Wittighausen

Weniger Einsätze für die Feuerwehrleute

Rettung aus einem tiefen Schacht war eine Schulung im Rahmen der WABS im vergangenen Jahr. Foto: Matthias Ernst

Viele Feuerwehrleute aus allen Abteilungen waren zur Jahresversammlung der Feuerwehr Wittighausen gekommen. Kommandant Herbert Reinhard begrüßte neben Bürgermeister Marcus Wessels den stellvertretenden Kreisbrandmeister Heiko Wolpert als Ehrengast.

Thomas Landwehr spielte mit seiner Trompete zum Totengedenken auf. Die ungewöhnliche Untermalung zum Gedenken hatte Reinhard eingeführt. Danach ging es um Fakten und Zahlen der Feuerwehr seit der letzten Generalversammlung vor zwei Jahren. Mit 111 aktiven Wehrleuten hat man drei mehr als 2017,außerdem 26 Alterskameraden (20) und 26 Personen bei der Jugendfeuerwehr 26 (27).

Bei der Einsatzstatistik berichtete Reinhard: "So ruhig und unspektakulär wie die letzten zwei Jahre war es schon lange nicht mehr." Insgesamt sei die Feuerwehr 21 Mal gerufen worden, darunter zweimal wegen der "Kernaufgabe Feuer", jeweils zu Kleinbränden im Freien. Die weiteren Alarmierungen erfolgten unter anderem aufgrund eines Verkehrsunfalls sowie auslaufender Betriebsstoffe. Außerdem zählten zu den Einsätzen die Sicherheitswachen bei Veranstaltungen und Prozessionen. Insgesamt wurden 560 Stunden Einsatzzeit (ohne Nachbereitung) erbracht.

Brandbekämpfung und Personenrettung

Wie bei fast allen Wehren bereitet die schwache Einsatzstärke bei Alarmierungen an Werktagen Sorge. Reinhard warnte davor, sich aufgrund der geringen Einsatzzahlen nicht mehr mit der gebotenen Intensität und Einstellung dem Feuerwehrwesen zu widmen. "Damit wir für unsere Aufgaben gerüstet sind, bedarf es nach wie vor der Übung und Ausbildung sowohl am Standort als auch überregional."

Die Alarmübungen für die vier Abteilungswehren fanden 2017 am Raiffeisenlagerhaus und 2018 am neuen Bauhof statt. Ein weiterer Punkt war das Wittighäuser Atem- und Brandschutzseminar (WABS) 2018, bei dem Trainingseinheiten zur Brandbekämpfung für die Atemschutzgeräteträger und Manöver zur Rettung von Personen aus einem Tiefenschacht im Regenüberlaufbecken auf dem Programm standen. Darüber hinaus referierten Matthias Widmayer, Leiter der Notfallseelsorge im Main Tauber Kreis, über "Notfallseelsorge für und im Feuerwehrdienst" und Stefan Spöckel, DB Notfallmanager aus Würzburg, über "Gefahren, Vorsichts- und Hilfsmaßnahmen sowie Ausrüstungen bei Einsätzen auf den Anlagen der DB".

Der Zusammenschluss der Abteilungen Poppenhausen und Oberwittighausen sei ein "unumgänglicher und notwendiger Schritt" gewesen. "Die weitaus überwiegende Mehrheit hat sich mit dieser Fusion einverstanden gezeigt und sie als richtigen Weg für die Zukunft angesehen", berichtete Reinhard. Der Gemeinderat wird in seiner nächsten Sitzung die überarbeitete Satzung verabschieden.

Förderantrag für neues Fahrzeug

Nach einem Bericht der Jugendfeuerwehren Unter-/Oberwittighausen und Vilchband über Übungen und Aktivitäten sowie dem Kassenbericht durch Sebastian Henneberger und der Bestätigung des Revisors einer einwandfreien Kassenführung wurde die Führung einstimmig entlastet.

Bürgermeister Marcus Wessels sagte: "Selbst wenn die Zahl der Einsatzabteilungen ganz im Sinne der Gemeinde von vier auf drei reduziert wurde, hat die Schlagkraft der Feuerwehr Wittighausen nicht abgenommen, sondern eher im Gegenteil, eine starke Abteilung ist viel mehr wert als zwei schwache." Für die Wehr in Oberwittighausen sei ein Förderantrag auf ein neues Fahrzeug gestellt worden, allerdings sei es ungewiss, ob die Gemeinde dieses Jahr zum Zug kommt. "Ich hoffe jedoch, dass wir im kommenden Haushaltsjahr den Erwerb angehen können. Aber darüber hat letztlich der neue Gemeinderat zu entscheiden", so Wessels.

Heiko Wolpert bezeichnete den Feuerwehrbedarfsplan als "einen Weg in die richtige Richtung". Das Feuerwehrwesen habe sich im Laufe der Zeit geändert. "Eine FFW kann nur funktionieren, wenn sich die verschiedenen Generationen kameradschaftlich ergänzen", sagte Wolpert, der in diesem Zusammenhang die engagierte Arbeit der Jugendfeuerwehr würdigte.

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