BETTINGEN

Spatenstich für den A3-Ausbau bei Wertheim

Auf der Abriss-Brücke: Winfried Kretschmann und Staatssekretärin Dorothee Bär eröffneten mit dem Ersten Spatenstich den Ausbau der A 3 zwischen Helmstadt und Wertheim. Foto: Andreas Brachs

Ein länderübergreifendes Projekt nahm am Mittwochmittag seinen sichtbaren Anfang: Der sechsstreifige Ausbau der A3 zwischen Helmstadt und Wertheim begann mit dem offiziellen ersten Spatenstich an der Autobahnbrücke bei Wertheim-Bettingen.

Dass die Kooperation zwischen dem „schwarzen“ Bayern und dem „grün-roten“ Baden-Württemberg reibungslos klappt, bestätigten die Redner von links und rechts der Landesgrenze. Allen voran lobte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Zusammenarbeit der beiden Länder auf der Südschiene: „Sie wächst und gedeiht auf allen wichtigen Gebieten“, fasste er das gute Miteinander mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer zusammen.

Der Grüne Kretschmann machte sich dafür stark, dass solche Anlässe in seinem Bundesland häufiger vorkommen. Er erinnerte daran, dass dort überdurchschnittlich viel Verkehr rollt. Ebenso zählte er auf, dass ein Viertel der Autobahnen und ein Drittel der Bundesstraßen in einem schlechten Zustand seien. Kretschmann forderte aber nicht nur mehr Geld vom Bund, sondern sagte den anwesenden Bürger auch schwäbisch-direkt: „Wenn wir mehr Straßen wollen, müssen wir auch mehr blechen.“

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Spatenstich A-3-Ausbau

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Lange hatten eine Bürgerinitiative und Politiker der Region dafür gekämpft, dass der sechsspurige A3-Ausbau zwischen Biebelried und Aschaffenburg nicht ausgerechnet auf dem 6,5 Kilometer langen Teilstück auf baden-württembergischer Seite unterbrochen wird.

Dorothee Bär, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, erklärte, dass im Bund inzwischen die Devise „Erhalt vor Neubau“ gelte. Umso mehr freute sie sich, dass der Bund für die in Bayern, Deutschland und Europa wichtige Magistrale das Geld bereitstellen konnte. Etwa 60 000 Fahrzeuge fahren täglich über den Streckenabschnitt bei Wertheim. Da der Personen- und Güterverkehr auf der A3 bis 2030 weiter zunehmen werde, genieße der Ausbau Priorität.

Bär erläuterte, dass ansonsten die Sanierung von Straßen und Brücken im Vordergrund stünden. Sie wünschte sich mehr Zusammenarbeit der Länder auf der Südschiene.

Helmut Schütz, Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Verkehrsministerium, stellte klar, dass die beiden Nachbarländer schon 2002 miteinander vereinbart hätten, dass die Autobahndirektion Nordbayern, die den A3-Ausbau federführend betreibt, auch das kurze Stück durchs „Ländle“ mitausbauen darf. Schon seit 2007 liege dafür die Baugenehmigung aus Stuttgart vor. Danach habe „nur noch“ die Finanzierung des Bundes gefehlt. Schütz räumte allerdings ein: „75 Millionen Euro zahlt auch der Bund nicht aus der Portokasse.“ So viel kostet nämlich der insgesamt 8,5 Kilometer lange Ausbau, der auch zwei Kilometer in Bayern umfasst. Schütz erläuterte den Ausbauplan: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Brücke, die bei Bettingen über die A3 führt, abgerissen; die Autobahn wird währenddessen gesperrt. Bereits begonnen haben die Arbeiten, die den heutigen Standstreifen befestigen und ihn auch für Lastwagen geeignet machen.

In den Jahren 2015 und 2016 werden dann die Richtungsfahrbahnen ausgebaut, bevor Anfang 2017 die neue Fahrbahndecke aufgetragen wird. Schütz versprach: „Im Frühsommer 2017 treffen wir uns dann zur Übergabe wieder.“

Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann war der Spatenstich in Wertheim Auftakt einer Besuchsfahrt durch den Main-Tauber-Kreis, den nördlichsten Landkreis in Baden-Württemberg. Höhepunkt sollte ein Bürgerempfang in der Wandelhalle im Kurpark in Bad Mergentheim am Abend werden. Dort sollten Bürger die Gelegenheit bekommen, den Ministerpräsidenten kennen zu lernen. Nach seiner Rede zu politischen Themen wollte er sich einer Bürgerfragerunde stellen.

Am Nachmittag hatte Kretschmann den Olympiastützpunkt in Tauberbischofsheim besucht. Die Olympiasieger Anja Fichtel und Matthias Behr wollten eine Führung durch das Fechtzentrum übernehmen.
Ein weiterer Programmpunkt war ein kommunalpolitisches Gespräch im Auditorium der neuen Wittenstein-Innovationsfabrik in Igersheim-Harthausen. Dabei hörte sich der Ministerpräsident die Fragen von Bürgermeistern, Abgeordneten, Kreisräten und der Kreisverwaltung mit Landrat Reinhard Frank an der Spitze an.

Weiteres Thema des Besuchs war der Strukturwandel in der Landwirtschaft, der am Beispiel des Jakobshofes in Bad Mergentheim-Markelsheim illustriert wurde. Dort unternahm der Ministerpräsident eine kleine Rundfahrt auf dem „Gelben Wagen“ und besichtigte die touristische Attraktion „Schlafen im Weinfass“. Auch ein Besuch auf dem Hof mit den neuen Ferienwohnungen und der Hackschnitzelheizanlage zur Versorgung der im Bau befindlichen seniorengerechten Wohnungen war geplant.

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