Tauberbischofsheim

Was 2020 für den Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis bringt

Das Arbeitsmarktjahr 2019 war ein Jahr, das von weltwirtschaftlichen Ereignissen stark geprägt wurde. Das Jagen von Rekord zu Rekord sei endgültig vorbei, schreibt die Arbeitsagentur Tauberbischofsheim in einer Pressemitteilung.

"Aber 2019 war auch ein Jahr des Wandels und der Chancen. Veränderte Anforderungen und Schwerpunkte, aber auch große Herausforderungen", resümiert Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

Mit dem Qualifizierungschancengesetz hat der Gesetzgeber Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung Arbeitsloser, aber auch von Beschäftigten, wenn sich ihr Arbeitsplatz aufgrund Digitalisierung und Automatisierung verändert. Für die zielgerichtete und frühzeitige Weiterbildung der Beschäftigten ist eine enge Zusammenarbeit der Agentur mit den Arbeitgebern und Netzwerkpartnern wichtig, heißt es in der Mitteilung.

Zehn Millionen Euro für Weiterbildungen

Die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim hat 2019 rund 1400 Weiterbildungen gefördert, davon rund 350 Weiterbildungen für Beschäftigte in ihren Betrieben. Die Arbeitsagentur hat dafür insgesamt über zehn Millionen Euro eingesetzt.

Mit dem im vergangenen Jahr eingeführten Teilhabechancengesetz haben über 100 Menschen im Agenturbezirk nach langer Arbeitslosigkeit den Weg zurück in das Erwerbsleben geschafft, so die Mitteilung.

Im Jahresdurchschnitt waren weniger Menschen arbeitslos als 2018. Durchschnittlich waren 9122 Menschen arbeitslos gemeldet, 0,8 Prozent weniger als 2018. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Agenturbezirk liegt wie auch 2018 bei 2,7 Prozent. Durchschnittlich waren 7429 Stellen gemeldet, 5,7 Prozent weniger als in 2018.

Im Main-Tauber-Kreis liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent). Es wurden 1981 Arbeitslose gezählt, 1,4 Prozent weniger als 2018. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 2539; 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Gemischter Ausblick auf 2020

Ein positiver Ausblick ist, dass auch 2020 die Beschäftigung weiterwachsen wird, wenn auch langsamer als in den vergangenen Jahren. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet einen Anstieg um 0,4 Prozent. Fachkräfte werden in vielen Bereichen weiterhin dringend gesucht.

"Auf der einen Seite werden wir vor der Aufgabe stehen, den zu erwartenden Anstieg der Arbeitslosigkeit abzufangen und auf der anderen Seite dem Fachkräftemangel gezielt entgegen zu wirken", so Karin Käppel.

Deutschland brauche Zuwanderung und mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das im März in Kraft tritt, habe die Regierung die Umsetzung dafür vereinfacht, heißt es in der Pressmitteilung. Denn das Fehlen der Fachkräfte könne zur Wachstumsbremse werden. Doch Zuwanderung funktioniere nur begrenzt, deshalb sollten inländische Potenziale ausgeschöpft werden, so die Mitteilung.

"Der Strukturwandel in den Unternehmen ist in vollem Gange bei wirtschaftlich unruhigem Fahrwasser. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, vorausschauend zielgerichtet zu qualifizieren, um den Fachkräftebedarf zu decken und Arbeitslosigkeit zu vermeiden", wird Karin Käppel in der Pressemitteilung zitiert.

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