Wertheim

Sechs Monate Gefängnis für 71-Jährigen

Mit 1,98 Promille Blutalkohol war im März ein Mercedesfahrer zwischen Freudenberg und Wertheim unterwegs gewesen. Das Amtsgericht Wertheim verhängte nun wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr gegen einen 71-jährigen Rentner aus Bamberg eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Die Sperrfrist für die Wiedererteilung seiner Fahrerlaubnis beträgt 16 Monate und mit Rechtskraft des Urteils werden ihm im Flensburger Fahreignungsregister drei Punkte eingetragen.

Nach einem telefonischen Hinweis hatten Beamte der Polizei Wertheim den betrunkenen Autofahrer an der Rosenmühle, Abzweigung  Boxtal, erwartet. Sie fuhren ihm unbemerkt hinterher. Dabei fiel ihnen auf, dass der Mann mit seinem Mercedes mehrfach deutlich über die Mittellinie der Fahrbahn geriet. In Mondfeld stoppten die Beamten den Fahrer. Nach einem Atemalkoholtest musste er mit ins Krankenhaus Wertheim zur Entnahme einer Blutprobe. 

Obwohl er auf den behandelnden Arzt nicht merkbar alkoholisiert wirkte, ergab die anschließende Untersuchung der Blutprobe einen hohen Promillewert, hieß es in der Gerichtsverhandlung. Der Mann gilt als alkoholkrank und wurde seit 2007 nun das vierte Mal erwischt, weil er stark alkoholisiert am Steuer saß. Die Promillewerte betrugen 3,0, 2,79 und 2,03 Promille. Zunächst gab es eine Geldstrafe, dann eine Bewährungsstrafe und nun, weil seit dem letzten Delikt fünf Jahre vergangen waren, erneut Bewährung.

Zum jetzigen Fall meinte der Beschuldigte vor Gericht, er sei bei der Auflösung der elterlichen Wohnung in Kleinheubach traurig geworden, habe im Kühlschrank entdeckte Spirituosen getrunken und sei anschließend in Richtung Bamberg aufgebrochen. Dem Gericht lag außerdem eine Mitteilung des Verkehrsamtes Bamberg vor, wonach der Angeklagte 25 Stunden nach dem jüngsten Vorfall auch dort wieder alkoholisiert Auto gefahren war. 

Bezogen auf die aktulle Anklage hob der Staatsanwalt hervor, dass der Beschuldigte sein Alkoholproblem noch nicht mit letzter Konsequenz aufgearbeitet habe. Er müsse deshalb die Folgen tragen. Der Verteidiger sprach von  Fahrlässigkeit im Rahmen einer Ausnahmesituation. Es sei niemand gefährdet worden. Er bat um erneute Bewährung.

In seiner Urteilsbegründung betonte der Richter, dass der Beschuldigte nicht wegen seiner Alkoholkrankheit bestraft werden würde, sondern weil er sich unter Alkoholeinfluss ans Steuer gesetzt habe. Das Leben bestehe nun Mal aus Ausnahmesituationen und es sei die Kunst, sie zu bewältigen. Es gebe außerdem keinen sicheren Anhaltspunkt, dass der Angeklagte künftig den Alkohol meiden wolle.

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