Bad Mergentheim

Auf Fehlersuche im Patientenzimmer

Pflegekräfte gingen im Patientenzimmer von Herrn Brüllhardt auf Fehlersuche.
Foto: Theresia Paul | Pflegekräfte gingen im Patientenzimmer von Herrn Brüllhardt auf Fehlersuche.

Im Zimmer von Herrn Brüllhardt ist so einiges schief gelaufen: Das Bett ist viel zu hoch für den hochbetagten und sturzgefährdeten Patienten, Medikamente stehen unbeschriftet auf dem Nachttisch und obendrein bekommt er trotz Dysphagie (Schluckstörung) das völlig falsche Essen gereicht. Insgesamt neun solcher Fehler galt es in der vergangenen Woche in speziell präparierten Räumen im Caritas-Krankenhaus und dem Krankenhaus Tauberbischofsheim zu finden - eine Aktion für Mitarbeitende anlässlich des Welttages der Patientensicherheit.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hatte unter dem Titel "Patientensicherheit ist unverzichtbar – überall, immer, für jeden Menschen von Geburt an" auch in diesem Jahr wieder zu Aktionen am internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September aufgerufen.

"Diesen Tag haben wir zum Anlass genommen und eine Alltagssituation inszeniert. Im simulierten Patientenzimmer von Herrn Brüllhardt haben wir Fehler versteckt, um so die Kolleginnen und Kollegen für Gefahrenquellen im Alltag neu zu sensibilisieren", erklärt Lena Stumpf, Leiterin des Qualitätsmanagements beider Krankenhäuser. Eine Aktion, die bei den Mitarbeitenden gut ankam.

"Wir haben viel positives Feedback bekommen", sagt Lena Stumpf. Die Teilnehmenden hätten durchweg viel Spaß bei der Fehlersuche gehabt und die knifflige Aufgabe souverän gemeistert. "Patientensicherheit ist uns ein hohes Anliegen – in allen Bereichen braucht es eine starke Sicherheitskultur. Solche Aktionen sind eine tolle Möglichkeit, um den Blick neu zu schärfen, damit unerwünschte Ereignisse, die die Patientensicherheit gefährden können, von Beginn an vermieden werden können", sagt Lena Stumpf.

Neben der Fehlersuche im Patientenzimmer hatten die Mitarbeitenden der Krankenhäuser die Möglichkeit, sich an Hand verschiedener Aushänge und Broschüren über das Thema Patientensicherheit zu informieren. Eine zusätzliche Aktion gab es im Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim, die sich eines weiteren wichtigen Themas für Patientensicherheit annahm: die hygienische Händedesinfektion.

An verschiedenen Tagen war ein Team aus Hygienefachkräften mit einer fluoreszierenden Testflüssigkeit und einer speziellen UV-Lampe auf den Stationen unterwegs. So konnten die Mitarbeitenden eigenverantwortlich ihre Einreibemethode überprüfen. Die korrekte Händedesinfektion sei von "überragender Bedeutung" im Kampf gegen eine Übertragung von Keimen. "Zwei bis drei Spenderhübe des Desinfektionsmittels auf die Finger und Daumen-Kuppen, die Handinnen- und Handaußenflächen und Fingerzwischenräumen bis zu den Handgelenken gut verteilen und verreiben. Bereits 30 Sekunden reichen aus, um Infektionsketten zu unterbrechen", erklärte Hygienefachkraft Kai Happold.

Von: Ute Emig-Lange (Öffentlichkeitsarbeit, Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim)

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