Lauda-Königshofen

Warum Jugendliche verstärkt mitarbeiten wollen

Bürgermeister Thomas Maertens nahm von Andre Henning und Marco Hess (von links) die Unterschriftenliste zur Beantragung einer Jugendvertretung in der Stadt entgegen. Foto: Matthias Ernst

Nach der letzten Neuordnung der Gemeindeordnung im Jahr 2015 stehen Kindern und Jugendlichen mehr Rechte bei der Mitwirkung von Entscheidungen, die sie betreffen, zu. Das ist in Paragraf 41 geregelt. Hier heißt es, dass die Gemeinde bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise Kinder beteiligen kann und Jugendliche muss.

Dafür sind von der Gemeinde geeignete Beteiligungsverfahren zu entwickeln. Es können beispielsweise ein Jugendgemeinderat oder eine andere Jugendvertretung einrichtet werden. Sollten die ordentlich gewählten Gemeindevertreter keine eigene Initiative entwickeln, haben die Jugendlichen das Recht, selbst einen Antrag auf Beteiligung stellen.

Gemeinderat entscheidet in den nächsten drei Monaten

In Lauda-Königshofen wurde nun ein solcher Antrag gestellt. Der Ortsvorsitzende der Jungen Union (JU) Andre Henning aus Oberbalbach und der Stadtverbandsvorsitzende Marco Hess übergaben eine entsprechende Liste mit 24 Unterschriften an Bürgermeister Thomas Maertens. Dieser nahm den Antrag wohlwollend entgegen und wird den Gemeinderat in den nächsten drei Monaten entscheiden lassen, inwieweit die Jugendlichen in Zukunft in der Stadt an Entscheidungen beteiligt werden können.

Maertens erinnerte daran, dass es bereits zu Anfang dieses Jahrtausends ein Jugendparlament in Lauda-Königshofen gab, das aber mangels weiterem Interesse wieder aufgelöst worden war. Im Moment sei wieder ein wachsendes politisches Interesse bei den Jugendlichen zu beobachten, berichtete Marco Hess, und führte als Beispiel die Fridays for Future-Bewegung an. Man müsse die Jugendlichen im Kreis möglichst frühzeitig für politische Themen interessieren und sie beteiligen, wenn sie als junge Erwachsene wegziehen, sei es zu spät.

Nötige Unterschriften in nur vier Tagen gesammelt

Hess nannte als positives Beispiel das Jugendparlament in Bad Mergentheim, wo Jugendliche am Entscheidungsprozess bei sie betreffenden Entscheidungen ein Mitsprachrecht haben. So ähnlich könnte es auch in Lauda-Königshofen laufen, hoffen die Unterzeichner des Antrags. Man ist sich sicher, dass die Beteiligung von Jugendlichen am politischen Geschehen so in Zukunft in Lauda-Königshofen noch besser möglich ist. Positiv empfanden Hess und Henning, dass die nötigen Unterschriften innerhalb von nur vier Tagen gesammelt werden konnten. Und das, so betont Hess, überwiegend von Nicht-JU-Anhängern.

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