsitzenden der Kurverwaltung Bad Mergentheim GmbH Wolfgang Reinhart und den vielen Grußworten deutlich. So lobte Bad Mergentheims Oberbürgermeister Udo Glatthaar Löbbecke als "starke Persönlichkeit, aber auch eine starke Netzwerkerin". Sie könne manchmal schneller reden, als andere denken können und diese begeisternde Fähigkeit animiere einfach, Löbbeckes Aussagen zu folgen. Sie sei ein echter "Glücksfall" für Bad Mergentheim und die Kurverwaltung gewesen, lobte Wolfgang Reinhart in seiner Laudatio. Dabei war Löbbecke die erste Frau, die diesen Posten ausfüllen durfte. Vor ihrem Amtsantritt im September 2006 in Bad Mergentheim war die gebürtige Hamelerin Kurdirektorin in Timmendorfer Strand gewesen.

Abriss des Kursaals verhindert

Dabei hatte Löbbecke keinen leichten Start in ihre neue Aufgabe in Bad Mergentheim. Als sie kam, gab es seitens der Stadt Überlegungen, den Großen Kursaal abzureißen und an derselben Stelle eine Multifunktionshalle zu bauen. Das konnte Löbbecke zusammen mit vielen anderen Personen verhindern. "Das Juwel konnte an seinem Platz erhalten bleiben", so Reinhart, der ebenso wie viele andere froh war, dass die Pläne im Sande verliefen. Auch der Umbau und die Sanierung des Parkhotels fallen in die Amtszeit von Katrin Löbbecke, ebenso wie der Bau des Gradierpavillons im Kurgarten, der sehr gut angenommen wird, und die Sanierung und Neuvermietung des Haus des Gastes.

Dazu kamen noch viele weitere Projekte, die Löbbecke angestoßen oder umgesetzt hat, wie Kurparkfeste, einen Weihnachtsmarkt im Kurpark oder die Neustrukturierung des Kurorchesters. Außerdem engagierte sich die studierte Betriebswirtschaftlerin im Berufsverband und im Deutschen Heilbäderverband. Im Heilbäderverband Baden-Württemberg ist sie seit 2015 2. Vorsitzende und Schatzmeisterin. Für ihr großes Engagement überreichte ihr der Präsident Fritz Link die Verdienstmedaille des Heilbäderverbandes, die nur sehr selten verliehen wird.

Löbbecke bleibt Bad Mergentheim erhalten

Die Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes Brigitte Goertz-Meissner lobte Katrin Löbbecke als "hoch engagierte Persönlichkeit", die viele nachhaltige Projekte angestoßen habe. Löbbecke habe leidenschaftlich dafür gekämpft, dass die Kur keine Kannleistung der gesetzlichen Krankenkasse bleibt, sondern wieder eine Pflichtleistung wurde.

Ihre Fähigkeit auch schwierige Probleme zu lösen und zu einem guten Konsens zu führen, nannte Betriebsratsvorsitzender Roger Herrmann eine der vielen Vorteile seiner "Ex-Chefin". Die war sichtlich gerührt ob all der guten Worte und Gesten zu ihrem Abschied. "Es waren meine glücklichsten Berufsjahre in Bad Mergentheim", blickte sie auf ihr Leben zurück. Auch aus diesem Grund wird sie der Kurstadt an der Tauber erhalten bleiben, zumal sie im vergangenen Jahr von der Bevölkerung in den Gemeinderat gewählt worden ist. Katrin Löbbecke wird sich also weiter einmischen, allerdings nicht ins Tagesgeschäft des neuen Kurdirektors Sven Dell. Dies versprach sie ihm vor dem versammelten Publikum. Wann immer er ihren Rat brauche, gebe sie ihm diesen gerne, ansonsten sei sie aber nicht erreichbar.

Der Neue ist ein Quereinsteiger

Dell ist in der Kurstadt kein Unbekannter. Mehrere Jahre führte er das Parkhotel, bevor er für die Hotelgruppe als Baumanager in den Norden ging. Doch die Liebe zum Frankenland war einfach zu groß für den gebürtigen Bad Kissinger. Obwohl er Quereinsteiger in die Branche des Bäderwesens ist, traut ihm der Verwaltungsrat zu, die zukünftigen Herausforderungen zu meistern. Er dankte Katrin Löbbecke für die "hervorragende Übergabe" und dann lauschte er, wie alle anderen Besucher auch dem Kur- und Salonorchester Hungarica, die den Festakt feierlich und mit viel ungarischem "Pfeffer" untermalte.

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