LAUDA

Rockmusik zur gewürzten Verkostung

Begeisterte mit zwei Auftritten: Das fränkische Theater-Duo Rita und Inge kam mit seinem spritzigen Wein-Kabarett „Spätlese“. Foto: Herbert Bickel

Zu Beginn noch kritisch beäugt, hat sich das Konzept der „Wood-Rock-Weinprobe“ inzwischen fest etabliert: Ließen sich in der Anfangsphase nur knapp hundert Besucher auf das noch unbekannte Spektakel ein, so verzeichneten die Veranstalter – die Stadtverwaltung und die Weinbaubetriebe aus Lauda-Königshofen – in diesem Jahr erstmals ein „ausverkauftes Haus“.

Zur mittlerweile vierten Auflage der „Wood-Rock-Weinprobe“ als Einstimmung auf das vom 30. Mai bis 1. Juni folgende Weinfest in Alt-Lauda fanden sich nun rund 140 Freunde der edlen Tropfen im Rathaus ein, um dort bis nach Mitternacht die besondere Atmosphäre zu genießen. Neben der rockigen Musik überzeugten auch diesmal wieder vor allem die ausgesuchten Weine plus Sekt.

„Ich habe wie bisher die Liedtitel den außergewöhnlichen Gewächsen angepasst“, führte der als Moderator fungierende Holzschnitzer und -bildhauer Heinz A. Theobald in die „etwas andere Weinprobe“ ein, bei der auch 2014 die Sitz- gegenüber den Stehplätzen dominierten. Dennoch kam spätestens ab der Mitte des weit mehr als vierstündigen Programms sichtlich Bewegung in die Reihen.

Dies war zuvor nur bei der Nachschubversorgung am Buffet mit Snacks der Metzgerei Tischer zu beobachten. Doch bald rockte nahezu der ganze Saal, etliche wagten im Laufe des Abends gar ein Tänzchen zu den Oldies der 50er.

Humoristische Einlagen

Die Palette reichte hier unter anderem von Barry McGuire („Eve Of Destruction“) über Janis Joplin („Sweet Home Alabama“), Creedance Clearwater Revival („Green River“), Joe Cocker („With A Litte Help From My Friends“), bis hin zu Elvis Presley („Jailhouse Rock“).

Zwischendurch wartete Heinz Theobald auch mit einigen gängigen Soul-Nummern, so von Otis Redding, auf, wobei er jedoch Wert darauf legte, nach der vormaligen Geschichte der Rockmusik in diesem Jahr hauptsächlich an die Woodstock-Ära zu erinnern. Diese Linie verließ er erst zum Ende der Veranstaltung mit Liedern von Drafi Deutscher („Marmor, Stein und Eisen bricht“) und Hits aus der „Neuen Deutsche Welle“. Mit ganz anderen Höhepunkten glänzte dagegen zwischendurch das fränkische Theater-Duo Rita und Inge aus der Nähe von Kitzingen mit seinem spritzigen Wein-Kabarett „Spätlese“ – eine gekonnte und viel beklatschte Unterhaltung der beiden „Alters-Ehrenweinköniginnen“, die nicht nur die Mentalität aus ihrem Gebiet gut rüberbrachten, sondern auch die Vorteile des Lebenselixiers von den Rebhängen klar verdeutlichten. Sie erfuhren die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums, ebenso wie die Badische Weinkönigin 2013/14, Aurelia Warther, die es trotz des steigenden Lärmpegels im Saal verstand, die Zuhörer zu fesseln. Die Expertin aus dem Markgräfler Land erläuterte die kredenzten Weine nicht etwa „trocken“, sondern – gewürzt mit viel Hintergrundwissen – auf äußerst charmante Art, meist mit einem Zitat oder einem kleinen Spruch unterlegt.

Wie die Besucher zeigte sich auch die nicht mehr lange regierende Hoheit angetan von der „Wood-Rock-Weinprobe“ in Lauda, als sie festhielt: „Eine komplett andere Art, die Rebensäfte zu präsentieren, ziemlich locker und dennoch äußerst gelungen.“

Der Startschuss zum Weinfest in Alt-Lauda fällt am Freitag, 30. Mai, um 19 Uhr auf der Bühne am Marktplatz mit dem Anstich des Weinfasses durch Bürgermeister Thomas Maertens.

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