MARBACH

Marbach erhält seltene Exil-Bibliothek

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach freut sich über die Stiftung einer Exil-Bibliothek.

Erhaltene Büchersammlungen von Exilanten sind nach Angaben des Literaturarchivs eine außerordentliche Seltenheit. „Das kommt vielleicht alle acht bis zehn Jahre vor“, sagte Nicolai Riedel vom Literaturarchiv am Donnerstag.

Die gut 700 Bücher umfassende Sammlung hatte der in Stuttgart geborene jüdische Rechtsanwalt und Schriftsteller Karl Lieblich während seines zwanzigjährigen Exils in Sao Paulo aufgebaut. Lieblich war 1938 nach Brasilien emigriert. „Durch seinen spezifischen Kanon unterscheidet sich die Sammlung von anderen Exil-Bibliotheken“, so Riedel.

Vorwiegend Klassiker

„Lieblich hat versucht, ein Stück europäischer Literatur- und Geistesgeschichte mitzunehmen und sich überwiegend auf Klassiker festgelegt.“ Im Gegensatz zu anderen Exil-Bibliotheken finde sich in der Sammlung nur wenig zeitgenössische Literatur.

Das könnte ein Hinweis auf die kulturelle Isolation sein, in der sich Lieblich in Brasilien befunden hat. Die Spende stammt von Lieblichs in Brasilien lebender Tochter Judith Patarra. „Wir sind froh, dass sie das Erbe ihres Vaters gehütet hat“, so Riedel.

Lieblichs Bibliothek ist für das Literaturarchiv eine wichtige Ergänzung der Büchersammlungen von den zwischen 1933 und 1945 verfolgten Autoren.

Weitere Sammlungen, die in Marbach zu finden sind, stammen etwa von Siegfried Kracauer oder Alfred Döblin.

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