Gerlachsheim

Neue Mieter im Kloster Gerlachsheim

Das Kloster Gerlachsheim erstrahlt in neuem Glanz: Nach dem Auszug des Kreisalten- und Pflegeheims konnten in kürzester Zeit neue Mieter gefunden werden.
Das Kloster Gerlachsheim erstrahlt in neuem Glanz: Nach dem Auszug des Kreisalten- und Pflegeheims konnten in kürzester Zeit neue Mieter gefunden werden. Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis

Das Kloster Gerlachsheim erstrahlt im neuen Glanz. Das Hauptgebäude ist innen nahezu komplett saniert. Alle hergerichteten Räume sind vermietet. Diesem Beispiel folgt auch das benachbarte Schwesternwohnheim, welches noch in diesem Jahr der Westfrankenbahn als neues Büro- und Betriebsgebäude zur Verfügung gestellt wird, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts.

Das Kloster Gerlachsheim kann auf eine vielfältige Geschichte zurückblicken. Als ehemaliges Prämonstratenserkloster diente es bis 1803. Im Jahr 1838 erwarb das Land Baden die Gebäude und eröffnete 1874 eine Taubstummenanstalt, die 1935 aufgelöst wurde. Nach 1945 wurde das Gebäude als Durchgangslager für Heimatvertriebene genutzt. Im Anschluss übernahm der Main-Tauber-Kreis das Kloster und richtete das Kreisalten- und Pflegeheim ein. Zuletzt, bis Oktober 2016, wurde dieses von der Gesundheitsholding Tauberfranken unter Leitung der Barmherzigen Brüder Trier geführt.

Nachfolgelösung gesucht

Mit Aufgabe dieser Nutzung war das Landratsamt gefordert. „Wir mussten rasch und zielstrebig eine Nachfolgelösung suchen“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Für eine solche Nachfolgelösung hatte sich auch der Kreistag ausgesprochen, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Aus allen Fraktionen wurden Vertreter in eine Lenkungsgruppe entsandt. Diese wurde von Dezernent Jochen Müssig geführt. Gemeinsam mit der Kreis-Wirtschaftsförderung ist es gelungen, das Kloster Gerlachsheim in kürzester Zeit wieder mit Leben zu füllen.

Im August 2017 zog der Bildungsträger inab im Erdgeschoss ein. Die inab bildet hier junge Frauen und Männer in den Berufen Fachpraktiker Küche und Fachpraktiker Hauswirtschaft aus. Anschließend zogen im zweiten Obergeschoss die Werbeagentur Richey & Sawyer, die Kreisjägervereinigung Tauberbischofsheim und die Arztpraxis Dr. Saager ein. Während die inab den Unterricht aufnahm, erfolgte für die drei weiteren Mieter die Sanierung der vorgesehenen Räume.

Während dieser Phase öffnete sich eine weitere Tür. Denn mit der Nardini-Schule in Trägerschaft des Erzbischöflichen Kinder- und Jugendheims St. Kilian in Walldürn konnte ein weiterer Großmieter gewonnen werden. Für die Nardini-Schule und ergänzende pädagogische Stützpunkte konnte das erste Obergeschoss vermietet werden. Zudem wird im Sommer die Praxis „Heilpädagogik Taubertal“ einziehen. „Damit ist das Hauptgebäude nahezu komplett vermietet“, sagt Landrat Reinhard Frank und zieht ein sehr positives Resümee.

Neuer Mieter im Schwesternwohnheim

Parallel hat sich auch eine Lösung für das ehemalige Schwesternwohnheim in der Würzburger Straße aufgetan. Das komplette Gebäude mit Außenanlage wird die Westfrankenbahn mit Sitz in Aschaffenburg anmieten. Das Gebäude wird für Büro- und Planungszwecke genutzt. Es wird das Betriebsgebäude für die technischen Aufgaben des Unternehmens. Die Westfrankenbahn nutzt aktuell noch ein Gebäude gegenüber dem Bahnhof Lauda in den dortigen ehemaligen DB-Betriebsstätten. Der Park der Klosteranlage kann weiterhin von der Gerlachsheimer Bevölkerung, vertreten durch die örtlichen Vereine – insbesondere dem Heimat- und Kulturverein – genutzt werden.

Die Kosten, die der Landkreis aufgrund der Sanierung des Hauptgebäudes zu tragen hat, refinanzieren sich durch die Mieteinnahmen und durch Abschlagszahlungen des Landes Baden-Württemberg bis auf einen Restbetrag. Für das Schwesternwohnheim werden sich die Investitionskosten durch den auf zwölf Jahre abgeschlossenen Mietvertrag komplett refinanzieren.

Weitere Informationen gibt es bei der Wirtschaftsförderung Main-Tauber-Kreis, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Tel.: (09341) 825708, E-Mail wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de.

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