Wittighausen

Wie die Eiche die Bilanz von Wertholz aus dem Taubertal rettet

Beim Rundgang im Bergwald bei Unterwittighausen informierten Uwe Renk, Amtsleiter der Holzverkaufsstelle im Main-Tauber-Kreis, und Forstrevierleiter Christian Hofmann Waldbesitzer und Interessenten über die Ergebnisse des Submissionsverkaufs von Stammwertholz.
Beim Rundgang im Bergwald bei Unterwittighausen informierten Uwe Renk, Amtsleiter der Holzverkaufsstelle im Main-Tauber-Kreis, und Forstrevierleiter Christian Hofmann Waldbesitzer und Interessenten über die Ergebnisse des Submissionsverkaufs von Stammwertholz. Foto: Matthias Ernst

Erstmals seit der Forststrukturreform im vergangenen Jahr fand wieder ein Rundgang im Bergwald zwischen Unterwittighausen und Vilchband im Rahmen des jährlich durchgeführten Taubertäler Submissionsverkaufs von Stammwertholz statt.

Privatwaldbesitzer und Interessenten informierten sich über baumartenspezifische Resultate des Submissionsverkaufs und über aktuelle Tendenzen auf dem Wertholzmarkt. Regie führten in diesem Jahr erstmals der Amtsleiter der Holzverkaufsstelle im Main-Tauber-Kreis, Uwe Renk, und der neue Revierleiter Christian Hofmann.

Grünbachrevier zum Jahresbeginn neu aufgestellt

Hofmann ist seit Jahresbeginn Leiter des neu aufgestellten "Grünbachreviers" mit Grünsfeld, Wittighausen und Großrinderfeld und somit Nachfolger von Peter Kugler, der sich genauso zu den Teilnehmern des Rundgangs gesellte, wie Wittighausens Bürgermeister Marcus Wessels.

Renk ist seit Januar für den Wertholzverkauf der Submission zuständig. Er war zufrieden mit dem Submissionstermin. In der Summe sei mit den rund 2760 Festmetern an Stammhölzern, die auf den Lagerplätzen Bergwald in Wittighausen, in Kirchnersbrunn und Nassig, beide bei Wertheim, und auf dem Roggenberg in Bad Mergentheim angeboten wurden, einen Erlös von rund 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet worden.

Die Angebotsmenge und der Gesamterlös gingen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Das sei darauf zurückzuführen, dass zum Jahreswechsel die Betreuung des Staatswaldes landesweit aus den Landratsämtern ausgegliedert und in den Landesbetrieb "ForstBW" überführt worden war. Jedoch seien die Kubikmetererlöse um elf Prozent gestiegen.

Nur Werthölzer aus Kommunal- und Privatwäldern

Insofern habe sich die Nichtteilnahme des Staatswaldes und des Landkreises Schwäbisch Hall an der diesjährigen Submission auf das Aufkommen ausgewirkt. Erstmals wurden ausschließlich Werthölzer aus Kommunal- und Privatwäldern angeboten.

Stark angeboten wurde erneut Eichenholz mit 2250 Festmeter . Das waren knapp 92 Prozent des gesamten Angebots.Die hohen Erlöse für Eichenstammholz trugen wesentlich zu dem positiven Gesamtergebnis bei. Durchschnittlich lag der Preis bei dieser Baumart bei 500 Euro pro Festmeter und somit um elf Prozent über dem Vorjahr.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wurden fast nur noch für qualitativ hochwertige Waren Angebote abgegeben. Hofmann verdeutlichte in diesem Zusammenhang den wertmindernden Befall durch Eichenkernkäfer und Eichenprachtkäfer.

Auf weitere Laubholzarten wie Bergahorn, Roteiche, Elsbeere, Kirsche und Esche entfielen nur vier Prozent. Insgesamt wurden 16 Festmeter Kirschen und 66 Festmeter Eschen zu fast vergleichbaren Preisen wie bei der vorherigen Saison zugeschlagen. Diese betrugen bei der Kirsche im Durchschnitt 80 Euro und bei der Esche 70 bis 160 Euro.

Stämme von Eschen sind noch weitgehend gesund

"Wichtig ist, dass die Esche noch weitgehend gesund und der Stamm nicht von Nekrosen befallen ist", sagte Hofmann trotz des fortschreitenden Triebsterbens bei Eschen, das auf einen Pilzbefall zurückzuführen sei.

Nadelhölzer, die zentral auf dem Bad Mergentheimer Roggenberg angeboten wurden, verminderten sich auf die Hälfte. Lärchen und Douglasien erreichten zusammen knapp 91 Festmeter, was vier Prozent des gesamten Wertholzangebotes entsprach.

Erfreulicherweise seien die Erlöse gesteigert worden, sagte Hofmann. Die Preise bei Douglasien lagen mit durchschnittlich 216 Euro pro Festmeter um elf Prozent und bei Lärchen mit durchschnittlich 280 Euro um zwölf Prozent höher als im vergangenen Jahr.

Privatwaldbesitzer sollen auf hohe Qualität achten

"Im nächsten Jahr sollten Privatwaldbesitzer ganz besonders auf hohe Qualität achten", sagte Hofmann. Regelmäßige Kontrolle und ein gegebenenfalls zeitnaher Einschlag seien nicht nur bei Eschen, sondern ebenso bei absterbenden Buchen sehr wichtig, auch um Unfallgefahren beim Fällen zu verhindern, lautete ein Hinweis des Revierleiters.

Mindere Qualitäten wie Gipfelstücke von Eichenstämmen oder Eichenholz mit Käferbefall sollten dagegen nicht mehr zur Submission gebracht werden, um die Erlöse hochzuhalten. Sie könnten allenfalls im Freihandverkauf veräußert werden.

Christian Hofmann verdeutlichte den wertmindernden Befall durch Eichenkernkäfer und Eichenprachtkäfer an deren Fraßspuren exemplarisch bei einigen Stämmen.
Christian Hofmann verdeutlichte den wertmindernden Befall durch Eichenkernkäfer und Eichenprachtkäfer an deren Fraßspuren exemplarisch bei einigen Stämmen. Foto: Matthias Ernst
Befall und Fraßspuren an einem Stamm durch Eichenkernkäfer und Eichenprachtkäfer.
Befall und Fraßspuren an einem Stamm durch Eichenkernkäfer und Eichenprachtkäfer. Foto: Matthias Ernst

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