Tauberbischofsheim

Positive Bilanz nach zwei Jahren RufTaxi im Main-Tauber-Kreis

Linienbus und RufTaxi am ZOB in Lauda stehen zur Abfahrt bereit: Zwei Jahre nach der Einführung fällt die Bilanz für das RufTaxi von Landratsamt und Verkehrsgesellschaft positiv aus. Foto: Verkehrsgesellschaft Main-Tauber-Kreis

Seit zwei Jahren gibt es im Main-Tauber-Kreis mit RufTaxen ein bedarfsorientiertes Mobilitätsangebot. Im zweiten Jahr wurde es von mehr als 18 800 Fahrgästen genutzt, im ersten Jahr waren es rund 12 800 Fahrgäste. Das entspreche einer Steigerung von etwa 47 Prozent, informiert das Landratsamt in seiner Pressemitteilung.

Zum Start im Januar 2018 probierten rund 660 Menschen das damals neue Angebot aus. Bisher stärkster Monat war der August 2019 mit mehr als 1900 Fahrgästen. "Insgesamt freuen wir uns sehr über die steigende Inanspruchnahme. Die hohen Fahrgastzahlen belegen, dass das RufTaxi eine gute Alternative ist", sagt Landrat Reinhard Frank.

Steigende Fahrgastzahlen

Jochen Müssig, zuständiger Dezernent im Landratsamt und Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber-Kreis (VGMT), ergänzt, dass neben den Fahrgastzahlen auch die Abrufquoten der angebotenen Fahrten von zwölf auf 16,8 Prozent und die Anzahl der Fahrgäste pro Fahrt von 1,37 auf 1,43 gestiegen seien.

Die RufTaxen ergänzen Busse und Bahnen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zwischen 8 und 22 Uhr. Sie bieten in verkehrsschwachen Zeiten eine Alternative und schließen größere Lücken im Fahrplan, auch in den Abendstunden. Am Wochenende, an Feiertagen und in den Schulferien bietet das RufTaxi in Verbindung mit Bus und Bahn für alle Orte im Main-Tauber-Kreis ein mindestens zweistündiges Angebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mehr als ein Drittel sind Schüler

Rund 36 Prozent der Fahrgäste sind Schüler mit einem Maxx-Ticket, 6,5 Prozent verfügen über einen Schwerbehindertenausweis. 7500 Fahrgäste kamen laut der Pressemitteilung in den ersten beiden Jahren aus Bad Mergentheim, 3700 aus Wertheim, 3400 aus Lauda-Königshofen. Boxberg zählte 3000 Fahrgäste und Tauberbischofsheim rund 2500.

VGMT-Geschäftsführer Thorsten Haas hebt hervor, dass "RufTaxi-Bestellungen 365 Tage im Jahr und an 24 Stunden täglich möglich sind." Zu beachten seien nur die Bestellfristen: Von Montag bis Samstag können Nutzer das RufTaxi mit einer Vorlaufzeit von einer Stunde zwischen 6 bis 18 Uhr bestellen. An Sonn- und Feiertagen müsse eine Bestellung bis 18 Uhr des vorherigen Werktags erfolgt sein. Für regelmäßige Fahrten seien Dauerbuchungen möglich.

Angebot bekannter machen

Von 77 500 angebotenen RufTaxi-Fahrten wurden 2019 nahezu 13 000 Fahrten durchgeführt. "Unser Ziel ist es, die Abrufquoten mittelfristig auf durchschnittlich 25 Prozent zu steigern", sagt Müssig. Um die RufTaxen noch bekannter zu machen, wurde im vergangenen Jahr ein Mitarbeiter eingestellt, um über dieses Mobilitätsangebot zu informieren.

Für die RufTaxen gibt es im Main-Tauber-Kreis 21 Linien (Korridore). Im Fahrplan sind die RufTaxi-Linien anhand einer vierstelligen Nummer zu erkennen. Foto: VGMT

Seit Dezember 2019 verkehrt auf der Frankenbahn die Regionalbahn zwischen Osterburken und Lauda von Montag bis Freitag im Einstundentakt. Haltestellen in Rosenberg, Eubigheim, Boxberg-Wölchingen und Königshofen ermöglichen es, vom Heimatort ab mit der Bahn zu reisen.

Die weitgehend auf die Bahn zugeschnittenen Bus- und RufTaxi-Verbindungen ergänzen den ÖPNV bis zu jenen Dörfer, die keinen direkten Schienenanschluss haben. Auch das Gewerbegebiet Seehof sei seit dem Fahrplanwechsel beispielsweise zwischen 8 und 22 Uhr alle zwei Stunden ab dem Bahnhof Boxberg-Wölchingen mit dem RufTaxi erreichbar, informiert Haas.

An Wochenenden kämen im Gebiet zwischen Osterburken, Boxberg und Lauda größtenteils RufTaxen zum Einsatz. Mit dem Fahrplanwechsel wurden zudem vereinzelte Fahrplanlücken geschlossen, Zeitanpassungen an die neuen Bahnfahrzeiten vorgenommen und einige zusätzliche Haltestellen in Fahrpläne der RufTaxen aufgenommen.

Gleicher Preis wie im Bus

Eine Fahrt im RufTaxi kostet den gleichen Preis wie eine Fahrt im Linienbus. Bei Kurzstrecken gilt im RufTaxi jedoch die Preisstufe eins. Für die im RufTaxi gefahrene Strecke wird direkt im Fahrzeug ein Einzelfahrschein bar bezahlt. Fahrgäste mit einem gültigen Schwerbehindertenausweis fahren kostenfrei. Kostenlos befördert werden ebenfalls Inhaber einer VRN-Jahres- oder Halbjahreskarte wie der Jedermann-Jahreskarte, dem Maxx-Ticket, einem Semester- oder Anschluss-Semesterticket, dem Rhein-Neckar-Ticket, dem Jobticket oder der Karte ab 60. 

Informationen zum Fahrplan und zu den Tarifangeboten des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar gibt es im Internet unter www.vrn.de und www.vgmt.de sowie in der kostenlosen myVRN-App. Rund um die Uhr erreichbar ist die telefonische Fahrplanauskunft und RufTaxi-Zentrale unter Tel.: (0621) 1077077. Das VGMT-Team ist während der Geschäftszeiten unter Tel.: (09343) 6214-0 erreichbar.

Schlagworte

  • Tauberbischofsheim
  • Dezernentinnen und Dezernenten
  • Fahrpläne
  • Fahrzeuge und Verkehrsmittel
  • Freude
  • Happy smiley
  • Jobtickets
  • Landräte
  • Omnibusse
  • Passagiere und Fahrgäste
  • Thorsten Haas
  • Öffentlicher Nahverkehr
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!