Großrinderfeld

Wie es nun im Großrinderfelder Rathaus weiter geht

Großrinderfelds neuer Bürgermeister Johannes Leibold (links), seine Frau Nicole und MdL Professor Wolfgang Reinhart kurz vor der Verkündung des Wahlergebnisses. Foto: Matthias Ernst

Er ist 32 Jahre alt und wird mindestens für die nächsten acht Jahre Bürgermeister von Großrinderfeld sein, Johannes Leibold. So jedenfalls war der Wählerwille beim zweiten Wahlgang in der Großgemeinde. Der gelernte Schreinermeister und Geschäftsführer einer Ladenbaufirma in Würzburg wechselt also aus der Privatwirtschaft in die staatliche Verwaltung. In seinem Wahlkampf hat er deutlich gemacht, dass er einige Änderungen vornehmen möchte und die Verwaltung bürgergerechter ausrichten will.

Bis zum Schluss spannend

Dabei war der Weg bis zur Verkündung des Ergebnisses des zweiten Wahlgangs etwas holpriger als man erwartet hatte. Obwohl Leibold schon im ersten Wahlgang als klarer Sieger, jedoch ohne die notwendige absolute Mehrheit, hervorgegangen war, blieb es bis zum Schluss spannend. Sein einzig verbliebener Gegenkandidat Thomas König hatte in den letzten Wochen einen sehr guten Wahlkampf geführt und viele neue Bürger von seinen Zielen überzeugen können. Trotzdem reichte es nicht zum Wahlsieg gegen den Lokalmatador. Der aus dem Ortsteil Gerchsheim stammende Leibold konnte sich letztlich mit einem eindeutigen Wählervotum vom 65,1 Prozent gegenüber 33,9 Prozent gegen König durchsetzen. Das restliche Prozent setzt sich aus entweder ungültige Stimmen (10) oder Stimmen für andere Personen zusammen.

In einer ersten Reaktion dankte Leibold allen Wählern und rief die Großrinderfelder Bürger auf, die Zukunft gemeinsam zu gestalten. "Gemeinsam können wir viel erreichen". Bei seiner ersten Ansprache als frisch gewählter Bürgermeister war Leibold sehr nervös, wie er zugab. Deshalb hatte er seine Ansprache schriftlich vorbereitet und las den Text ab. Doch mit seiner frischen Art wird er in den kommenden Wochen sicher freier und offener werden und keine Textvorlagen mehr nötig haben.

Quereinsteiger mit neuen Ideen

Zu den ersten Gratulanten gehörte auch seine Amtsvorgängerin Anette Schmidt, die seit 1. September als Ortsoberhaupt der Kreisstadt Tauberbischofsheim das Zepter führt. Sie wünschte Leibold viel Glück bei seiner Arbeit. Er werde als Quereinsteiger mit neuen Ideen an seine Aufgabe herangehen und das könne der Gemeinde nur guttun. Sie bot Leibold ihre Unterstützung an, zumal man sich bei verschiedenen Gelegenheiten, wie den unterschiedlichen Zweckverbänden, auch dienstlich über den Weg laufen wird. Und wenn es mal nicht so rund läuft, hatte sie noch einen weiblichen Rat für den neuen Bürgermeister: "Schütteln, Löckchen richten und wieder aufstehen".

MdL Wolfgang Reinhart, der ebenso zur Verkündung des Ergebnisses gekommen war wie Landrat Reinhard Frank, fand die Zweidrittel der Wähler, die für Leibold gestimmt hatten "einen starken Vertrauensbeweis der Bevölkerung". Reinhart dankte aber auch Thomas König für seinen Einsatz.

Dank für Unterstützung

König war in einer ersten Stellungnahme sichtlich enttäuscht von seinem Ergebnis. Er hatte in den vergangenen Wochen schon das Gefühl erlangt, dass er die Bürger mit seinen Botschaften und Vorstellungen erreicht hatte. Die vergangenen Wochen hätten ihm viel Lebenserfahrung gegeben und er habe viele interessante Menschen kennenlernen dürfen. König dankte ausdrücklich allen seinen Wählern für ihre Unterstützung. Er habe viel Zeit, Energie und Kraft in den vergangenen Wochen aufgewendet und nun gelte es, den Akku wieder aufzuladen. "Ich habe versucht einen sauberen Wahlkampf zu führen".

Auch die beiden Kandidaten, die im ersten Wahlgang angetreten waren, Stefan Deckert und Jörn Engstfeld, kamen ins Großrinderfelder Rathaus und beglückwünschten den neuen Bürgermeister zu seinem Erfolg. Die Kommune habe ihre Probleme und die muss der neue Bürgermeister schnell angehen. Auch Pfarrer Damian Samulski beglückwünschte Leibold. Er freut sich, dass zwei Kandidaten mit starkem Bezug zur katholischen Kirche zur Wahl standen. Leibold ist Organist in seiner Heimatgemeinde und König Geschäftsführer der Verrechnungsstelle in Tauberbischofsheim.

Wie das weitere Vorgehen bis zum Amtsantritt von Johannes Leibold sein wird, beschließt der Großrinderfelder Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung. Seine Arbeit  als Geschäftsführer wird Johannes Leibold jedenfalls aufgeben.

Schlagworte

  • Großrinderfeld
  • Matthias Ernst
  • Bevölkerung
  • Bürger
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Damian
  • Enttäuschung
  • Katholische Kirche
  • Katholizismus
  • Nervosität
  • Ortsteil
  • Pfarrer und Pastoren
  • Thomas König
  • Wahlsiege
  • Wolfgang Reinhart
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!