Auf dem Weg zur Holding: zwei Kliniken – eine Geschäftsführung

Tauberbischofsheim

Landrat Reinhard Frank ist stolz: Als weltweit einziger Landkreis verfügt der Main-Tauber-Kreis sowohl über eigene Kloster- wie auch Gefängniszellen. Aber Kloster Bronnbach und das ehemalige Gefängnis in Tauberbischofsheim, das nun unter anderem als Archivgebäude dient, sind nicht die einzigen Punkte im Geschäftsbericht des Landratsamtes. Bei einem Pressegespräch wurde der Geschäftsbericht 2010 vorgestellt.

Einige Punkte aus diesem Bericht beleuchtete der Landrat näher. Zu den größten Herausforderungen habe die Einführung der kommunalen Doppik im Landratsamt gezählt, und das in der schwierigsten Haushaltssituation in der Nachkriegszeit, betonte Frank.

Eine weitere Neuerung betrifft die Zulassungsbehörde. Hier können seit Ende 2010 Zulassungen über das Internet vorbereitet werden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit können Bürger die Daten online eingeben, so dass die Zulassung in der Behörde zum fest vereinbarten Termin schneller vonstatten geht.

Netzwerk unter Kommunen

Reinhard Frank erinnerte auch an die Gründung der Hochwasserpartnerschaft Baden-Württemberg im Einzugsgebiet von Main und Tauber im Mai 2010. Sie hat den Aufbau eines Netzwerkes mit allen Kommunen im Einzugsgebiet zum Ziel. Außerdem soll eine Hochwassergefahrenkarte für den Main-Tauber-Kreis erstellt werden.

„Es geht vorwärts“, sagte Frank zum Thema Gesundheitsholding. Dazu war der bisherige Eigenbetrieb des Landkreises, die Krankenhaus und Heime Main-Tauber (KHMT) in eine gemeinnützigen GmbH überführt worden.

Damit nun das Kreiskrankenhaus Tauberbischofsheim und das Caritaskrankenhaus in Bad Mergentheim in einer Gesundheitsholding betrieben werden können, musste zunächst due Geschäftsführung der KHMT an den Mehrheitsgesellschafter des Caritaskrankenhauses, die Barmherzigen Brüder Trier, übertragen werden.

Dies geschah im Oktober 2010. Seither haben die beiden Kliniken eine gemeinsame Geschäftsführung. Ziel der Holding ist es, die Kompetenzen der beiden Häuser zu bündeln und so die medizinische Versorgung im Landkreis sicherzustellen. Das Kartellamt habe der Zusammenführung zugestimmt, erklärte Landrat Frank.

Straffer Zeitplan

Nun müsse allerdings innerhalb von 15 Monaten die nötige Struktur geschaffen werden – ein straffer Zeitplan. Ab 2012 soll die Gesundheitsholding nach dem Willen der Beteiligten bereits realisiert sein. Betriebsbedingte Kündigungen soll es, nach bisherigem Kenntnisstand, im Zuge der Zusammenführung nicht geben.

Einen Fortschritt in Sachen Bildung vermeldete der Landrat beim Pressegespräch. Das „Job-Fit-Programm“ habe ab diesem Frühjahr einen weiteren Standort. Und zwar an der Hauptschule Creglingen. An dem Programm beteiligen sich Tutoren des Wirtschaftsgymnasiums Bad Mergentheim. In Werbach, Külsheim und Tauberbischofsheim sei das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Matthias-Grünewald-Gymnasium Tauberbischofsheim schon im Gange, erläuterte Bildungsreferent Heiko Schnell. „Das Projekt kommt bei den Hauptschülern sehr gut an.“

Die Gymnasiasten bieten den Hauptschülern der 8. Klassen ein Jahr lang Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Form von Bewerbungstrainings. Zuvor werden die Tutoren für ihre Aufgabe geschult.

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