DITTWAR

Solarpark Dittwar eröffnet – Kritische Worte an Claus Schmiedel

Eröffnet: Die Firma juwi AG übergab im Beisein von Claus Schmiedel (Fünfter von links) und Georg Nelius (Vierter von links) den Solarpark Dittwar an seine Betreiber, die BürgerEnergie Tauberfranken. Foto: Heike Heise

Es sah alles andere als nach der Sonne aus, die für die Stromgewinnung aus der riesigen Freiflächensolaranlage gebraucht wird. Der Wind zerrte an dem aufgestellten Zelt. Aber das tat der grundsätzlich positiven Stimmung keinen Abbruch. Die Dittwarer Anlage ist neben der in Heckfeld bereits die zweite Anlage dieser Art, welche die Bürgergenossenschaft betreibt.

Dennoch passten die grauen Wolken am Himmel. Mit dem schrittweisen Abbau der Einspeisevergütung hatte so schnell niemand gerechnet. „Es sieht aus, als ob dieser Solarpark der letzte seiner Art sein wird“, sagte Joachim Thees, Vorstand der Genossenschaft. Wenn sich die Bürgerenergie noch einmal entschließen sollte, eine weitere Freiflächensolaranlage in Betrieb zu nehmen, „dann im Wesentlichen mit Billigprodukten aus Fernost“, machte Thees seinem Ärger über die Preispolitik Luft. „Hier werden Ergebnisse mit einem dicken Hammer gemacht.“ Seiner Meinung nach haben damit die deutschen Hersteller von Solarmodulen und Wechselrichtern den Dolchstoß bekommen.

Tauberbischofsheims stellvertretender Bürgermeister Gerhard Baumann: „Wir freuen uns aus kommunaler Sicht, dass diese Anlage entstand, um den Bedarf an regenerativer Energie zu decken. Denn wir sehen den Raum als regenerative Energieregion.“ Auch er nutzte die Anwesenheit des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Claus Schmiedel, und des Landtagsabgeordneten Georg Nelius, um seinem Ärger über die anstehende Polizeireform Luft zu machen: „Ich bitte Sie, lassen Sie uns nicht im Regen stehen“, sagte er direkt an Schmiedel und Nelius gewandt.

Der Erste Landesbeamte, Dr. Ulrich Derpa, bezeichnete den Solarpark als „weiteren Baustein zum energieautarken Landkreis“. Er sieht, im Gegensatz zu Joachim Thees, die Entwicklung in Sachen Modulhersteller und Solaranlagen nicht ganz so kritisch.

Glückwünsche überbrachte Wolfgang Reiner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Tauberfranken. Die Sparkasse investiere und unterstütze gern in sinnhafte Projekte. Und dieses Projekt sei ein musterhafter Prozess, so Reiner. Projektleiter Timo Brühl, von der Firma juwi AG: „Wir können alle froh sein, dass die Anlage bereits im Dezember letzten Jahres ans Netz ging.“ Auch er ließ keinen Zweifel daran, dass unter der kommenden reduzierten Einspeisevergütung der Solarpark Dittwar aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zu einem späteren Zeitpunkt nicht hätte realisiert werden können.

„Der Main-Tauber-Kreis ist wirklich Vorreiter in allen Bereichen der regenerativen Energie. So wünschen wir uns das für das ganze Land. Wir haben genügend Wind und Sonne, um wesentliche Teile der Energie hier zu gewinnen. Denn das bringt uns Arbeit vor Ort“, so der Ehrengast Claus Schmiedel. In Bezug auf die sinkende Einspeisevergütung sagte er: „Dranbleiben. Denn der Pfad ist richtig. Und Rückschläge muss man aushalten.“

Viele Genossenschaftsmitglieder und Neugierige nutzten anschließend die Möglichkeit, den Solarpark ganz aus der Nähe in Augenschein zu nehmen. Und dass auch ohne Sonne.

Solarpark Dittwar

Investoren sind 190 Mitglieder der Bürgerenergie Tauberfranken 2 eG.

Die Kosten betragen rund vier Millionen Euro. Die Fläche der Anlage misst insgesamt acht Hektar, davon sind drei Hektar Ausgleichsfläche.

Leistung: 7612 Module liefern eine Nennleistung von 1,8 Megawatt(peak) und jährlich 1,9 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht etwa dem Energieverbrauch von 500 Haushalten. Die CO2-Einsparung beträgt 1,2 Tonnen.

Vor Ort: Joachim Thees (rechts), Vorstand der BürgerEnergie, informierte den Fraktionsvorsitzenden der SPD, Claus Schmiedel, über den neuen Solarpark Dittwar. Foto: Heike Heise

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