Tauberbischofsheim

Puppentheater mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren

Anke Scholz ließ im Engelsaal die Puppe Wanja lebendig werden.
Anke Scholz ließ im Engelsaal die Puppe Wanja lebendig werden. Foto: Antje Bauer

Noch vor der Aufführung konnte sich das Publikum im Engelsaal in die Weite Russlands versetzt fühlen, als Anke Scholz auf ihrem Akkordeon mit mollig-melancholischen Weisen in die Geschichte von Wanja einstimmte.

Den ließ die Puppenspielerin auch gleich im verschneiten Hof Holz hacken. Schließlich wollte er doch eine warme Stube haben. Und dann war man schon – nach wenigen sicheren Handgriffen – im gemütlich eingerichteten Haus mit großem Bett und Ofen.

Tiere suchen Schutz

Wanja wollte schlafen, aber das war gar nicht so einfach.  Erstmal war es Wanja zu kalt (also aufstehen, mehr Decken holen), dann begann ein Schneesturm ums Haus zu heulen und auch Anke Scholz musste sich in ihren dicken Wintermantel mummeln. Vor dem Sturm suchten auch Tiere Schutz in Wanjas Hütte. Erst ein zitternder Hase, dann ein fast erfrorener Fuchs und schließlich ein dicker Bär, der seinen Winterschlaf vergessen hatte.

Ganz schön viel Arbeit für Wanja, die drei Vierbeiner ruhig zu halten. Nach manch wilder Jagd durch die Hütte konnten Mensch und Tier einschlafen - jeder in eine andere Ecke verbannt. So gab es schließlich für alle vier doch noch eine friedliche Nacht.

Ein verrückter Traum

Bis am nächsten Morgen die Hähne krähten, die Vögel sangen und die drei Vierbeiner friedlich Wanjas warme Stube verließen. „Was für ein verrückter Traum“ meinte Wanja, als auch er endlich aufwachte. Er rieb sich verwundert die Augen, als er das ganze Durcheinander sah. Und als er dann noch die verschiedenen Spuren im frischgefallenen Schnee entdeckte, kratzte er sich am Kopf und murmelte „Also, was in einer stürmischen Nacht so alles passieren kann!“

Und was alles hätte passieren können! Aber es war einfach eine wunderbare Geschichte und ein Beispiel dafür, dass es auch friedlich zugehen kann. Anke Scholz verstand es wunderbar, die Geschichte von Tilde Michels, die mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet wurde, mit viel Liebe zum Detail umzusetzen und selbst ein Teil davon zu werden. Ganz unterschiedlich ließ sie dabei ihre Charaktere agieren und nahm ihrem Publikum in jeder Szene mit. Da wurde gekichert, gestaunt und kommentiert. Und die Kinder waren begeistert.

Herz und Können

Seit 26 Jahren inszeniert Anke Scholz aus Schweigen-Rechtenbach in der Pfalz Stücke für Kinder und Erwachsene, teils selbst verfasste, teils nach literarischen Vorlagen. Sie ist mit Herz und Können dabei.

Veranstaltet wurde der Nachmittag im Engelsaal von der Städtischen Mediothek, der Buchhandlung ‚Schwarz auf Weiss‘ und dem Amt für Flüchtlings- und Integrationswesen.

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