Lauda-Königshofen

Stadt kooperiert  mit Ravensburger Spieleverlag

(Von links) Martin Bethäuser, Christoph Kraus und Fabian Schwab präsentieren den Prototypen ihres selbst erfundenen Brettspiels mit dem Titel „Die Händler vom Taubertal“. Es wird Anfang 2020 von Ravensburger produziert. Foto: Stadt Lauda-Königshofen

Unter dem Titel “Die Händler vom Taubertal – Wer macht in Lauda-Königshofen ein Bombengeschäft?” bringt die Stadt Anfang 2020 ein Brettspiel mit historischem Setting heraus, dessen Regeln ein facettenreiches Spielerlebnis garantieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Erdacht wurde es von Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Für die Produktion nach höchsten Qualitätsstandards konnte der renommierte Ravensburger Spieleverlag gewonnen werden. Für die professionelle Umsetzung der innovativen Idee sicherte der Gemeinderat diese Woche seine volle Unterstützung zu.

Brettspiele bieten ein authentisches Gemeinschaftserlebnis und haben nichts von ihrer Faszination verloren, sagen die Initiatoren. Der beste Beleg hierfür sei die internationale Spielemesse „Spiel ‘19“, die derzeit in Essen ihre Pforten geöffnet hat. Dass Brettspiele ein solches Phänomen seien, liege wohl daran, dass sie Menschen aller Generationen zusammenbringen. An diesem Punkt knüpft die Stadt Lauda-Königshofen an.

Heimatgeschichte mal anders

„Die Idee, ein strategisches Brettspiel zu erfinden und professionell herauszugeben, ist sicherlich ungewöhnlich und sorgte erst einmal für Verblüffung. Aber genau das zeichnet eine gute Idee ja aus: Sie soll überraschen und neugierig machen – das ist uns hoffentlich gelungen. Die Spieler dürfen sich darauf freuen, die Stadtteile von Lauda-Königshofen in einem außergewöhnlichen Kontext kennenzulernen und in die spannende Geschichte unserer Heimat einzutauchen – das alles auf einem erstklassigen Niveau, das den Vergleich mit bekannten Spielehits nicht zu scheuen braucht“, fasst Christoph Kraus aus dem Projektteam die Entstehung zusammen.

Gemeinsam mit Martin Bethäuser, dem stellvertretenden Fachbereichsleiter, aber auch mit Fabian Schwab, Mitarbeiter im Bürgertreff Mehrgenerationenhaus, wurde über Monate hinweg eine gut funktionierende Spielmechanik ausgeklügelt und nach Feierabend in zahlreichen Partien mit wechselnden Testspielern immer weiter verfeinert – so lange, bis alle Spielmechanismen perfekt miteinander verzahnt waren.

Die Geschichte der „Die Händler vom Taubertal“ beruht auf historischen Ereignissen, Personen und Schauplätzen in Lauda-Königshofen mit Stadtteilen im 16. Jahrhundert. Auf spielerische Weise werden Themen wie Heimat, Weinkultur, Pilger- und Wallfahrtswesen, kirchliche und weltliche Herrschaftsstrukturen und dörflicher Alltag aufgegriffen. Und nicht nur das: Schüler wurden in die detaillierte Ausgestaltung aktiv eingebunden – zum Beispiel für diverse Unterrichtsprojekte. So haben sich Schüler aus der Gemeinschaftsschule eingebracht und mit ihrer Klassenlehrerin Fee Ungar zahlreiche Ideen zur Illustration der Spielmünzen im Kunstunterricht entworfen.

Schüler bringen sich mit ein

Schüler des Martin-Schleyer-Gymnasiums befassten sich gemeinsam mit ihrem Fachlehrer Stefan Nagelstutz mit verschiedenen Aspekten des Spiels. Die Referate, die daraus entstanden, befassen sich zum Beispiel mit den Zusammenhängen des Warenhandels in der frühen Neuzeit, dem dörflichen Leben vergangener Jahrhunderte, aber auch mit konkreten Persönlichkeiten der Lauda-Königshöfer Stadtgeschichte. Dazu zählt der berüchtigte Raubritter Hans Thomas von Absberg, der laut Chronik in Unterbalbach sein Unwesen trieb und eine zentrale Rolle im Spiel einnehmen wird. Die Schülerprojekte rund um das Brettspiel werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der städtischen Homepage abrufbar sein.

Doch „Die Händler vom Taubertal“ versteht sich nicht nur als innovative Form des Stadtmarketings, sondern verfolgt noch weitere Ziele. Das Spiel soll überall dort verankert werden, wo sich Menschen jeden Alters begegnen. Dazu haben sich vielfältige Einrichtungen bereiterklärt, das Spiel in ihr Angebot einzubinden: der Bürgertreff Mehrgenerationenhaus, die Stadtbücherei, die Mobile Jugendarbeit, etc. Das Projekt sieht folglich vor, dass eine bestimmte Anzahl an Spielen für gemeinnützige Zwecke sowie als Ausstattung der Dorfgemeinschaftshäuser, Vereinsheime und Jugendtreffs kostenlos zur Verfügung gestellt wird. 

Jury ist begeistert

Obwohl die Spieleerfinder noch nicht alle Details zum Spielablauf verraten wollten, ließen sich ihnen schon jetzt einige Details entlocken: Die Spieler schlüpfen in die Rolle fahrender Händler, die mit ihren Ochsenkarren durch Lauda-Königshofen reisen und ihre Waren möglichst clever an den Mann bringen wollen. Diese Waren werden zunächst auf dem Markt in Königshofen ersteigert. Dazu gilt es, eifrig mit den übrigen Mitspielern um das beste Angebot zu feilschen. Die Spieler haben dann die Qual die Wahl: Neben dem reinen Verkaufen ermöglichen weitere Spielelemente, den eigenen Spielerfolg strategisch zu beeinflussen. Aber Vorsicht! Es gibt da auch noch den Schwarzen Ritter, der nachts für seine Raubzüge aus seinem Versteck hervorkommt.

„Die Händler vom Taubertal“ hat nicht nur die Testspieler überzeugt, sondern auch die Jury des Förderprogramms LEADER. Viel ehrenamtliches Engagement bei der Entwicklung des Spiels und das Einbeziehen von unterschiedlichsten Gruppen fanden positiven Anklang beim Gremium und führten zu einem positiven Beschluss für die Stadt Lauda-Königshofen. Nicht zuletzt dank dieser Förderung in Höhe von 40 Prozent kann das Spiel in einer sehr hochwertigen Ausstattung beim Ravensburger Spieleverlag produziert werden.

Auf dieses Ochsenkarren-Tableau legen die Spieler ihre Waren, die sie zuvor auf dem Markt erworben haben. Strategische Regeln und über 80 Spielkarten bringen dabei Abwechslung, Taktik und Raffinesse ins Spiel. Foto: Stadt Lauda-Königshofen

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