LAUDA/MAIN-TAUBER-KREIS

Wertschätzung und Anerkennung

Prüfung vor mindestens 50 Jahren abgelegt: Die Goldenen Meisterbriefe wechselten 23 Mal auf der Bühne den Besitzer; die Tradition seitens der Kreishandwerkerschaft erfuhr eine Ausweitung, ersichtlich an den rund 360 bestens unterhaltenen Besuchern. Foto: Herbert Bickel

Jetzt gab?s gar noch eine Steigerung: Hatte man nach zuvor regelmäßigen Goldenen Meisterbriefen 2016 erstmals auch die Diamantene Ausführung verliehen, so setzte diesmal die Eiserne Version dem Ganzen gewissermaßen die Krone auf.

Mit der bereits vor 70 Jahren in Heilbronn erfolgreich abgelegten Prüfung stand daher der 94-jährige Schmiedemeister Erich Plank aus Weikersheim im Mittelpunkt der gut dreistündigen traditionellen Altmeisterfeier der Kreishandwerkerschaft Main-Tauber, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, mit Sitz in Tauberbischofsheim, am Sonntag in der Stadthalle in Lauda.

Bei musikalischer Umrahmung durch die Altherren-Kapelle Grünsfeld unter der Leitung von Manfred Krug und zwei Einlagen der Tanzgruppe Gerichtstetten – „Auf Spurensuche“ und „Wovon Mädels träumen“ – drehte sich vor rund 360 Besuchern im Verlauf des Nachmittages natürlich alles um die diversen Meisterbriefe in Eiserner, Diamantener (elf) und Goldener Ausfertigung (23) – siehe dazu die Info-Box – ausgehändigt durch eine prominente Fünfer-Runde bei Moderation durch die Geschäftsführerin Angelika Gold.

Die Bedeutung des Ehrenamtes herausstreichen.

Zuvor hatte jedoch schon Kreishandwerksmeister Michael Szabo nicht nur zahlreiche Ehrengäste, sondern vor allem ebenso die Obermeister, ihre Stellvertreter oder beziehungsweise die Vorgänger der verschiedensten Innungen ausdrücklich willkommen geheißen, gehe es ihm doch in diesem Umfeld unter anderem auch darum, speziell die Bedeutung des Ehrenamtes herauszustreichen.

Ohne das persönliche und allemal die Szene belebende Engagement verkümmere ansonsten die Gesellschaft zusehends, warnte der Wertheimer, der den gestandenen Meistern zu ihren Leistungen auf den unterschiedlichsten Ebenen über Jahrzehnte hinweg gratulierte.

Wegweisendes Grußwort.

Auf die lange Tradition dieser beliebten Veranstaltung hob danach in seinem wegweisenden Grußwort der Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Ulrich Bopp, ab, der sich nach Betrachtungen zum Lebenswerk des 94-jährigen Erich Plank aus Weikersheim allen Meistern zuwandte, gelte ihnen doch gleichermaßen seine Wertschätzung, sein Respekt und seine Anerkennung. „Denn mit der Gründung von eigenen Handwerksbetrieben haben Sie Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen sowie andere Menschen in Lohn und Brot gebracht“, bekräftigte der Präsident, der über den Umgang mit dem Nachwuchs und die Sicherung der Zukunft besonders noch das ehrenamtliche Engagement in das Blickfeld rückte.

Nicht möglich gewesen sei dies jedoch alles ohne die für den Erfolg eines florierenden Betriebes unerlässlichen Handwerkerfrauen als Allround-Mitarbeiterinnen, wusste Bopp, der daraufhin das Augenmerk verstärkt auf die derzeitige Wirtschaftslage in diesem Bereich lenkte. Was die aktuelle Konjunktur anbelange, könne er zur Region Heilbronn-Franken für 2016 zumeist gute Geschäfte konstatieren, so Ulrich Bopp, der allerdings Sorgen aufgrund negativer Nachrichten und etlicher Unsicherheitsfaktoren nicht verhehlte.

Der Einstellungsfreude keinen Abbruch getan.

So rechneten nur noch rund 32 Prozent mit weiter steigenden Aufträgen, während dagegen etwa 23 Prozent einen Rückgang befürchteten, betonte der Redner, der allerdings unterstrich, dass dies der Einstellungsfreude keinen Abbruch tue. So sei die Zahl der Beschäftigten im Handwerk der Region zuletzt im Quartal gestiegen, hätten doch 9,4 Prozent der Betriebe zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, nicht zu vergessen die positive Weiterentwicklung in Hinsicht auf die Situation bei der Ausbildung, hieß es. So habe man zum 31. Dezember 2016 im Kammerbezirk insgesamt 1892 neu eingetragene Lehrverträge registriert – ein sattes Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Damit setze sich der Aufwärtstrend bei den neuen Auszubildenden fort, bestätigte mit Zufriedenheit der Präsident, der noch auf den sukzessiven Ausbau der Unterstützung von Flüchtlingen abhob, ehe der stellvertretende Bürgermeister von Lauda-Königshofen, Norbert Groß, den zu ehrenden Meistern attestierte, dass sie in den seitherigen fünf, sechs oder gar sieben vergangenen Jahrzehnten jeweils Überdurchschnittliches geleistet hätten. Dieser Aussage stimmte im Anschluss auch MdB Alois Gerig zu, der sich stolz auf seinen eigenen Meistertitel zeigte, bevor er seine Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck brachte.

Das Handwerk habe nicht nur goldenen Boden, sondern bilde darüber hinaus auch das entscheidende wirtschaftliche Rückgrat, wusste der Bundestagsabgeordnete, der sich daraufhin ausgiebig mit dem wichtigen dualen System befasste, um danach gleichzeitig für eine Absenkung der Mindestschülerzahlen in den gewerblichen Bildungseinrichtungen zu plädieren. Wie Gerig abschließend festhielt, „gilt es auf jeden Fall, weiterhin für den Erhalt des Meisterbriefes und -titels zu kämpfen“.

Eiserne, Diamantene und Goldene Meisterbriefe verliehen

Neben einem Eisernen gab es insgesamt elf Mal den Diamantenen und 23 Mal den Goldenen Meisterbrief.

Zuerst der Eiserne:

Schmiedemeister: Erich Plank (Weikersheim).

Hier die Diamantenen:

Dreher: Manfred König (Wertheim).

Elektroinstallateur: Otto Keck (Freudenberg).

Fleischer: Georg Dürr (Wertheim).

Friseurin: Waltraud Regler (Wertheim).

Maler und Lackierer: Edwin Arnold (Mondfeld).

Maschinenbauer: Gerhard Lutz (Wertheim).

Maschinenschlosser: Karl Lutz (Wertheim).

Schmiedemeister: Heinrich Schimmel (Merchingen).

Schreiner: Richard Dürr (Bad Mergentheim), Bertold Wachter (Boxberg-Wölchingen).

Tapezierer: Hans Diehm (Urphar).

Hier die Goldenen:

Bäcker: Manfred Kraft (Wertheim).

Damenschneiderin: Angelika Haag (Königheim).

Elektroinstallateur: Horst Reinhart (Külsheim), Hugo Wegert (Schweigern).

Flaschner: Herbert Bareither (Weikersheim).

Fleischer: Peter Geier (Külsheim), Kurt Stolz (Gerlachsheim).

Glasinstrumentenmacher: Hans-Jürgen Kluge (Wertheim).

Gas- und Wasserinstallateur: Edmund Geiger (Werbach).

Heizungs- und Lüftungsbauer: Bernd Pfeil (Wertheim).

Klempner: Hans Jäger (Niederstetten).

Kraftfahrzeugmechaniker: Dietmar Ballweg (TBB), Dieter Wonn (Bad Mergentheim), Helmut Lang (Großrinderfeld), Kurt Körner (Distelhausen).

Maurer: Franz Beck (Krautheim).

Maler und Lackierer: Josef Hofmann (Tauberbischofsheim), Philipp Faul (Königshofen), Horst Hitzfelder (Igersheim).

Stuckateur: Georg Lack (Weikersheim).

Schlosser: Dieter Zwirner (Lauda).

Werkzeugmacher: Oskar Seubert (Bad Mergentheim).

Zentralheizungs- und Lüftungsbauer: Gregor Hiller (Wertheim). bix

Eiserne und Diamantene Meisterbriefe verliehen: Bei der traditionellen Altmeisterfeier in der Stadthalle in Lauda gab es diese besonderen Auszeichnungen neben einer Premiere gleich elf Mal; hier die Geehrten, dazu (stehend von links) Präsident Ulrich Bopp, Kreishandwerksmeister Michael Szabo, Geschäftsführerin Angelika Gold, MdB Alois Gerig und stellvertretender Bürgermeister Norbert Groß. Foto: Herbert Bickel

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