DISTELHAUSEN

Urige Musik mit Kabarett gewürzt

Schräger Humor und deftiges Kabarett: Das Freie Fränkische Bierorchester sorgte mit bekanntem Liedgut für gute Stimmung im Saal.
Schräger Humor und deftiges Kabarett: Das Freie Fränkische Bierorchester sorgte mit bekanntem Liedgut für gute Stimmung im Saal. Foto: Uwe Büttner

Das Bierprogramm mit „das Totale Bamberger Cabaret“ (TBC) und „das Freie Fränkische Bierorchester“ fand in der Alten Füllerei der Distelhäuser Brauerei statt. Dabei gab es passend zum Motto urige Musik, gewürzt mit bissigem Kabarett und deftigem Humor – beides wurde vom begeisterten Publikum mit stürmischem Beifall honoriert.

Mit dem Bayerischen Füsiliermarsch und dem Lied der Franken zog das Freie Fränkische Bierorchester im Gefolge den fränkischen Barnabas in den voll besetzten Theatersaal ein. Dort stand der fränkische Mönch am Rednerpult und sagte mit voller Überzeugung: „Zuerst schuf Gott Himmel und Hölle und Malz und danach das Fränkische Bier“.

Kurz darauf ging es wie beim Nockherberg in die erste politische Runde. Was um Himmels Willen ist los mit unseren Parteien? Schwarz-Gelb ist ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Die FDP erreicht nur noch Zahlen wie ein Leichtbier und ist so glaubwürdig wie Kachelmann.

Er stellte fest, dass die Franken doch die besseren Deutschen sind, die mit ihrem fränkischen Bier für eine bessere Welt sorgen. Wären Nero, Hitler, Stalin und Guido Westerwelle durch das fränkische Bier bessere Menschen geworden? Hätte es nach dem Genuss des fränkischen Bieres die kleinen Missgeschicke wie Tschernobyl, Fukushima und Dieter Bohlen gegeben? Diese Fragen beschäftigten den ehrwürdigen Gottesmann.

Wortspiele rund ums Bier

Bierig ging es auf der Bühne im Zwiegespräch mit „Hopfen und Malz“ im naturgetreuen Outfit weiter. Die Bierkrise, die durch einen geilen „Bock“ mit einem Geschmacksverstärkten Hopfen entstand, löste so manche Lachsalve im Publikum aus. Mit biergetränkten Wortspielen ging es weiter. So war zu hören, dass ein seltsamer Kauzen aus Distelhausen als Berliner Kindl geboren sei und mit seinem Astra auf dem Dinkelacker gesichtet wurde.

Plötzlich erschien ein Dozent mit einem Vortrag über alternative Heilmethoden auf der Bühne und erzählte von seinem einwöchigen Seminar über die uralte Kunst des „Fränkischen Heilsaufens“, welches auf Pater Sebastian Kneipp zurückgehe. So muss man eine Woche in einer fränkischen Kultstätte verbringen und bei fränkischen Gesängen sich das Bamberger Rauchbier einverleiben.

Nach einer weiteren musikalischen Runde mit dem fränkischen Dudelsack und bekannter Weisen wurden die Blasen des Publikums auf sadistische Weise mit Wasserspielen malträtiert und das machte dem TBC sichtlich Spaß.

Nach der Pause kam der bayerische Umweltminister auf die Bühne, um außerhalb des Staatsgebietes die erste fränkische Marsmission anzukündigen. Die „Frankonauten“ hatten bereits ihr Training in Kleinrinderfeld abgeschlossen, um nun von der Distelhäuser Rampe in die Weiten des Weltalls vorzustoßen. Die Raketentriebwerke funktionieren auf Bierbasis mit Doppelbock, wie aus der Staatskanzlei zu hören war.

Sogar eine „Miss Presssack“ wurde von der Metzgerinnung in Distelhausen gewählt und dabei stand selbst der junge Metzger mit seinen Stiefeln im Blut. Für diese Wahl hatten die Recken eigens einen Titelsong komponiert: „Schau, schau, der Metzger steht im Blut“. Bei diesem Titel konnte sich kaum noch jemand vor Lachen auf dem Platz halten.

Übermäßiger Presssack-Genuss

In der letzten Nummer des Abends wurden zwei Zecher vom Sensenmann nach übermäßigem Genuss von flüssigem fränkischen Presssack Richtung Thüringen entführt.

Am Ende kamen noch einmal alle Akteure auf die Bühne, um gemeinsam zu singen. Der Abend klang in gemütlicher musikalischer Runde aus. Das Totale Bamberger Cabaret bot bestes politisches Kabarett und deftigen Humor mit aberwitzigen Charakteren. Passend dazu gab es das richtige Liedgut mit Volksliedern und Tanzmusik vom Freien Fränkischen Bierorchester aus Hof.

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