Wertheim

Auf fremde Namen Kleidung gekauft: 24-Jährige zu Geldstrafe verurteilt

Eine Frau wohnte im Jahr 2018 zeitweise in Höhefeld und bestellte dorthin bei den Versandunternehmen Bon Prix und Schwab sechs mal Kleidungsstücke im Verkaufswert von 1244 Euro. Um nicht bezahlen zu müssen, verwendete sie die Namen anderer Personen. Wegen Betrugs und Fälschung beweiserheblicher Daten in sechs Fällen verurteilte nun das Amtsgericht Wertheim die 24-jährige Frau zur Gesamtstrafe von 90 Mal 25 Euro. Inzwischen wohnt sie bei Böblingen und befindet sich in Ausbildung zur Pflegefachkraft.

Bei den Waren handelte es sich um Damenkleidung in Übergröße, teilweise aber auch um Boxershorts für Männer. Die Angeklagte war im März bei einer Bekannten in deren Höhefelder Wohnung untergekommen, polizeilich aber nicht gemeldet. Der Verlobte der Bekannten hatte sie „reingeholt“. Am 6. Juni 2018 „schmiss“ die Bekannte die Beschuldigte raus, da sie eine Beziehung zum Verlobten begonnen hatte. In der Verhandlung meinte die Angeklagte, sie habe weder die Bestellungen getätigt noch eine Vorstellung, wer dahinter steckt. Nach dem 6. Juni sei sie nicht mehr in Höhefeld gewesen.

Freund versucht, Angeklagte zu entlasten

Die Bekannte, 34 Jahre, ledig, wohnt mit ihrem kleinen Sohn zusammen. Als Zeugin sagte sie, die Angeklagte habe nach dem Auszug angerufen und gebeten, Päckchen entgegen zu nehmen. Später sei sie noch mal gekommen und habe ihre restlichen Sachen sowie die Päckchen geholt.

Ein „Freund“ versuchte, die Beschuldigte als Zeuge zu entlasten. Er behauptete, er habe sie am 6. Juni 2018 in Höhefeld mit dem Auto abgeholt, und danach sei sie nicht mehr dort gewesen. Das kann aber laut Beobachtungen und Angaben anderer Personen nicht stimmen. So rief die Richterin den „Freund“ erneut in den Zeugenstand und ermahnte ihn noch eindringlicher zur Wahrheitspflicht. Seine mögliche Strafe würde höher ausfallen als das, was der Angeklagten drohe.

Der Zeuge räumte nun ein, dass der 6. Juni 2018 nicht der letzte Aufenthalt der Angeklagten in Höhefeld war. Da die Richtigstellung noch während der Verhandlung stattfand, bleibt dem jungen Mann ein Verfahren wegen falscher uneidlicher Aussage erspart.

Drei Mal vorbestraft

Die Beschuldigte ist drei Mal vorbestraft: Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und ohne Haftpflichtversicherungsschutz, wegen Urkundenfälschung und schließlich wegen fahrlässiger Einfuhr explosionsgefährlicher Stoffe (nicht zugelassene Feuerwerkskörper). Im vorliegenden Fall räumte die Angeklagte auf Anraten ihres Verteidigers schließlich den Betrug ein. Das Urteil ist rechtskräftig

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