MARBACH

„Zoff über'n Zaun“ in drei Akten

Insgesamt sechs Abende: Bei allen Aufführungen geht es rund. Foto: Herbert Bickel

Schon Friedrich Schiller (1759-1805) wusste es: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt“, so lautet eine Aussage in „Wilhelm Tell“, womit der Dichterfürst bereits vor mehr als zwei Jahrhunderten den Nagel auf den Kopf traf. An dieses Zitat des später Geadelten erinnerte sich wohl auch Ulla Kling, die dazu „eine heitere Nachbarschaftsgeschichte“ verfasste. Unter dem Titel „Zoff über?n Zaun“ präsentiert die Theatergruppe des Turn- und Schützenvereines Marbach ihre Interpretation.

Seit mehr als 60 Jahren – und dies in regelmäßiger Folge – sorgt die kleine, aber dafür feine Riege der TSV-Laienschauspieler jeweils über den Jahreswechsel für bestes Amüsement und hält damit die bewährte Tradition hoch. Auch am Ende von 2017 und Anfang 2018 fehlt somit dieser stets gut besuchte Beitrag der rührigen Abteilung nicht. Nach mehrwöchigen intensiven Proben legten die neun Darsteller nun eine Premiere auf die Bretter der liebevoll gestalteten Bühne, die alle Erwartungen erfüllte.

Ein furioses Finale

Zum Startschuss der insgesamt sechs Aufführungen mit Fortsetzung im neuen Jahr hatte sich dabei in der ausgebuchten Turnhalle ein mehr als 160-köpfiges Publikum eingefunden, das sich nach einer gut dreistündigen Zwerchfellmassage restlos begeistert zeigte. Die zu Beginn gewünschte „gute Unterhaltung“ von Jutta Haun, die gemeinsam mit Maria Fürst als Souffleuse agierte, erstreckte sich durchweg über alle drei Akte – ausgedrückt durch oftmaligen Szenenapplaus und einen lang anhaltenden Beifall nach einem furiosen Finale, was gleich mehrere sogenannte „Vorhänge“ erforderlich machte.

Zum Inhalt des Lustspiels „Zoff über‘n Zaun“ sei an dieser Stelle vor weiteren Vorstellungen nur so viel verraten, dass sich hier alles um die Familien Butzer und Engerling dreht, die dem einfachen Arbeiter- und mittleren Beamtenmilieu zuzurechnen sind. Beide Familien teilen sich ein Doppelhaus und wohnen somit sehr nahe beieinander. Kein Wunder, dass sie sich des öfteren – so beispielsweise auch bei den englischen Rasen verunzierenden Kirschkernen – in die Haare kriegen. Eine gemeinsame Gartenparty soll die Spannung etwas lösen, doch da fängt dann alles erst richtig an: Mit zunehmendem Bowlenkonsum steigt die Stimmung und fallen die Hemmungen. Schon gehen die wüsten Beschimpfungen los und als dann noch die Polizei die Kinder beider Familien heimbringt, hält es keinen mehr. Was schließlich am darauffolgenden Morgen von dem Chaos noch übrig bleibt, erweist sich als ein schrecklicher Kater und zwei sich von den Eltern abnabelnde Sprösslinge.

Den zünftigen Schwank bringen die durchweg in ihren Rollen glänzenden Ottmar Schmitt (Otto Butzer), Mechthild Weigand (Dora, dessen Frau), Melina Gensler (Clarissa Butzer, Tochter), Wolfgang Weigand (Opa Max Butzer, genannt der „flotte Max“); Hartmut Schäffner (Gustav Engerling), Luzia Haas (Klara, dessen Frau), Michael Hofmann (Boris Engerling, Sohn), Jacqueline Reinhard (Frau Plöschl, Nachbarin) und Joachim Schäffner (Polizist) auf die Bühne.

Restkarten erhältlich

Zu den Terminen am 30. Dezember sowie im neuen Jahr am 5., 6. und 12. Januar jeweils ab 20 Uhr gibt es noch Restkarten per E-Mail unter theaterkarten@tsv-marbach.net oder telefonisch unter Tel. (0 93 43) 80 84 (18 bis 20 Uhr).
Wenn sich Nachbarn in die Haare kriegen: Die Theatergruppe des TSV Marbach begeisterte in der Turnhalle bei der Premiere des Lustspiels in drei Akten, „Zoff über‘n Zaun“ von Ulla Kling. Foto: Herbert Bickel

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