Wertheim

Apothekerin in ihrer Apotheke bedroht

Ein Vater machte seinem Sohn wieder einmal Vorwürfe, er konsumiere Drogen. Der Sohn wies das zurück, es kam zum verbalen Streit, und eine Apothekerin in der Nachbarschaft am Wertheimer Marktplatz geriet zwischen die Fronten. Der Vater hatte dort einen Drogentest kaufen wollen, um ihn beim Sohn anzuwenden. Später behauptete der Sohn in der Apotheke, die Apothekerin habe gesagt, er handle mit Drogen.

Den Widerspruch der Apothekerin ließ der Sohn nicht gelten, sondern "baute sich" vor ihr auf und drohte: "Wenn sie in der Nachbarschaft erzählen, ich handle mit Drogen, mache ich sie fertig. Sie können sich nicht vorstellen, was ich alles drauf habe. Ich weiß über ihren Mann und ihre Kinder Bescheid, kenne viele Leute, und die schicke ich Ihnen."

Sexuelle Komponente

Die Apothekerin nahm den Vorfall ernst, und wegen Bedrohung verhängte jetzt das Amtsgericht Wertheim gegen den 36-jährigen Sohn eine Strafe von sechs Monaten. Strafverschärfend wirkte sich aus, dass die Drohung zusätzlich eine sexuelle Komponente aufwies. Unter der Auflage, mit der Suchtberatung Gespräche zu führen, erfolgte die Aussetzung der Strafe zur Bewährung.

Der Angeklagte war jahrelang Küchenhelfer im Geschäft des Vaters, erhielt aber von ihm nach dem Vorfall im März 2020 die Kündigung. Jetzt zahlt das Jobcenter dem Sohn Unterstützung. In der Verhandlung bezeichnete er sich als "unschuldig", der Vater sei der "Unruhestifter". Der Vater war vom Erscheinen als Zeuge entbunden. Er hält sich zur Zeit in der Türkei auf und hatte mitgeteilt, er würde in der Verhandlung vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Alkoholisierter 36-Jähriger

Die Apothekerin und ihre Angestellte berichteten, zunächst sei der Vater in der Apotheke gewesen, um nach dem Drogentest zu fragen. Als der Sohn dazu kam, sei zwischen ihnen Streit entstanden, und jeder habe dem anderen vorgeworfen: "Du brauchst einen Drogentest". Später sei der Sohn allein zurückgekehrt und habe die Drohungen geäußert. Als die Polizei erschien, stellte sie beim Sohn Alkoholisierung fest, einen Test verweigerte er.

Mehrere Vorstrafen

Der Sohn hat im Strafregister zehn Einträge, wegen Körperverletzung, Beleidigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Bedrohung, sexueller Nötigung und andere. Die Hälfte davon liegt mehr als zehn Jahre zurück. Es kam zu Geldstrafen, einmal zur Bewährungsstrafe, wobei die Bewährung widerrufen wurde. Der Angeklagte erklärte, bei allen Taten habe Alkohol eine Rolle gespielt.

Staatsanwaltschaft und Gericht hielten die Belastungszeugen aus der Apotheke für glaubwürdig, und es bestehe keine Verschwörung des Vaters mit diesen. Auffällig war, dass der Beschuldigte, wenn etwas gesagt wurde, nicht zuhören konnte. Seinen Wunsch, von Wertheim wegziehen zu wollen, kommentierte die Richterin, wenn sich die Umgebung ändere, reiche das nicht. Er müsse sich ändern.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Wertheim
Alfons Göpfert
Amtsgericht Wertheim
Angeklagte
Aussetzung
Beleidigung
Drogen und Rauschgifte
Körperverletzung und Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit
Sexuelle Nötigung
Strafarten
Suchtberatung
Vorstrafen
Zeugen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)