Tauberbischofsheim

Schüler ließen Stratosphärenballon starten

Die Kamera machte Aufnahmen aus rund 31 000 Kilometern Höhe.  Foto: Ulrich Feuerstein

Ad Astra heißt das neue Weltraumabenteuer mit Brad Pitt. Fast bis zu den Sternen ging es auch für den Stratosphärenballon, den Fünftklässler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums beim Schulfest haben aufsteigen lassen. Nach der Bergung des Flugobjekts haben sie die Daten jetzt ausgewertet.

Wo das Schwarz des Weltalls beginnt und das Blau unseres Planeten erscheint, dorthin führte die Reise des Freiluftballons. Bis es soweit war, mussten einige Vorbereitungen getroffen werden. Das großteils mit Geldern des Schulfördervereins finanzierte Flugobjekt bestand aus einem Ballon mit einem speziellen Naturkautschuk-Latex-Gemisch. An ihm hing eine Styroporsonde mit einer vom Landesmedienzentrum zur Verfügung gestellten Kamera, einem GPS-Sender und einem Fallschirm.

Drei Stunden nach dem Aufstieg kam das erste Signal

Weil hierzulande auch der Luftraum strengen Regeln unterworfen ist, mussten verschiedene Genehmigungen eingeholt werden. Im Unterricht bauten die Schüler die Styroporsonde und berechneten die voraussichtliche Flugroute. Einige Parameter waren zu berücksichtigen: Daten wie die geplante Füllmenge und das Gewicht von nicht ganz 500 Gramm ermöglichten es, die Flugzeit des Ballon und den Ort der Landung ziemlich genau vorauszusagen.

Nach dem Start beim Schulfest war die Spannung groß. „Etwa drei Stunden nach dem Aufstieg kam das erste GPS-Signal“, berichtet Claudia Schöniger. Die Klassenlehrerin hat zusammen mit Mathematiklehrerin Sigrid Böhrer das Schülerprojekt begleitet. 

Gelandet war der Ballon in einem Waldstück in der Nähe von Buchen. Die erste Suchaktion am Abend des Aufstiegs musste aufgrund der Dunkelheit abgebrochen werden. Der zweite Anlauf war erfolgreich. Am nächsten Tag fand sich der rote Fallschirm samt Styroporbox und unbeschädigter Kamera in einer Baumkrone. Das Problem: Das Objekt baumelte schier unerreichbar in einer Höhe von etwa 15 Metern. Was tun? Kollege Sebastian Link hatte die rettende Idee. Der Freizeitsportler und Hobbykletterer rückte mit seiner Ausrüstung an. Ihm gelang es, Schirm und Kamera noch vor dem einsetzenden Gewitter zu bergen.

Kamera war extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt

Claudia Schöninger und Sigrid Böhrer haben die Aufnahmen, die bei dem Flug in die Stratosphäre entstanden ist, schon einmal begutachtet. Beide sind begeistert. Umfassendes Material von rund drei Stunden Dauer ist ihren Angaben zufolge entstanden. Das wollen sie den Kollegen zur Verfügung stellen, die naturwissenschaftliche Fächer unterrichten. Das Stratosphärenprojekt kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. 2604 Liter Helium waren nötig, um den Ballon zu füllen. Einmal in der Luft stieg er mit fünf Metern pro Sekunde. Nach zwei Stunden platzte der Ballon, danach betrug die Sinkgeschwindigkeit sieben Meter pro Sekunde.

Während des Fluges war die Kamera extremen Temperaturschwankungen von 40 Grad Celsius über bis zu 40 Grad unter Null ausgesetzt. Der Ballon stieg bis auf eine Höhe von 31 000 Kilometern –Flugzeuge erreichen im Vergleich dazu eine Flughöhe von 11 000 Kilometern.

Begeistert von dem Projekt sind auch die Schüler. Vincent Palmert haben es die atemberaubenden Bilder angetan. „So etwas sieht man nicht alle Tage“, staunt er. Mihaly Daly freut sich, dass alles so gut geklappt hat. Nicht ohne Stolz verweist er darauf, dass die Berechnungen der Klasse gestimmt haben. Das Gemeinschaftserlebnis betont Noah Seidel: „Die ganze Klasse hat prima zusammengearbeitet.“

Die Projektklasse mit Klassenlehrerin Claudia Schöninger. Foto: Ulrich Feuerstein

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