Schönfeld

Theatergruppe Schönfeld: Premiere begeistert die Zuschauer

Selbstherrlich meint Bürgermeister Haselberger, er sei der Chef im Haus. Das bekommen seine Frau und Gemeindemitarbeiter Willi Murkser zu spüren Foto: Matthias Ernst

Was war das für ein Finale beim diesjährigen Theaterstück der Theatergruppe Schönfeld. Fast alle Schauspieler hatten sich auf der Bühne im Dorfgemeinschaftshaus versammelt, um die Verzichtserklärung des bisherigen Bürgermeisters in ihrem Theaterstück zu hören und vor allem den Nachfolger zu küren.

Gegenkandidat in weiter Ferne

Gottfried Haselberger (Andreas Deckert) hat nach 25 Jahren immer noch nicht genug vom Regieren im Ort und will sich zur Wiederwahl stellen. Grundsätzlich kein Problem, hat er sich in den vergangenen Jahren doch ein hervorragendes Netzwerk geschaffen und ein Gegenkandidat ist in weiter Ferne.

Auch zu Hause in der heimischen Gastwirtschaft führt Haselberger ein strenges Regiment. Sowohl seine Mutter Kläri (Barbara Deckert), als auch seine Frau Bruni (Eva Lesch) haben darunter zu leiden. So verbünden sie sich mit der Pfarrhaushälterin Wallburga Geistig (Martina Schmitt) und dem Gemeindemitarbeiter Willi Murkser (Wolfgang Nahm). Der steht eigentlich auf der Seite des Bürgermeisters, aber nur aus eigenem Vorteil. Da geht es ihm genauso wie seiner Frau und Dorftratsche Materna (Barbara Keller). Die will immer den eigenen Vorteil aus allem schlagen und setzt sich vehement dafür ein.

Ein Geheimnis im Stück

Was Regisseur Rudi Schlagmüller zusammen mit der Theatergruppe wieder auf die Bühne gezaubert hat, ist aller Ehren wert. Mit viel Witz, Lokalkolorit und Mundart wird das Stück präsentiert.

Als Landrat Egidius Proll (Markus Scheuermann) zusammen mit seiner Frau Dörte (Christina Kuhn) im Viehanhänger vom Bahnhof zu den Feierlichkeiten von Gottfried Haselberger abgeholt wird und entsprechend aussieht und riecht, stellt Scheuermann fest, dass "sie uns mit dieser Wolke nicht mal in Kirchheim in den Zug einsteigen lassen würden".

Welches kleine Geheimnis seine Frau allerdings mit Gottfried Haselberger hat, das kommt erst im Laufe des Stücks zutage. Es gibt dem "Saubermann" Haselberger eine entscheidende Wende und die Schauspieler auf der Bühne tun ihr möglichstes, um das Publikum auf die Folter zu spannen – mit voller Absicht.

Eine Büste vom Jubilar

Das Publikum geizte während des gesamten Abends nicht mit Beifall, jeder Abgang wurde beklatscht und das feuerte die Schauspieler noch zusätzlich an. Das trug zur Stimmung im Dorfgemeinschaftshaus bei und so wurde es mehr als ein lustiger Abend. Er wird in Erinnerung bleiben, zumal auch der ehemalige Bürgermeisterkandidat Stefan Deckert als zerstreuter Künstler Balduin Pimperlein im Stück mitwirkt. Er soll anlässlich des Bürgermeisterjubiläums eine Büste von dem Jubilar anfertigen.

Der Plan zur Resozialisierung des Bürgermeisters der drei Frauen geht zum Schluss natürlich auf. Aber wie der Weg dorthin ist, lässt viel Platz für schauspielerische Leistungen Foto: Matthias Ernst

Die Komödie von Beate Irmisch handelt in einem zweiten Strang von der bevorstehenden Bürgermeisterwahl im Ort von Gottfried Haselberger. Der bekommt in Person von Fahrlehrer Bodo Schnell (Kevin Krapf) einen echten Gegenkandidaten und kann damit nur sehr schlecht umgehen. "Ich bin der Bürgermeister", ruft Haselberger trotzig in den Saal und seine Frau Bruni erwidert: "Und wir sind das Volk". Denn letztlich bestimmen die Bürger, wer sie in Zukunft regieren soll.

Auswahl des Stückes zufällig

Pikant an dem Stück ist der Bezug zum wahren Leben. Denn während die Auftritte in Schönfeld laufen, findet der echte Wahlkampf von Großrinderfeld statt. Neben Stefan Deckert hatten sich im ersten Wahlgang noch drei weitere Kandidaten beworben. Nach dem ersten Wahlgang blieben noch zwei übrig.

Wie Hochmut einen Bürgermeister zu Fall bringen kann, das zeigt das Theaterstück eindrücklich, ohne Bezug auf den echten Wahlkampf nehmen zu wollen. Die Auswahl des Stückes war rein zufällig, gestand Wolfgang Nahm nach der Premiere. Als man sich entschloss dieses Stück aufzuführen, gab es noch keine Anzeichen für einen Bürgermeisterwechsel in Großrinderfeld.

Weitere Aufführungen des Stückes "Auch Saubermänner haben ein Verfallsdatum" sind am Freitag, 8. November, und Samstag, 9. November, jeweils um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Schönfeld. Nur noch wenige Restkarten gibt es an der Abendkasse, denn die Qualität der Schauspieler hat sich mittlerweile herumgesprochen.

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