Wertheim

Streit unter Asylbewerbern eskalierte

Vier Asylbewerber aus Syrien wohnten Anfang 2019 in einer Gemeinschaftsunterkunft in Boxtal. Im März kam ein Schreiben mit der Aufforderung, dass sie die Unterkunft räumen müssten und an einem anderen Ort untergebracht werden. Das erzeugte Verärgerung in der Gruppe. Alkohol wurde getrunken und schließlich entstand untereinander verbaler Streit. 

Einer der Kontrahenten ließ sich dazu hinreißen, einen anderen zu schubsen, zu schlagen und Geräte einer Musikanlage gegen ihn zu werfen. Dabei erlitt das Opfer eine Beule am Kopf und einen Kratzer an der Hand. Der Verursacher entschuldigte sich hinterher. Deshalb nahm der Geschädigte den bei der Polizei gestellten Strafantrag zurück. 

Die Staatsanwaltschaft sah jedoch ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung und erhob Anklage. Der Angeklagte wohnt inzwischen in Stuttgart und ist als Montagearbeiter beschäftigt. Das Amtsgericht Wertheim verurteilte ihn jetzt wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 30 Euro.

Der Angeklagte war im Wesentlichen geständig. Er sei damals in Eile gewesen, und der Geschädigte habe ihn immer wieder gefragt, wohin gehst du? Was machst Du künftig? Drei Landsleute wurden als Zeugen befragt. Ihre Aussage bestätigte die Situation. Das Gericht berücksichtigte bei der Strafhöhe die angespannte Situation, die verbale Auseinandersetzung, aber auch dass es keine ernsthafte Verletzung gab. Positiv gewertet wurde auch die Entschuldigung und dass der Verletzte kein Interesse an einer Strafverfolgung zeigte. 

Ursprünglich war zusätzlich von einer versuchten gefährlichen Körperverletzung ausgegangen. Der Beschuldigte hatte einen Stuhl ergriffen, um damit auf den Kontrahenten einzuschlagen. Wie die Beweisaufnahme ergab, kam es jedoch nicht zur Tatausführung. Deshalb wertete die Staatsanwaltschaft dieses Verhalten als freiwilligen Rücktritt von einer Gewalttat. 

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