Marbach

„Urlaubsmuffel“ beim TSV Marbach

Blick in die Glasschüssel statt in die Glaskugel: Verwirrt durch Spuk und Geister zeigte man sich in dieser Szene beim Lustspiel in drei Akten, „Der Urlaubsmuffel“ von Beate Irmisch, präsentiert von der Theatergruppe des TSV Marbach in der voll besetzten Turnhalle. Foto: Herbert Bickel

„Urlaub, mach' mal Urlaub, komm wir packen unsre sieben Sachen“, so besang es Ulla Norden bereits 1981 in ihrem beschwingten Schlager – und sichtlich fröhlich und unbeschwert ging es nun auch in der Halle des Turn- und Schützenvereines Marbach zu. Dort „packten“ nicht sieben, sondern gar zusammen acht Darsteller das zwar ungewohnt mit Zwischenapplaus geizende, dafür am Schluss – nach fast drei Stunden – umso länger Beifall spendende und daher gleich mehrere „Vorhänge“ einfordernde Publikum mit einer wiederum gelungenen Vorstellung.

Seit inzwischen etliches mehr als sechs Jahrzehnten pflegt man in Marbach bereits ohne Unterbrechung die Tradition, jeweils über die Jahreswechsel stets für beste Unterhaltung zu sorgen. Auch zum Ende von 2018 und zum 2019er-Anfang fehlt somit dieser immer gut besuchte Anziehungspunkt der Theatergruppe, einer kleinen, jedoch feinen TSV-Abteilung, nicht, die mit ihrem jetzigen Stück erneut voll „ins Schwarze“ traf – eigentlich aber auch kein Wunder bei einem ja bekanntlich von der Aufgabe her zielgenau ausgerichteten Verein.

Laute Lacher im Publikum

Diesmal dreht sich auf der liebevoll gestalteten Bühne der Turnhalle alles um den „Urlaubsmuffel“, eine Komödie in drei Akten von Beate Irmisch, zu der nach mehrwöchigen und intensiven Proben sowie einem vollauf überzeugenden Auftakt noch fünf Termine auf dem Programm stehen. Die rund 150 Besucher des Premierenabends im ausverkauften TSV-Domizil fühlten sich jedenfalls bestens unterhalten, zu messen auf jeden Fall auch daran, wie oft lautes Lachen den Saal erfüllte.

Kein Wunder, glänzten doch bei diesem dreiteiligen Schwank die jeweils durchweg ihr schauspielerisches Talent zeigenden heimischen Akteure wie der Zahnarzt und sonst eigentlich bekennende Urlaubsmuffel Hans Strobel (Wolfgang Weigand), seine vom Urlaub träumende Frau Elfriede Strobel (Mechthild Weigand), der unterm Pantoffel stehende Gastwirt und Freund von Hans, Gerd Mecker (Ottmar Schmitt), dessen rabiate, laute und eingebildete Frau Wilma Mecker (Luzia Haas), der sehr gewissenhafte, allerdings auch trinkfreudige Polizist Arthur Meier (Michael Hofmann), die schon ältere, dafür gewitzte Praxishilfe bei Strobel, Loni Lieblich (Sandra Köhler), die äußerst neugierige Postbotin Luise Bierdeckel (Jutta Haun) sowie nicht zuletzt der die große und weite Welt liebende Pfarrer Lüdenscheid (Hartmut Schäffner).

Bei den Souffleusen Maria Fürst und Carina Haun sei zum Inhalt vor den noch folgenden Aufzügen nur so viel verraten, dass alles mit sogenannten „langen Zähnen“ beginnt, die man schon bekommen kann, wenn die liebe Nachbarschaft des Öfteren die Koffer packt, um sich in der weiten Welt umzusehen. Wieder daheim, prahlt man dann natürlich, was das Zeug hält.

Kaffeefahrt gewonnen

Als krasser Gegensatz dazu erweist sich Hans Strobel, der seinen Urlaub am Liebsten zu Hause genießt, während dafür seine Frau Elfriede bereits lange von einer gemeinsamen Reise in den Süden träumt. Als die Gattin nun in einem Urlaubs-Preisausschreiben auf dem dritten Platz landet, löst das bei ihr naturgemäß eine große Freude aus. Leider handelt es sich dabei nur um eine Kaffeefahrt in den Teutoburger Wald mit einer Übernachtung – somit logischerweise eine riesige Enttäuschung.

Als die Nachbarschaft jetzt auch noch erfährt, dass Elfriede Gewinnerin eines Preisausschreibens ist, lacht man sich insgeheim ins Fäustchen. Vielleicht handelt es sich mal wieder um einen Karton Nudeln oder eine Heizdecke. Aber diese Blöße will sich die Familie Strobel nicht geben und so lautet das Motto durchweg: „Lügen, bis sich sprichwörtlich die Balken biegen.“

Restkarten gibt es für die Aufführungen am 4., 5. und 12. Januar je ab 20 Uhr, während die Vorstellung am 6. Januar schon um 18 Uhr beginnt. Reservierungen per E-Mail unter theaterkarten@tsv-marbach.net oder Tel.: (09343) 8084 bei Jutta Haun (18 bis 20 Uhr).

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