Gerchsheim

Antrittsbesuch des Abgeordneten Alois Gerig

Die Folgen der Trockenheit wurden dem Bundestagsabgeordneten Alois Gerig (Mitte) von Gerhard Banzer (rechts) anhand einer Rapspflanze gezeigt. Gerig war zum Antrittsbesuch bei Bürgermeister Johannes Leibold (links) nach Großrinderfeld gekommen.
Foto: Matthias Ernst | Die Folgen der Trockenheit wurden dem Bundestagsabgeordneten Alois Gerig (Mitte) von Gerhard Banzer (rechts) anhand einer Rapspflanze gezeigt.

Zu einem Antrittsbesuch kam der Bundestagsabgeordnete Alois Gerig nach Großrinderfeld. Bürgermeister Johannes Leibold ist jetzt fast fünf Monate im Amt, und da wollte sich der aus Höpfingen stammende Volksvertreter in Großrinderfeld vorstellen. "Ich mache das eigentlich bei allen neu gewählten Bürgermeistern im Kreis, denn es gibt doch immer wieder Punkte, die man gemeinsam direkt besprechen kann", so Gerig bei der offiziellen Begrüßung im Rathaus.

Leibold berichtete ihm, dass er sich trotz der Corona-Krise gut in sein neues Amt eingearbeitet habe und mit viel Optimismus in die Zukunft blicke. "Aber ich bin auch froh, wenn Corona wieder vorbei ist", gab Leibold offen zu. Viele Wege seien zur Zeit beschwerlicher zu gehen als in normalen Zeiten. So ärgere ihn der eingeschränkte Publikumsverkehr im Rathaus, der sich aber nicht anders lösen lasse.

Gerig wollte von Bürgermeister Leibold konkret wissen, welche Auswirkungen die Krise auf die Gemeinde hat. Da konnte Leibold gleich mehrere Dinge aufzählen, aber das tat er lieber mit praktischen Beispielen.

Gleich drei Projekte stellte er dem Bundestagsabgeordneten vor. Zum einen die Firma Seubert Feinkostmanufaktur. Die war erst im September 2019 in ihre neuen Produktionsräume in Gerchsheim umgezogen. Bekannt ist die Firma für ihr individuelles Angebot für Gastronomie und Großveranstaltungen. Seit Anfang April stehen hier allerdings alle Räder still. Fast alle der knapp 80 Mitarbeiter, so Marcus Seubert, befinden sich in Kurzarbeit. "Die Krise hat uns voll erwischt", bringt es Seniorchef Walter Seubert auf den Punkt.

Vom Hoffen auf ein Umdenken

Ab Ende Juni will man wieder produzieren, da sich die Situation langsam bessert. Das sieht auch Alois Gerig so. "Ich habe die Hoffnung, dass sich weiter was entwickelt in der Gastronomie."  Als Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag und gelernter Landwirtschaftsmeister liegt Gerig die gute Ernährung sehr am Herzen. Er hofft, dass durch die Corona-Krise ein Umdenken stattfindet und Lebensmittel endlich wieder den Stellenwert in der Gesellschaft bekommen, den sie verdienen.

Dazu gehört für Gerig auch eine Produktion im Land und keine Importe von Produkten, die man auch in Deutschland herstellen kann. Es müsse viel regionaler gedacht werden, so seine Forderung. Marcus Seubert versucht schon so weit es irgendwie geht, regional einzukaufen, aber teilweise sind die hochwertigen Zutaten für die Produkte der Firma überhaupt nicht in der Nähe zu bekommen.

"Wichtigstes Ziel aller Maßnahmen der Bundesregierung ist die Vermeidung von Insolvenzen", führte dazu Alois Gerig aus und versprach Seubert weitere Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Das gilt auch für die Landwirtschaft, dem zweiten Besuchspunkt in Großrinderfeld. Auf einem Rapsfeld zeigte Saatzuchtexperte Gerhard Banzer dem Bundestagsabgeordneten die Auswirkung von Trockenheit und Frostschäden. Gerig sind die großen Schäden bekannt, die in diesem Jahr durch den Frost entstanden sind. Vor allem Winterweizen sei in einigen Regionen ein Totalausfall. Hier wäre die Aufnahme der Schäden in die Elementarversicherung hilfreich, und genau daran arbeitet sein Ausschuss gerade.

Banzer ging auch auf die Auswirkungen der neuen Düngeverordnung ein, die es den Landwirten in der Region erschwere, die Feldfrüchte sortenrein anzubauen. Das Problem sei vielfältig, stellte auch Gerig klar, aber man arbeite auch hier an Lösungen.

Die Produktion der Firma Seubert Feinkostmanufaktur steht derzeit wegen Corona still. Über die dadurch entstehenden Probleme informierte sich Bundestagsabgeordneter Alois Gerig bei seinem Besuch in Gerchsheim. Von links: Gerhard Banzer, Firmenchef Marcus Seubert, Alois Gerig, Bürgermeister Johannes Leibold.
Foto: Matthias Ernst | Die Produktion der Firma Seubert Feinkostmanufaktur steht derzeit wegen Corona still. Über die dadurch entstehenden Probleme informierte sich Bundestagsabgeordneter Alois Gerig bei seinem Besuch in Gerchsheim.

"Kinder fühlten sich sehr wohl"

Eine solche hatte Bürgermeister Leibolds Vorgängerin Anette Schmidt kurzfristig für die Kindertagesstätte in Gerchsheim mit dem Bezug der Dachsbergschule geschaffen. Mittlerweile sei der Umbau für das eigentliche Provisorium weit fortgeschritten, und die Kinder fühlten sich sehr wohl, so der Bürgermeister. Nun müsse noch überlegt werden, was man mit dem alten Teil des Gebäudes macht. Angedacht sei eine Erweiterung der Kinderkrippe oder eine ähnliche Nutzung, wenn die Gesamtgemeinde Großrinderfeld so weiter wachse, wie im Moment. Die verkehrsgünstige Nähe zum Oberzentrum Würzburg lasse die Nachfrage einfach steigen.

Alois Gerig dankte dem Bürgermeister für den Einblick in das Gemeindeleben und das Ansprechen der aktuell drückenden Probleme. Er bot ihm seine Hilfe an, wenn immer nötig, und hofft auf einen weiterhin positiven Dialog.

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