STUTTGART

Parteilose geht für die SPD ins Rennen

Die SPS-Kandidatin für die OB-Wahl in Stuttgart, Bettina Wilhelm, steht vorm Stuttgarter Rathaus.
Die SPS-Kandidatin für die OB-Wahl in Stuttgart, Bettina Wilhelm, steht vorm Stuttgarter Rathaus. Foto: dpa

Die designierte OB-Kandidatin der Stuttgarter SPD, die parteilose Bettina Wilhelm, möchte die Menschen wieder miteinander vereinen und an der Entwicklung der Stadt mehr beteiligen. „Meine Vision ist es, dass die Bürger wieder versöhnt sind und sich für ihre Stadt engagieren“, sagte die 47-Jährige bei ihrer Vorstellung am Freitag in Stuttgart. „Ich möchte für alle Bürger da sein“, kündigte die Erste Bürgermeisterin von Schwäbisch Hall und gebürtige Stuttgarterin für den Fall eines Wahlsiegs an.

Stuttgart 21 habe die Stadt gespalten, viele Bürger hätten sich nicht ernst genommen gefühlt. Sie selbst habe gegen den neuen Bahnhof gestimmt, sei aber „Profi genug, dass ich sehr wohl mit der demokratischen Entscheidung umgehen kann“. Nun gelte es, das Projekt konstruktiv und kritisch zu begleiten.

Wichtig sei ihr unter anderem auch, mehr Plätze für die Kinderbetreuung zu schaffen, allen Bürgern eine gute Bildung zu ermöglichen, die Wirtschaft angesichts des technischen und gesellschaftlichen Wandels zu stärken sowie bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und intelligente Verkehrskonzepte zu entwickeln, zählte die Sozialpädagogin „Chancen und Aufgaben“ auf.

Wilhelm zeigte sich trotz bisheriger SPD-Wahlniederlagen in der Landeshauptstadt siegessicher. „Ich brauche eine breite Unterstützung. Und ich traue mir zu, die zu gewinnen.“ Sie verfüge im Gegensatz zu den Kandidaten von CDU und Grünen, dem parteilosen Werbeprofi Sebastian Turner und dem früheren Grünen-Bundeschef Fritz Kuhn, über kommunalpolitische Erfahrung, sagte SPD-Chef Dejan Perc.

Wilhelm war bereits 2005 in Aalen (Ostalbkreis) als OB-Kandidatin von Grün-Rot angetreten, hatte nach einem Ergebnis von 22 Prozent im ersten Wahlgang aber zurückgezogen. Zu dieser Zeit arbeitete sie bei der Stadt Ludwigsburg, wechselte 2006 als Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur, Sport nach Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen), ehe sie 2009 Bürgermeisterin in Schwäbisch Hall wurde.

Die Entscheidung, in Stuttgart zu kandidieren, habe sie sich „sehr sehr reiflich überlegt“ und sei dann auf die Sozialdemokraten zugegangen, sagte Wilhelm. Eintreten wolle sie aber nicht, denn es sei gut, wenn ein Oberbürgermeister kein Parteibuch habe. Für die Wahl am 7. Oktober „setzen wir erstmal auf Sieg“, sagte sie. Bei früheren OB-Wahlen hatte die SPD nach enttäuschenden Ergebnissen ihre Kandidaten vor den notwendigen zweiten Wahlgängen zurückgezogen.

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